Für den Religionsunterricht eignet sich das Medium besonders für Unterrichtseinheiten zu Gerechtigkeit, Geld, Besitz, Konsum, Verantwortung und Reich Gottes. Da das Gleichnis vom klugen Verwalter für Lernende zunächst irritierend sein kann, sollte diese Irritation bewusst als Ausgangspunkt genutzt werden. Nach der ersten Lektüre von Lk 16,1 bis 13 können die Lernenden spontan formulieren, was sie an der Geschichte überrascht, ärgert oder überzeugt und ob sie den Verwalter als Vorbild betrachten würden. Diese Fragen sind bereits im Material angelegt. Anschließend empfiehlt sich eine genaue Untersuchung der Handlung. Die Lernenden können herausarbeiten, welches Problem der Verwalter hat, welche Entscheidung er trifft, wem sein Handeln nutzt und weshalb seine Klugheit gelobt wird. Wichtig ist dabei die Differenzierung zwischen dem Verhalten des Verwalters und seiner Zielstrebigkeit. Dadurch lässt sich verhindern, dass das Gleichnis lediglich als Rechtfertigung unehrlichen Handelns verstanden wird. Für leistungsstärkere Lerngruppen bietet sich eine Einordnung in den größeren Zusammenhang von Lk 15 bis Lk 17 an. Besonders produktiv ist ein Vergleich zwischen dem klugen Verwalter und dem reichen Mann aus der Erzählung vom armen Lazarus. Die Lernenden können beide Figuren in einer Tabelle gegenüberstellen und untersuchen, wie unterschiedlich sie mit Besitz und Verantwortung umgehen. Für die weitere Erschließung kann das Bild „Die Anbetung des Mammon“ auf Seite 3 zunächst ohne Titel präsentiert werden. Die Lernenden beschreiben Personen, Gestik, Körperhaltung und mögliche Machtverhältnisse und entwickeln anschließend einen eigenen Titel. Erst danach wird die Verbindung zu Lk 16 hergestellt. Auf diese Weise kann die abstrakte Vorstellung, dass Menschen dem Geld dienen können, anschaulich erschlossen werden. Daran schließen sich Fragen nach dem eigenen Konsum an. Das Medium nennt dafür Kriterien wie Qualität, Umweltverträglichkeit, faire Produktion, Verzicht und Großzügigkeit. Methodisch bietet sich eine Positionierung im Raum an, bei der die Lernenden zu Aussagen über Geld, Eigentum, Konsum und Gerechtigkeit Stellung beziehen und ihre Entscheidung begründen. Ebenso kann eine Fallarbeit durchgeführt werden, bei der unterschiedliche Kaufentscheidungen beurteilt werden. Für die gesellschaftliche Aktualisierung kann Seite 4 eingesetzt werden. Dort verbindet das Material günstigen Konsum mit problematischen Arbeitsbedingungen in der weltweiten Produktion. Da die dort genannten Beispiele aus dem Entstehungskontext des Mediums stammen und teilweise deutlich älter sind, sollten sie im Unterricht vor allem als historische Beispiele für globale Produktionszusammenhänge behandelt und gegebenenfalls durch aktuelle, gesicherte Fälle ergänzt werden. Die Lernenden können daraus Kriterien für verantwortliches Konsumverhalten entwickeln und diskutieren, wie weit individuelle Verantwortung reicht und welche Verantwortung Unternehmen, Politik und Gesellschaft tragen. Als Ergebnissicherung eignet sich die Formulierung persönlicher und gesellschaftlicher Regeln für einen verantwortlichen Umgang mit Geld. Möglich ist auch ein Schreibauftrag aus der Perspektive des Verwalters oder eine kurze Stellungnahme zur Aussage „Ihr könnt nicht beiden dienen, Gott und dem Mammon“. Die Fürbitte auf Seite 4 kann am Ende als spiritueller Impuls gelesen und anschließend in eigene Bitten der Lernenden zu Gerechtigkeit, Verantwortung und Zukunft übertragen werden. Damit verbindet das Medium biblisches Lernen mit ethischer Urteilsbildung und ermöglicht den Lernenden, die Botschaft von Lk 16 auf wirtschaftliche und alltägliche Entscheidungen zu beziehen.