Didaktisch kann zunächst bei Alltagserfahrungen der Lernenden angesetzt werden, etwa bei Ausgrenzung, Streit, Mobbing, Vorurteilen, Angst vor Fremdem oder dem Wunsch nach Zugehörigkeit. Von dort aus lässt sich die Frage entwickeln, was Menschen brauchen, um friedlich, sicher und anerkannt miteinander leben zu können. Methodisch bietet sich ein Einstieg über Begriffe wie Vertrauen, Sicherheit, Anerkennung, Würde und Vielfalt an. Die Lernenden können diese Begriffe mit eigenen Beispielen füllen und anschließend mit biblischen Impulsen wie der Gottebenbildlichkeit, der Nächstenliebe, der Fremdenliebe und der Feindesliebe verbinden. Besonders sinnvoll ist eine arbeitsteilige Erschließung der zentralen Gedanken: Eine Gruppe untersucht den Friedensbegriff, eine andere den Inklusionsbegriff, weitere Gruppen bearbeiten Menschenwürde, Differenz, Anerkennung, Solidarität und Veränderungsfähigkeit. Anschließend können die Ergebnisse in einem Schaubild zusammengeführt werden, das sichtbar macht, dass Frieden Inklusion braucht und Inklusion Frieden braucht. Für die ethische Urteilsbildung eignen sich Fallbeispiele aus Schule, Gesellschaft und Kirche, etwa der Umgang mit Menschen mit Behinderung, religiöser Vielfalt, Rassismus, Armut, Flucht, Geschlechterrollen oder sozialer Ausgrenzung. Rollenspiele, Perspektivwechsel, Schreibgespräche, Standbilder oder Diskussionsrunden helfen den Lernenden, sich in andere hineinzuversetzen und eigene Haltungen zu reflektieren. Wichtig ist, dass der Unterricht nicht nur Wissen vermittelt, sondern selbst als inklusiver und friedlicher Lernraum gestaltet wird. Dazu gehören respektvolle Sprache, Beteiligungsmöglichkeiten für alle, klare Gesprächsregeln, Sensibilität für Barrieren und die Einübung einer konstruktiven Konfliktkultur. Das Medium fördert religiöse Deutungskompetenz, Empathiefähigkeit, Perspektivwechsel, Anerkennungsfähigkeit, Solidarität und die Bereitschaft, ungerechte Verhältnisse wahrzunehmen und zu verändern.