Wie lässt sich Gesundheitsförderung in Schulen nachhaltig umgestalten? Der Beitrag argumentiert aus einer kritischen erziehungswissenschaftlichen Perspektive, dass gegenwärtige schulische Maßnahmen zur Gesundheitsförderung zwar zahlreich und gut gemeint sind – doch ihnen ein entscheidender Blick verloren gegangen ist: die visionäre Dimension globaler Transformation, wie sie in der Agenda 2030 der Vereinten Nationen formuliert wurde. Während Bund und Länder seit Jahren auf Operationalisierung und spezifische Maßnahmen in Bereichen wie Ernährung, Bewegung und Suchtprävention setzen, dominiert eine pragmatische Rhetorik der „Herstellbarkeit" von Gesundheit. Der Text plädiert dagegen für eine „GesundheitsBILDUNG" – eine Gesundheitspädagogik dritter Ordnung, die reflexiv mit ihren tragenden Begriffen umgeht und emanzipatorische sowie nachhaltige Perspektiven stärkt. Zentraler Ansatz ist die RAVA-Strategie (Reflexive & Visionary Action Strategy), die implizite und eingebettete Formen der Gesundheitsförderung mit partizipationsorientierten Bildungsprozessen verbindet. Besondere Aufmerksamkeit wird dabei der Lehrerfort- und -ausbildung geschenkt: Innovative Elemente wie die Bearbeitung gesundheitsbezogener Mythen sollen helfen, kulturgeschichtliche und persönliche Verständnisse von Gesundheit und Krankheit zu hinterfragen und neu zu perspektivieren. Der Beitrag zeigt, dass „Gesundheit" und „Bildung" sich als widerständig gegenüber linearen politischen Steuerungskonzepten erweisen und stets eine Neuorientierung des Denkens und Handelns erfordern – nicht als Disqualifizierung bestehender Maßnahmen, sondern als notwendige Ergänzung um einen bildenden, transformativen Charakter.