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Verlag Katholisches Bibelwerk GmbH

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Das Sabbatjahr

Veröffentlichung:1.1.2019

Der Fachartikel wurde unter dem Titel: „Das Sabbatjahr“ verfasst und umfasst 3 Seiten. Der Text erläutert die biblische Vorstellung des Sabbatjahres als siebtes Jahr nach sechs Jahren wirtschaftlicher Tätigkeit. Dieses Jahr soll eine Zeit des Aufhörens, der Ruhe und der Befreiung sein. Dabei werden drei wesentliche soziale und theologische Dimensionen miteinander verbunden: die Ruhe des Landes, der Schutz und die Unterstützung armer Menschen sowie die Befreiung von Menschen aus Schuldsklaverei.

Der Fachartikel behandelt theologische Probleme rund um soziale Gerechtigkeit, Armut, Verschuldung, Sklaverei, Freiheit, Eigentum und den verantwortungsvollen Umgang mit der Schöpfung. Eine zentrale Frage lautet, welche Verantwortung Menschen füreinander tragen, wenn Besitz und wirtschaftliche Macht ungleich verteilt sind. Gleichzeitig wird thematisiert, dass das Land nicht ausschließlich dem wirtschaftlichen Nutzen des Menschen untergeordnet werden darf, sondern selbst Ruhe erhalten soll. Problematisch aus heutiger Perspektive ist außerdem die Unterscheidung zwischen Angehörigen des eigenen Volkes und Ausländern sowie die grundsätzliche Existenz von Sklaverei. Der Text verbindet wirtschaftliche und soziale Verantwortung mit dem Glauben an Gott.

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Der Artikel stellt das Sabbatjahr als eine besondere biblische Ordnung vor. Nach sechs Jahren der Arbeit und des wirtschaftlichen Handelns soll im siebten Jahr eine Unterbrechung erfolgen. Das Sabbatjahr orientiert sich am wöchentlichen Sabbat. So wie der siebte Tag der Woche als Ruhetag dient, soll auch das siebte Jahr eine Zeit des Aufhörens und der Ruhe sein. Das hebräische Wort Sabbat bedeutet entsprechend Aufhören. Die Ruhe betrifft dabei nicht nur den Menschen. Auch das Land soll sich von der ständigen wirtschaftlichen Nutzung erholen können. Zugleich besitzt das Sabbatjahr eine soziale Dimension, weil es mit der Befreiung aus Schuldsklaverei verbunden wird.

Mit dem Sabbatjahr ist außerdem das Jubeljahr oder Erlassjahr verbunden. Es soll nach sieben mal sieben Jahren, also im fünfzigsten Jahr, ausgerufen werden. Seine feierliche Eröffnung erfolgt durch das Blasen eines Widderhorns. Damit wird das Prinzip des Sabbatjahres in einen größeren zeitlichen Zusammenhang gestellt. Regelmäßig soll das normale wirtschaftliche Handeln unterbrochen werden, sodass Ruhe, Befreiung und ein neuer Anfang möglich werden.

Die erste zentrale Dimension des Sabbatjahres ist die Ackerbrache. Nach Exodus 23 soll das Land sechs Jahre lang bestellt werden. Im siebten Jahr sollen die Felder jedoch brachliegen. Was auf den Feldern von selbst wächst, soll den Armen zur Nahrung dienen. Was anschließend übrig bleibt, steht den Tieren zur Verfügung. Diese Regelung gilt auch für Weinberge und Ölbäume. Die Ruhe des Landes wird damit unmittelbar mit der Versorgung Bedürftiger und der Tierwelt verbunden.

Levitikus 25 entwickelt diesen Gedanken weiter. Wenn Israel in das von Gott gegebene Land kommt, soll das Land selbst eine Sabbatruhe zur Ehre Gottes halten. Sechs Jahre lang dürfen Felder bestellt und Weinberge bearbeitet werden. Im siebten Jahr sollen Aussaat und reguläre Ernte jedoch unterbleiben. Das Land wird damit nicht nur als wirtschaftlicher Besitz betrachtet. Es erhält eine eigene Ruhezeit, die religiös begründet wird. Die Sabbatruhe des Landes geschieht zur Ehre Gottes.

Gleichzeitig bedeutet die Ruhe des Landes nicht, dass seine Erzeugnisse niemandem zur Verfügung stehen. Was während dieser Zeit wächst, soll Menschen und Tieren als Nahrung dienen. Genannt werden der Besitzer selbst, Knechte, Mägde, Lohnarbeiter, Menschen ohne vollständigen Bürgerstatus sowie das Vieh und die Tiere des Landes. Damit entsteht die Vorstellung, dass die Erträge des Landes im Sabbatjahr nicht ausschließlich der wirtschaftlichen Verwertung durch einzelne Besitzer dienen. Sie stehen einer größeren Gemeinschaft zur Verfügung.

