Für den Religionsunterricht eignet sich das Medium besonders zur Behandlung der Frage, welche gesellschaftliche und politische Verantwortung aus christlichem Glauben entstehen kann. Es lässt sich in Klasse 10 und in der Oberstufe einsetzen und ermöglicht eine Verbindung von biografischem, ethischem, historischem und theologischem Lernen. Als Einstieg bietet sich die im Material vorgeschlagene Frage nach der Bedeutung von Heiligkeit an. Die Lernenden können zunächst Vorstellungen dazu sammeln, was einen Menschen zu einem Heiligen macht und ob der Begriff Heiligkeit für die Gegenwart überhaupt noch Bedeutung besitzt. Anschließend kann die politische und gesellschaftliche Situation El Salvadors erschlossen werden. Hierfür eignet sich das Material zu den gesellschaftlichen Gruppen besonders gut. Lernende können die Beziehungen zwischen Großgrundbesitzern, Kleinbauern, Regierung, Militär, Todesschwadronen, Gewerkschaften, christlichen Basisgemeinden und Guerilla untersuchen und in einer Mindmap darstellen. Die bereits im Material enthaltene Struktur ermöglicht dabei eine Visualisierung der Interessengegensätze. Methodisch sinnvoll ist es, die Lernenden Ursachen und Folgen miteinander verknüpfen zu lassen. Ungerechte Landverteilung und schlechte Arbeitsbedingungen können beispielsweise mit Armut und Protest verbunden werden, politische Repression mit Radikalisierung und Gewalt. Auf diese Weise wird Romeros Handeln nicht isoliert als individuelle Heldengeschichte betrachtet, sondern in seinem gesellschaftlichen Kontext verstanden. Die Filmausschnitte können anschließend gezielt eingesetzt werden, um die persönliche Entwicklung Romeros nachzuvollziehen. Besonders geeignet ist die Szene nach der Ermordung Rutilio Grandes. Die Lernenden können beobachten, wodurch sich Romeros Haltung verändert und welche Bedeutung persönliche Begegnungen mit Opfern von Gewalt für seinen weiteren Weg besitzen. Das Material schlägt in diesem Zusammenhang auch die lebensweltlich orientierten Fragen vor, wofür man sich heute engagieren würde und welches persönliche Risiko man für ein solches Engagement eingehen würde. Diese Fragen sollten zunächst in stiller Einzelarbeit bearbeitet werden, damit Lernende selbst entscheiden können, wie persönlich sie sich äußern möchten. Anschließend können freiwillige Beiträge in einem Unterrichtsgespräch gesammelt werden. Eine weitere Vertiefung ermöglicht die Arbeit mit Romeros Originalaussagen. Seine Texte thematisieren die Verantwortung der Reichen, soziale Ungerechtigkeit, die Bedeutung des Teilens, gewaltfreien Widerstand, Menschenrechte und den Vorrang des göttlichen Gebots gegenüber ungerechten staatlichen Befehlen. Die Lernenden können die Aussagen verschiedenen Kategorien wie Gerechtigkeit, Gewalt, Frieden, Eigentum, Menschenwürde, Glaube und politische Verantwortung zuordnen. Anschließend kann untersucht werden, wie Romero biblische und christliche Überzeugungen in konkrete gesellschaftliche Forderungen übersetzt. Hier bietet sich eine Verbindung zur prophetischen Tradition der Bibel, zur Botschaft Jesu vom Reich Gottes und zur Option für die Armen an. Eine besonders anspruchsvolle Fragestellung für die Oberstufe lautet, ob Romeros Handeln als politisches Engagement eines Kirchenvertreters oder als notwendige Konsequenz seines christlichen Glaubens verstanden werden muss. Dazu können Lernende unterschiedliche Positionen entwickeln und in einer strukturierten Diskussion vertreten. Auch die Frage nach Gewalt und gewaltfreiem Widerstand ist ergiebig. Romero spricht ausdrücklich davon, dass der Kampf für das Reich Gottes keine Waffen benötige. Dies kann