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Y-Kollektiv Funk

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Funk

Wer ist hier behindert?

Veröffentlichung:14.12.2017

Das Video begleitet einen Reporter bei seinen ersten bewussten Begegnungen mit Menschen mit Behinderung und zeigt, wie Unsicherheit, Berührungsängste und eingeübte Sprachmuster nach und nach aufgebrochen werden. Im Zentrum stehen Begegnungen in einem Freizeittreff, beim gemeinsamen Spielen, beim Sport, im Alltag eines Studenten mit körperlicher Beeinträchtigung sowie auf einer inklusiven Veranstaltung. Dabei wird deutlich, dass Menschen mit Behinderung nicht auf ihre Einschränkungen reduziert werden können, sondern ganz unterschiedliche Interessen, Fähigkeiten, Lebensentwürfe und Beziehungen haben. Der Film macht sichtbar, wie stark Vorurteile und Distanz oft im Denken derjenigen entstehen, die wenig Kontakt mit behinderten Menschen haben. Zugleich zeigt er eindrücklich, dass echte Begegnung den Blick verändert, Sprache hinterfragt und einen normaleren, offeneren Umgang miteinander ermöglicht.

Ob Inklusion funktioniert oder nicht? Diese Frage kann unser Autor Hubertus Koch nicht beantworten. Er hat wie viele andere ein absolutes Nicht-Verhältnis zu Menschen mit Behinderung. In dieser Reportage sucht er die Begegnung mit ihnen - in der Disco, beim Uno und beim Fußballspielen. Er wird mit seinen Berührungsängsten konfrontiert und lässt kein Fettnäpfchen aus - seine Heimatstadt Köln sieht er mit Fokus auf die Barrierefreiheit plötzlich mit ganz anderen Augen.

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Für den Religionsunterricht eignet sich das Medium in besonderer Weise, um über Menschenwürde, Inklusion, Vorurteile und den Wert von Begegnung nachzudenken. Lernende können sich mit der Frage auseinandersetzen, wie Menschen vorschnell in Schubladen eingeordnet werden und welche Folgen dies für das Miteinander hat. Methodisch bietet sich zunächst eine behutsame Erschließung der persönlichen Eindrücke an, weil das Medium bewusst mit Unsicherheiten, verletzender Sprache und peinlichen Momenten arbeitet. In einem ersten Schritt können Lernende benennen, an welchen Stellen sich die Haltung des Reporters verändert und welche Begegnungen dabei besonders wichtig werden. Daran anschließend kann gemeinsam über Sprache gesprochen werden, etwa über Begriffe, die im Alltag abwertend benutzt werden, und darüber, warum ein sensibler Sprachgebrauch Ausdruck von Respekt ist. Ebenso sinnvoll ist eine Arbeit mit Perspektivwechseln, bei der Lernende Situationen aus Sicht verschiedener Beteiligter beschreiben, etwa aus Sicht des Reporters, eines Besuchers des Freizeittreffs oder eines Assistenten. Das Medium eröffnet außerdem einen wichtigen Zugang zur christlichen Vorstellung, dass jeder Mensch Würde besitzt und als Ebenbild Gottes anzusehen ist. Daraus lassen sich Gespräche über Teilhabe, Gerechtigkeit und die Verantwortung für ein inklusives Zusammenleben entwickeln. Besonders gewinnbringend ist eine Verbindung mit konkreten Handlungsimpulsen, etwa der Frage, wie Schule, Freizeit oder öffentliche Räume inklusiver gestaltet werden können. Auch kreative Methoden wie das Schreiben eines Briefes an das eigene frühere Ich, das Formulieren von Regeln für respektvolle Begegnung oder die Gestaltung einer Kampagne für mehr Inklusion sind hier sinnvoll. Das Medium verlangt insgesamt eine sensible Begleitung, bietet dafür aber großes Potenzial für nachhaltige Lernprozesse, weil es Kopf, Gefühl und eigene Haltung gleichermaßen anspricht.

Hessen

Hessen

Sekundarstufe I | Jahrgangsstufe 10

10.1 Verantwortung für das Leben. Menschenwürde und Gottesebenbildlichkeit.

Rheinland-Pfalz

Rheinland-Pfalz

Sekundarstufe I | Jahrgangsstufe 9

9.2 Nach Gerechtigkeit streben: Gleiche Lebensbedingungen für alle.

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