Im Deuteronomium erhält die Ackerbrache eine ausdrücklich soziale Weiterinterpretation. Das Prinzip des Brachliegens wird auf Schulden übertragen. Im siebten Jahr sollen Gläubiger Forderungen gegenüber Angehörigen des eigenen Volkes ruhen lassen und nicht mit Zwang gegen Schuldner vorgehen. Wirtschaftliche Beziehungen sollen also nicht unbegrenzt dazu führen, dass verschuldete Menschen unter Druck geraten oder dauerhaft abhängig werden.

Der Text verbindet diese Forderung mit einer theologischen Vorstellung von Wohlstand und sozialer Gerechtigkeit. Eigentlich, so heißt es, sollte es im Land keine Armen geben. Gott werde das Volk segnen, wenn es auf seine Gebote hört. Dieser Segen soll jedoch nicht dazu führen, dass Menschen ihren Wohlstand ausschließlich für sich selbst behalten. Besitz wird mit sozialer Verantwortung verbunden.

Besonders deutlich wird diese Verantwortung im Umgang mit armen Menschen. Wenn ein Bedürftiger in der Gemeinschaft lebt, soll man nicht hartherzig sein und die Hand vor ihm verschließen. Vielmehr soll die Hand geöffnet und dem Menschen gegeben werden, was er zur Bewältigung seiner Not benötigt. Auch das bevorstehende Sabbatjahr darf nicht als Begründung verwendet werden, einem Armen nichts mehr zu leihen, weil möglicherweise mit einem Verlust des verliehenen Vermögens gerechnet werden muss. Wirtschaftliches Eigeninteresse soll die Hilfe für Bedürftige nicht verhindern.

Der Artikel macht zugleich auf eine Spannung innerhalb des biblischen Textes aufmerksam. Einerseits heißt es, dass es eigentlich keine Armen geben sollte. Wenige Verse später wird jedoch festgestellt, dass arme Menschen niemals vollständig aus dem Land verschwinden werden. Daraus wird eine dauerhafte Verpflichtung zur Hilfe abgeleitet. Menschen sollen ihre Hand gegenüber Notleidenden öffnen. Armut wird damit nicht einfach als unveränderliche Tatsache akzeptiert, sondern begründet eine beständige soziale Verantwortung.

Ein weiterer Bereich des Sabbatjahres betrifft die Schuldsklaverei. Wenn sich ein Hebräer oder eine Hebräerin aufgrund wirtschaftlicher Not verkauft hat, soll diese Person sechs Jahre dienen. Im siebten Jahr muss sie freigelassen werden. Die Freilassung allein genügt jedoch nicht. Der ehemalige Sklave soll nicht mit leeren Händen fortgeschickt werden. Er soll Tiere und Erzeugnisse erhalten, damit ein wirtschaftlicher Neuanfang möglich wird. Die Befreiung wird somit mit materieller Unterstützung verbunden.

Die theologische Begründung dafür liegt in der eigenen Befreiungsgeschichte Israels. Das Volk soll sich daran erinnern, dass es selbst in Ägypten versklavt war und von Gott befreit wurde. Die Erinnerung an die eigene Erfahrung von Unfreiheit wird dadurch zur Grundlage für den Umgang mit anderen Menschen. Wer selbst Befreiung erfahren hat, soll anderen Menschen ebenfalls Freiheit ermöglichen.

Der Text enthält zugleich Regelungen für den Fall, dass eine versklavte Person freiwillig bei ihrem Herrn bleiben möchte. In diesem Fall kann das Dienstverhältnis dauerhaft fortgesetzt werden. Diese Regelung gilt auch für Frauen. Aus heutiger Perspektive bleibt damit eine erhebliche ethische Spannung bestehen. Der Text setzt die Existenz von Sklaverei grundsätzlich voraus und schafft innerhalb dieses Systems Regelungen zur Begrenzung von Abhängigkeit. Er hebt das System selbst jedoch nicht vollständig auf.

Zum Abschluss wird noch einmal betont, dass die Freilassung nicht als ungerechte Belastung des Besitzers verstanden werden soll. Die versklavte Person hat während der sechs Jahre Arbeit geleistet, deren Wert berücksichtigt werden muss. Auch hier wird die Forderung nach Freilassung mit dem Segen Gottes verbunden.

Für den Religionsunterricht bietet der Text zahlreiche Anknüpfungspunkte. Lernende können untersuchen, wie eng Glaube, soziale Gerechtigkeit und wirtschaftliches Handeln in den biblischen Texten miteinander verbunden sind. Das Sabbatjahr zeigt, dass Besitz nicht nur als individuelles Recht verstanden wird, sondern Verantwortung gegenüber armen und abhängigen Menschen mit sich bringt. Ebenso lässt sich die Vorstellung diskutieren, dass auch das Land Grenzen wirtschaftlicher Nutzung besitzt und Ruhe benötigt. Kritisch können Lernende die unterschiedliche Behandlung von Angehörigen des eigenen Volkes und Fremden sowie die biblischen Regelungen zur Sklaverei untersuchen. Das Sabbatjahr eröffnet damit Fragen nach Freiheit, Gerechtigkeit, Nachhaltigkeit, Armut, Verschuldung, Menschenwürde und einem verantwortlichen Umgang mit der Schöpfung.

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