mit anderen Formen christlich motivierten Widerstands verglichen und auf gegenwärtige Konflikte übertragen werden. Ein weiterer Schwerpunkt sollte auf dem Begriff des Märtyrers liegen. Lernende können untersuchen, weshalb Romeros Tod als Glaubenszeugnis interpretiert wird und welche Verbindung zwischen seinem Einsatz für die Armen, seiner Ermordung und seiner späteren Heiligsprechung besteht. Das Material selbst nennt als zentrale Kompetenzen, dass Lernende Ursachen sozialer Ungerechtigkeit benennen, Empathie für das Leiden der Menschen entwickeln, Romeros Engagement als Glaubenszeugnis erläutern und die Gründe für seine Ermordung verstehen sollen. Besonders produktiv ist abschließend die Verbindung von Romeros Geschichte mit der Lebenswelt der Lernenden. Das auf Seite 16 abgebildete Aktionsplakat der Fastenaktion 2019 trägt die Aufforderung „Mach was draus: Sei Zukunft!“ und verbindet damit gesellschaftliche Verantwortung mit persönlicher Handlungsfähigkeit. Die Lernenden können zunächst Gestaltung, Aussage und Adressaten des Plakats untersuchen und anschließend fragen, welche Bedeutung Romeros Beispiel für heutiges Engagement besitzen könnte. Das Material schlägt hierfür eine Zukunftszeitung vor, bei der aktuelle Themen ausgewählt und eigene Ideen, Forderungen und Handlungsmöglichkeiten formuliert werden. Als alternative Ergebnissicherung können Lernende einen persönlichen Kommentar mit dem Titel „Was bedeutet es heute, für Gerechtigkeit einzustehen?“ verfassen. Ebenso sind ein fiktives Interview mit Romero, eine Rede zur Menschenwürde, eine Diskussion über Zivilcourage oder eine begründete Stellungnahme zur Frage „Kann christlicher Glaube politisch sein?“ möglich. Auf diese Weise ermöglicht das Medium nicht nur historisches Wissen über Oscar Romero und El Salvador, sondern fördert die Fähigkeit der Lernenden, Zusammenhänge zwischen Glaube, Gerechtigkeit, Menschenwürde und gesellschaftlicher Verantwortung zu erkennen und einen eigenen begründeten Standpunkt zu entwickeln.
Der Einstieg gelingt über eine Definition von Heilig. Die Stundenfrage nach der Heiligkeit von Romero wird im Unterrichtsgespräch entwickelt. In einem ersten Schritt wird die Situation in El Salvador zur Zeit Romeros erarbeitet. Dazu wird ein einfaches Tafelbild zu den gesellschaftlichen Gruppen und deren Situation erstellt. Eine Lösung dazu ist als Lehrermaterial enthalten. In einem abschließenden Schritt wird die Stundenfrage nach der Heiligkeit Romeros an Hand von Zitaten argumentativ beantwortet. In den Zitaten thematisiert Romero trotz Gefahr für das eigene Leben die zentralen Punkte der Ungerechtigkeit in El Salvador. Er greift dabei die ausbeutenden Großgrundbesitzer und die menschenverachtende Militärregierung an. Romero verteidigt die Armen und ruft die Reichen zum Teilen auf. Er macht klar, dass ein Festhalten an Ausbeutung und Unterdrückung zum Bürgerkrieg führen wird und ruft zum friedlichen Kampf auf. Romero klagt Staatsbeamte wegen Diebstahls und den Präsidenten wegen Kriegstreiberei an. Sogar der Weltmacht USA legte er nahe, den kalten Krieg nicht auf El Salvador auszuweiten und die Militärhilfe einzustellen. Eine Zeitleiste als Lehrermaterial vereinfacht den Lehrervortrag zur Entwicklung El Salvadors. In der letzten Stunde entsteht eine Wandzeitung zum Thema Zukunft. Dazu wird in Kleingruppen in Zeitungen nach Schlagzeilen zu Themen gesucht, welche die Zukunft von Jugendlichen beeinflussen. Diese werden markiert und künstlerisch gestaltet. Mit Filzstiften schreiben die Lernenden ihre Ideen, Forderungen und Möglichkeiten des Engagements zu diesen Themen auf den Zeitungsartikel.