Der Artikel beginnt mit der Beschreibung eines Ereignisses aus dem Jahr 2015, bei dem Kämpfer des sogenannten Islamischen Staates mehrere koptische Christen an der libyschen Mittelmeerküste ermordeten. Die Tat wurde gefilmt und im Internet verbreitet, um Angst und Schrecken zu verbreiten. In der Aufnahme ist zu sehen, dass die Männer kurz vor ihrem Tod den Namen Jesu aussprechen. Dadurch verändert sich die Wirkung des Videos. Statt nur Angst zu erzeugen, wird das Geschehen für viele Menschen zu einem Zeugnis des Glaubens. Die getöteten Männer werden als Märtyrer verstanden, die ihren Glauben bis zum Tod bekennen.
Von diesem aktuellen Beispiel ausgehend erläutert der Artikel das christliche Verständnis des Martyriums. In der katholischen Tradition wird das Martyrium als Ausdruck der vollkommenen Liebe verstanden. Das Zweite Vatikanische Konzil beschreibt im Dokument Lumen Gentium, dass es keine größere Liebe gibt, als sein Leben für andere hinzugeben. Märtyrer geben dieses höchste Zeugnis der Liebe. Obwohl sie äußerlich schwach erscheinen, weil sie gefangen und ausgeliefert sind, besitzen sie eine innere Stärke. Ihre Verfolger können ihren Körper töten, aber sie können sie nicht dazu bringen, ihren Glauben oder ihre Liebe aufzugeben. Dadurch zeigt sich, dass die Liebe stärker ist als der Hass.
Das Martyrium wird im Konzil zugleich als Berufung verstanden. Nicht alle Christinnen und Christen sind dazu berufen, ihr Leben als Märtyrer zu verlieren. Dennoch sind alle Gläubigen aufgerufen, ihren Glauben zu bekennen und auch in schwierigen Situationen zu Christus zu stehen. Einige Menschen erhalten jedoch eine besondere Berufung, ihren Glauben bis zum Tod zu bezeugen.
Der Artikel stellt anschließend das Deutsche Martyrologium des 20. Jahrhunderts vor. Dieses Werk wurde auf Initiative von Papst Johannes Paul II in Auftrag gegeben. Darin werden fast tausend Menschen aus Deutschland vorgestellt, die im 20. Jahrhundert wegen ihres christlichen Glaubens verfolgt und getötet wurden. Sie stammen aus unterschiedlichen sozialen Gruppen und Lebenssituationen. Geistliche, Ordensleute, verheiratete Menschen und Laien gehören dazu. Alle verbindet ihr mutiges Bekenntnis zum christlichen Glauben.
Im weiteren Verlauf stellt der Autor mehrere Beispiele von Märtyrern vor, die mit dem Bistum Limburg verbunden sind. Einer von ihnen ist der Ordenspriester Alphons Spix. Er setzte sich während der nationalsozialistischen Zeit für polnische Zwangsarbeiter ein und ließ sie an Gottesdiensten teilnehmen. Wegen dieses Verhaltens wurde er von der Gestapo verhaftet, misshandelt und schließlich in das Konzentrationslager Dachau gebracht, wo er 1942 starb.
Ein weiteres Beispiel ist die Ordensschwester Luise Löwenfels. Sie stammte aus einer jüdischen Familie und konvertierte zum katholischen Glauben. Trotz der Gefahr entschied sie sich für das Ordensleben. Während der nationalsozialistischen Verfolgung wurde sie schließlich deportiert und im Konzentrationslager Auschwitz ermordet.
Auch der Journalist Franz Geuecke wird genannt. Er setzte sich in seinen Artikeln konsequent für christliche Werte ein und kritisierte die nationalsozialistische Ideologie. Wegen dieser Haltung wurde er verfolgt, misshandelt und schließlich in einem Konzentrationslager getötet.
Ein weiteres Beispiel ist der Pallottinerpater Richard Henkes. Er kritisierte offen die menschenverachtende Ideologie des Nationalsozialismus und wurde deshalb verhaftet. Im Konzentrationslager Dachau pflegte er freiwillig typhuskranke Mitgefangene und starb schließlich an der Krankheit.
Schließlich wird der Gewerkschafter Franz Leuninger vorgestellt. Er warnte früh vor der nationalsozialistischen Ideologie und arbeitete mit Widerstandsgruppen zusammen. Nach dem gescheiterten Attentat vom 20. Juli 1944 wurde er verhaftet und 1945 hingerichtet.
Durch diese Beispiele zeigt der Artikel, dass Martyrium nicht nur ein Phänomen der frühen Kirche ist. Auch im 20. Jahrhundert gab es Menschen, die aus ihrem Glauben heraus Widerstand leisteten und ihr Leben verloren. Ihr Zeugnis erinnert daran, dass christlicher Glaube Mut, Standhaftigkeit und die Bereitschaft zur Hingabe erfordert.