Das Video eignet sich besonders für den Religionsunterricht der Sekundarstufe und kann in den Themenbereichen Weltkirche, gelebter Glaube, christliche Solidarität, Kirche in der Welt sowie Verantwortung von Christinnen und Christen eingesetzt werden. Es vermittelt authentische Einblicke in das Glaubensleben von Menschen, die ihren Glauben unter schwierigen politischen, gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Bedingungen leben. Dadurch eröffnet das Medium Perspektiven, die über die eigene Lebenswirklichkeit hinausgehen und den Horizont der Lernenden erweitern.
Zu Beginn der Unterrichtseinheit bietet sich eine Gesprächsrunde an, in der die Lernenden ihre Vorstellungen von Kirche weltweit zusammentragen. Anschließend kann das Video mit einem Beobachtungsauftrag angesehen werden. Die Lernenden achten beispielsweise darauf, welche Bedeutung der Glaube für Menschen in unterschiedlichen Lebenssituationen besitzt oder welche Erfahrungen Reinhard Backes besonders geprägt haben.
Nach dem Sehen können die Aussagen gemeinsam ausgewertet werden. Dabei eignen sich Partnerarbeit oder Gruppenarbeit, um einzelne Themen wie Gebet, Hoffnung, Solidarität, Verfolgung von Christinnen und Christen oder die Rolle der Kirche in Krisengebieten zu vertiefen. Ebenso kann diskutiert werden, welche Unterschiede und Gemeinsamkeiten zwischen dem Glaubensleben in Deutschland und in anderen Ländern bestehen.
Darüber hinaus bietet das Video vielfältige Möglichkeiten zur persönlichen Reflexion. Die Lernenden können überlegen, welche Bedeutung der Glaube für ihr eigenes Leben haben kann und welche Verantwortung sie gegenüber Menschen in Not tragen. Kreative Methoden wie das Schreiben eines persönlichen Gebets, das Gestalten eines Plakates zur Weltkirche oder die Erstellung einer Mindmap fördern die Vertiefung der Inhalte. Ebenso eignet sich das Medium als Ausgangspunkt für ein Projekt über katholische Hilfswerke oder über das Leben von Christinnen und Christen in verschiedenen Ländern der Welt.
Der Beitrag eignet sich zur Diskussion über globale Kirche, Glaubenszeugnisse in Krisengebieten, Spiritualität als Kraftquelle und zur Reflexion über die Situation der Kirche in Deutschland. Auch für eine thematische Auseinandersetzung mit "authentischem Glaubensleben" oder interkulturellem Lernen im Religionsunterricht ist er sehr gut einsetzbar. In einem Interview der Sendung „Gesichter der Weltkirche“ berichtet Reinhard Backes, Projektreferent beim katholischen Hilfswerk Kirche in Not, von seinen Erfahrungen mit der katholischen Kirche in anderen Ländern – insbesondere in Krisengebieten wie Pakistan oder dem Gazastreifen. Er schildert, wie ihn Begegnungen mit Christ:innen in Armut, Diskriminierung oder existenzieller Bedrohung tief geprägt haben. Dort erlebt er einen lebendigen Glauben, der vom Gebet, der Eucharistie und einer starken Gemeinschaft getragen ist.
Backes betont, dass diese Erfahrungen seinen eigenen Glauben vertieft haben und ihn aus der mitteleuropäischen Komfortzone herausgeholt hätten. Für ihn ist die Projektarbeit nicht nur organisatorisch, sondern zutiefst geistlich – getragen durch das Gebet und das Vertrauen auf Gott.
Kritisch äußert er sich zur Situation der Kirche in Deutschland: Während hier häufig über Strukturfragen gestritten werde, sei das spirituelle Fundament oft schwach. Er fordert mehr gelebte Nächstenliebe, Respekt und Gebet – auch im Umgang mit gesellschaftlichen Konflikten. Besonders hebt er hervor, dass junge Christ:innen nicht ideologisiert, sondern auf der Suche nach authentischen Vorbildern im Glauben seien.
Er ermutigt dazu, mehr über den eigenen Horizont hinauszublicken – ob durch Reisen, Austausch oder Engagement. Seine zentrale Botschaft: Nur aus einem vertieften spirituellen Leben heraus kann Versöhnung, Dialog und gesellschaftliches Mitgestalten gelingen. Die Weltkirche könne hier eine inspirierende Kraftquelle sein.
Fragestellungen zum Video mit Antworten
Warum spricht Reinhard Backes von der Weltkirche als Bereicherung für den eigenen Glauben?
Er erlebt auf seinen Reisen, wie Menschen unter schwierigen Bedingungen ihren Glauben mit großer Überzeugung leben. Diese Erfahrungen stärken auch seinen eigenen Glauben und erweitern seinen Blick auf Kirche und Christsein.
Welche Bedeutung hat das Gebet im Gespräch?
Das Gebet wird als Grundlage des christlichen Lebens beschrieben. Es schenkt Kraft, hilft bei Versöhnung und verändert den Blick auf andere Menschen.
Welche Erfahrungen prägen Reinhard Backes besonders?
Vor allem Begegnungen mit Christinnen und Christen in Krisengebieten, die trotz Armut, Krieg oder Verfolgung Hoffnung bewahren und ihren Glauben leben.
Welche Aufgabe sieht Reinhard Backes für Christinnen und Christen?
Er betont, dass alle Christinnen und Christen Verantwortung für den Aufbau der Kirche tragen und ihren Glauben im Alltag glaubwürdig leben sollen.
Welche Unterschiede beschreibt er zwischen Deutschland und anderen Ländern?
In vielen Ländern erlebt er eine lebendige und junge Kirche mit einer starken Glaubenspraxis. In Deutschland beobachtet er dagegen häufig Diskussionen über organisatorische Fragen und eine geringere religiöse Praxis.
Welche Rolle spielt die Nächstenliebe im Video?
Sie wird als Ausdruck des christlichen Glaubens verstanden. Menschen sollen einander mit Respekt begegnen, füreinander beten und sich gegenseitig unterstützen.
Warum wird die Weltkirche als wichtig für den Religionsunterricht dargestellt?
Sie zeigt, dass Christsein weltweit sehr unterschiedlich gelebt wird und fördert Offenheit, Empathie sowie Verständnis für andere Lebenssituationen.
Welche Botschaft richtet Reinhard Backes besonders an junge Menschen?
Er ermutigt dazu, über den eigenen Horizont hinauszublicken, andere Länder und Kulturen kennenzulernen und den eigenen Glauben bewusst zu entdecken und zu vertiefen.
Welche Bedeutung haben Begegnungen mit Menschen aus anderen Ländern?
Sie fördern Verständnis, bauen Vorurteile ab und zeigen, wie unterschiedlich Menschen ihren Glauben leben und welche Herausforderungen sie bewältigen.
Welche zentrale Aussage bleibt am Ende des Videos besonders in Erinnerung?
Der christliche Glaube zeigt sich nicht nur in Worten, sondern vor allem im täglichen Handeln, im Gebet, in der Hoffnung und in der Bereitschaft, Verantwortung für andere Menschen und für die Weltkirche zu übernehmen.