Für den Religionsunterricht bietet das Medium einen anschaulichen Zugang zu den Themen Glaubensbekenntnis, Exodus, Erinnerung, Dankbarkeit und Gottesbild. Als Einstieg kann ein Korb mit Brot, Obst, Getreide oder anderen Lebensmitteln in die Mitte gestellt werden. Die Lernenden überlegen, welche Geschichten hinter diesen Lebensmitteln stehen und wofür Menschen angesichts ihrer Lebensgrundlagen dankbar sein können. Von dieser Alltagserfahrung kann zur biblischen Situation des Erntedanks übergeleitet werden. Die Lernenden lesen Dtn 26,4 bis 10 zunächst als zusammenhängenden Text und markieren anschließend Aussagen über Vergangenheit und Gegenwart. Dabei erkennen sie den grundlegenden Kontrast zwischen Heimatlosigkeit, Fremdsein, Rechtlosigkeit und Unterdrückung auf der einen Seite sowie Befreiung, Land, Ernte und Leben in Fülle auf der anderen Seite. Für die weitere Texterschließung eignet sich das im Medium herausgearbeitete Deutungsmuster Not / Klage / Erhörung / Rettung. Die Lernenden können die entsprechenden Aussagen des Bibeltextes diesen vier Begriffen zuordnen und dadurch nachvollziehen, wie Israel seine Geschichte im Glauben deutet. Anschließend kann gefragt werden, weshalb ein Glaubensbekenntnis überhaupt eine Geschichte erzählt. Dadurch wird deutlich, dass Glaube im kleinen Credo nicht vor allem durch abstrakte Aussagen über Gott formuliert wird, sondern durch die Erinnerung daran, wie Gott erfahren wurde. Besonders wichtig ist die sprachliche Gestaltung in der ersten Person. Der einzelne Mensch spricht von seinem Vater und von den Früchten des Landes, die Gott ihm gegeben hat. Dadurch wird die Geschichte des Volkes zur eigenen Geschichte des betenden Menschen. Methodisch kann dies durch eine Schreibaufgabe aufgenommen werden. Die Lernenden verfassen ein persönliches kleines Credo, in dem sie in wenigen Sätzen festhalten, welche Erfahrungen, Menschen, Orte oder Ereignisse ihre Lebensgeschichte geprägt haben und wofür sie dankbar sind. Eine religiöse Formulierung sollte dabei als Möglichkeit angeboten und nicht vorausgesetzt werden. So können auch Lernende, die sich nicht mit dem biblischen Gottesbild identifizieren, ihre eigene Position reflektiert zum Ausdruck bringen. Einen weiteren Schwerpunkt bietet das im Text enthaltene Gottesbild. Die Lernenden sammeln Verben, die Gottes Handeln beschreiben, beispielsweise hören, sehen, herausführen und geben. Anschließend charakterisieren sie das daraus entstehende Gottesbild und vergleichen es mit eigenen Vorstellungen von Gott. Das Medium selbst regt ausdrücklich dazu an, nach Erfahrungen von Lebensnot und Hilfe sowie nach der persönlichen Bedeutung Gottes zu fragen. Für ältere Lernende kann die soziale und politische Dimension vertieft werden. Die Auslegung betont, dass das Fremdsein mit einem geschützten Rechtsstatus verbunden ist und die wirtschaftliche Ausbeutung der Fremden als Entrechtung verstanden wird. Daraus können Gespräche über Fremdsein, Menschenwürde, Ausbeutung, Migration und gesellschaftliche Verantwortung entstehen. Dabei ist auf eine sensible Gesprächsführung zu achten, da Lernende selbst Erfahrungen mit Flucht, Migration oder Ausgrenzung haben können. Für eine abschließende Sicherung können die Lernenden das kleine Credo auf wenige Schlüsselbegriffe reduzieren und diese in eine sinnvolle Reihenfolge bringen. Ebenso eignet sich die Gestaltung eines Dankrituals, bei dem symbolische Früchte, Gegenstände oder beschriftete Karten für Dinge stehen, die Leben ermöglichen. Eine weitere Möglichkeit besteht darin, das kleine Credo mit heutigen Glaubensbekenntnissen zu vergleichen und zu untersuchen, welche unterschiedlichen Formen religiösen Bekennens darin sichtbar werden. So verbindet das Medium biblisches Lernen mit biografischem Lernen, historischer Erinnerung, sozialethischer Reflexion und der Auseinandersetzung mit der Frage, wie Menschen Erfahrungen von Rettung, Freiheit und Dankbarkeit religiös deuten können.