Das Unterrichtsmaterial erzählt die Lebensgeschichte und das Martyrium des mosambikanischen Katecheten Cypriano Michelo. Es beginnt mit der allgemeinen Feststellung, dass jeder Mensch instinktiv am Leben festhält, doch dass wahre Heiligkeit dort sichtbar wird, wo jemand den Tod annimmt, ohne anderen Leid zuzufügen.
Im historischen Hintergrund wird der Unabhängigkeitskrieg Mosambiks (bis 1975) und der anschließende, 17 Jahre dauernde Bürgerkrieg geschildert, in dem über eine Million Menschen starben und Millionen zu Flüchtlingen wurden. Christen litten unter Verfolgung, viele Missionare mussten das Land verlassen, und Katecheten übernahmen die Verantwortung für verstreute Gemeinden.
Cypriano wurde 1942 im muslimischen Norden Mosambiks geboren, besuchte eine katholische Missionsschule und ließ sich mit 15 Jahren taufen. Er gewann nach und nach auch seine Familie für den Glauben. Später gründete er selbst eine Familie mit sieben Kindern und führte ein arbeitsreiches Leben zwischen Feldarbeit, Gemeindeleitung, Katechese, Gottesdiensten, Seelsorge und Reisen. Er war bekannt für seine Geduld, seinen Humor, seine Hilfsbereitschaft und sein stilles, tiefes Glaubensleben. Täglich betete er mit seiner Familie und vermittelte Kindern den Glauben in ruhigen, verständlichen Gesprächen.
Cypriano war in seiner Region hoch angesehen. Er half Bedürftigen, förderte das gemeinsame Gebet und lebte selbst ein Beispiel von Demut, Opferbereitschaft und Treue zum Glauben. Obwohl er in einer muslimisch geprägten Umgebung lebte, pflegte er friedliche Beziehungen, hielt aber auch Spannungen und Intoleranz stand.
Im August 1984 wurde er Opfer des Bürgerkriegs. Guerillakämpfer suchten nach einem Parteisekretär und wurden zu seinem Haus geführt. Obwohl er die gesuchte Person kannte, verweigerte er die Denunziation, da dies den sicheren Tod des Mannes bedeutet hätte. Stattdessen schwieg er, betete noch einmal und erklärte, er sei bereit, das Schicksal anzunehmen. Er wurde mit Macheten brutal ermordet – mit 42 Jahren.
Sein Glaube gab ihm die Kraft, nicht zu verraten, sondern standhaft zu bleiben. Damit wurde er für viele zum Märtyrer, dessen Tod als Zeugnis der Nachfolge Christi verstanden wird: „Es gibt keine größere Liebe, als wenn einer sein Leben hingibt für seine Freunde.“
Bis heute gedenken Menschen in Mosambik jährlich seines Todes. Messen, Theaterstücke, sportliche und kulturelle Aktivitäten halten das Andenken lebendig – auch Muslime nehmen daran teil. Für sie wie für Christen gilt er als ein Mann mit reinem Herzen, der sein Leben opferte, um andere zu retten.
Cypriano Michelo wird von vielen bereits als Heiliger und Patron der Katecheten angesehen. Sein Beispiel zeigt, dass Heiligkeit nicht fern oder unerreichbar ist, sondern aus dem konkreten Leben von Brüdern und Schwestern hervorgeht, die Glauben, Geduld und Opferbereitschaft bezeugen. Seine Geschichte ist ein Aufruf, das Evangelium auch unter schwierigen Umständen konsequent zu leben.