Für den Religionsunterricht eignet sich das Medium besonders für eine handlungsorientierte und kreative Beschäftigung mit Prophetie, biblischen Frauen und der Frage, was es bedeutet, Gottes Wort wahrzunehmen und in einer konkreten Situation auszusprechen. Als Einstieg können die drei Symbole Auge, Ohr und Mund groß im Unterrichtsraum präsentiert werden. Die Lernenden sammeln zunächst Assoziationen zu sehen, hören und sprechen und überlegen, weshalb diese drei Fähigkeiten für Menschen wichtig sind, die auf Missstände aufmerksam machen und Veränderungen anstoßen. Anschließend wird die im Medium formulierte Grundvorstellung von Prophetie erschlossen: Prophetische Menschen sehen und erkennen, was geschieht, hören auf Gottes Wort, deuten die Wirklichkeit von Gott her und sagen anderen Menschen, was daraus folgt. Methodisch kann diese Struktur während der gesamten Unterrichtseinheit beibehalten werden. Die Lernenden erhalten zu jeder Prophetin eine Karte mit Auge, Ohr und Mund und tragen ein, was die jeweilige Frau wahrnimmt, worauf sie hört und welche Botschaft sie ausspricht. Dadurch können Gemeinsamkeiten und Unterschiede zwischen Miriam, Debora, Hulda und Hanna systematisch erschlossen werden. Besonders geeignet ist eine Arbeit an Stationen. Eine Station zu Miriam kann Musik, Trommel und Bewegung aufnehmen, während eine Station zu Debora Konflikte und Gerechtigkeit thematisiert. Das Medium schlägt vor, Alltagssituationen unter der symbolischen Palme der Debora zu besprechen und nach gerechten Lösungen zu suchen. Für Hulda können Schriftrolle und Herz als Symbole verwendet werden. Die Lernenden wählen einen für sie bedeutsamen Bibelvers aus oder schreiben einen wichtigen Satz auf ein ausgeschnittenes Herz. Dadurch wird die Frage eröffnet, welche Worte Menschen innerlich berühren, Orientierung geben oder zu einer Veränderung des Handelns bewegen können. Das Medium stellt hierfür verschiedene biblische Zusagen zur Verfügung. Die Geschichte Huldas eignet sich darüber hinaus besonders für szenisches Lernen. Das ausgearbeitete Rollenspiel mit Joschija, Hulda, Schafan, Hilkija, Arbeitern, Abgesandten und Menschen aus dem Volk kann entweder vollständig gespielt oder auf zentrale Szenen reduziert werden. Schriftrolle, Thron, Werkzeuge und weitere einfache Gegenstände unterstützen die Darstellung. Im Mittelpunkt sollte nicht allein die historische Handlung stehen, sondern die Frage, weshalb der König gerade die Stimme einer Prophetin ernst nimmt und welche Veränderungen daraus entstehen. Die zugespitzte Aufforderung, nicht nur den Tempel, sondern auch die Herzen zu erneuern, eignet sich für ein Gespräch über äußere und innere Veränderung. Für ältere Lernende kann daran die Frage nach religiöser Autorität angeschlossen werden. Sie können untersuchen, wer in religiösen Gemeinschaften gehört wird, wodurch Menschen Autorität erhalten und welche Bedeutung Frauen in der Weitergabe und Deutung religiöser Tradition besitzen. Dabei bietet das Medium einen geeigneten Anlass, verbreitete Vorstellungen von ausschließlich männlicher religiöser Autorität kritisch zu hinterfragen. Gleichzeitig sollte Prophetie nicht auf Zukunftsvorhersage reduziert werden. Die Beispiele des Mediums zeigen Prophetie vielmehr als aufmerksames Wahrnehmen, religiöses Deuten, mutiges Sprechen und verantwortliches Handeln. Als Abschluss kann jede Lerngruppe eine gemeinsame Prophetinnenkarte gestalten und darauf festhalten, was prophetisches Handeln heute bedeuten könnte. Denkbar sind Aussagen wie genau hinsehen, aufmerksam zuhören, Unrecht wahrnehmen, anderen eine Stimme geben, Mut zeigen, Hoffnung vermitteln und für Gerechtigkeit eintreten. Alternativ lässt sich die vom Medium vorgeschlagene Festform aufnehmen. Die Ergebnisse zu den verschiedenen Prophetinnen werden in einem gemeinsamen Abschluss präsentiert und durch Symbole, Musik, Bewegung oder kurze Szenen miteinander verbunden. Das Medium ermöglicht damit biblisches, theologisches, soziales und geschlechtersensibles Lernen und eröffnet zugleich einen kreativen Zugang zur Frage, wie Menschen Gottes Wort wahrnehmen, auslegen und in ihrem Handeln sichtbar werden lassen.