Das Audio eignet sich für den Religionsunterricht in der Sekundarstufe I und in der Sekundarstufe II. Es lässt sich in Unterrichtseinheiten zu Schöpfung, Menschenbild, Tierethik, christlicher Symbolik, biblischen Erzählungen, Franziskus von Assisi und Bewahrung der Schöpfung einsetzen. Durch die zahlreichen Tiere und anschaulichen Geschichten bietet das Medium auch Lernenden mit wenig religiösem Vorwissen einen gut zugänglichen Einstieg.
Als Hinführung können Abbildungen einer Schlange, eines Lammes, einer Taube, eines Fisches, eines Hahns, eines Löwen und eines Adlers gezeigt werden. Die Lernenden äußern Vermutungen, welche Bedeutung diese Tiere im Christentum besitzen könnten. Anschließend ordnen sie den Tieren mögliche Begriffe wie Frieden, Gefahr, Opfer, Wachsamkeit, Stärke, Christus, Evangelium und Versuchung zu. Die Zuordnungen werden nach dem Hören überprüft.
Eine weitere Möglichkeit besteht darin, Redewendungen mit Tieren zu sammeln. Beispiele sind arm wie eine Kirchenmaus, ein Wolf im Schafspelz, ein verlorenes Schaf, lammfromm oder seinen Hahn nach dem Wind drehen. Die Lernenden untersuchen, welches Tierbild jeweils vermittelt wird und ob dieses Bild dem tatsächlichen Verhalten des Tieres entspricht. Dadurch wird deutlich, dass Tiere in Sprache und Religion häufig menschliche Eigenschaften symbolisieren.
Vor dem Hören sollten die Begriffe Symbol, Metapher, Gleichnis, Schöpfung, Mitgeschöpf, Herrschaftsauftrag und Tierethik geklärt werden. Die Lernenden müssen zwischen einem realen Tier und seiner symbolischen Bedeutung unterscheiden können. Ein Löwe kann in einem biblischen Text für Gefahr stehen, in einem anderen Zusammenhang aber Macht, Mut oder Christus darstellen.
Das Audio sollte aufgrund der Vielzahl an Beispielen abschnittsweise gehört werden. Beim ersten Hören sammeln die Lernenden alle genannten Tiere. Beim zweiten Hören notieren sie die jeweilige biblische Erzählung oder christliche Legende. Beim dritten Hören erfassen sie die symbolischen Bedeutungen. Ein Hörbogen kann die Kategorien Tier, Text oder Legende, Bedeutung, positive Deutung und negative Deutung enthalten.
Für die Ergebnissicherung erstellen die Lernenden ein Tierlexikon des Christentums. Jeder Eintrag enthält eine kurze Beschreibung des Tieres, die biblische oder kirchengeschichtliche Herkunft des Symbols sowie seine religiöse Bedeutung. Das Lexikon kann schriftlich, digital oder als Audioprojekt gestaltet werden. Wichtig ist eine deutliche Unterscheidung zwischen biblischen Texten, späteren Legenden und gegenwärtigen Deutungen.
Die beiden Schöpfungserzählungen der Genesis bieten eine vertiefende Erarbeitung. Die Lernenden vergleichen Reihenfolge, Menschenbild und Verhältnis zwischen Menschen und Tieren. Im ersten Bericht werden Tiere vor dem Menschen erschaffen und der Mensch erhält einen Herrschaftsauftrag. Im zweiten Bericht gibt der Mensch den Tieren Namen. Die Lernenden untersuchen, ob Benennung und Herrschaft Besitz, Verantwortung oder Beziehung ausdrücken.
Besondere Aufmerksamkeit verdient die Formulierung, der Mensch solle sich die Erde untertan machen. Die Lernenden können verschiedene Deutungen vergleichen. Eine Deutung versteht Herrschaft als umfassende Verfügungsgewalt über Tiere und Natur. Eine andere versteht sie nach dem Vorbild verantwortlicher Fürsorge als Auftrag zu Pflege, Schutz und Bewahrung. Die historische Lebenswelt von Viehzüchtern kann helfen zu erkennen, dass Herrschaft damals auch die Versorgung und den Schutz von Tieren einschloss.
Für eine ethische Vertiefung können gegenwärtige Fragen der Tierhaltung behandelt werden. Geeignet sind Fleischkonsum, Massentierhaltung, Tierversuche, Haustierhaltung, Jagd, Artenschutz und die Zerstörung natürlicher Lebensräume. Die Lernenden wenden Kriterien wie Leidensfähigkeit, Eigenwert, Verantwortung, Nutzen, Notwendigkeit und Nachhaltigkeit auf konkrete Fälle an. Dabei sollte eine vorschnelle moralische Verurteilung persönlicher Lebensweisen vermieden werden.
Eine Gruppenarbeit kann unterschiedliche Tiere und ihre Bedeutungen erschließen. Eine Gruppe beschäftigt sich mit der Schlange, eine zweite mit Lamm und Schaf, eine dritte mit Rabe und Taube, eine vierte mit Fisch und Hahn und eine fünfte mit dem Löwen. Jede Gruppe präsentiert die zugehörigen Texte und erklärt, warum dasselbe Tier unterschiedliche oder sogar gegensätzliche Bedeutungen erhalten kann.
Die Schlange eignet sich besonders für eine kritische Auseinandersetzung mit religiöser Bildtradition. Der biblische Text spricht nur von einer Frucht und nennt keinen Apfel. Die Lernenden können untersuchen, wie Kunst, Übersetzung und kulturelle Gewohnheit das kollektive Bild vom Paradies geprägt haben. So wird deutlich, dass verbreitete religiöse Vorstellungen nicht immer unmittelbar im biblischen Text stehen.
Das Lamm eröffnet einen Zugang zur Christologie. Die Lernenden untersuchen die Bezeichnungen Lamm Gottes und guter Hirte. Dabei ist zu fragen, welche Eigenschaften des Lammes auf Jesus übertragen werden und wie das Bild von Hingabe, Schutz und Erlösung zu verstehen ist. Ergänzend kann diskutiert werden, ob die Vorstellung einer Gemeinde als Herde für heutige Lernende noch verständlich und angemessen ist.
Die Arche Noah und die Taube ermöglichen eine Verbindung von Bibel, Symbolik und Friedensethik. Die Lernenden verfolgen den Weg von der Taube mit dem Olivenzweig bis zu ihrer heutigen Verwendung als Friedenssymbol. Anschließend gestalten sie ein eigenes Symbol für Frieden, das ein Tier oder ein anderes Element der Schöpfung verwendet.
Der Hahn kann über die Erzählung von Petrus erschlossen werden. Die Lernenden untersuchen Verleugnung, Angst, Schuld und die Möglichkeit eines Neuanfangs. Das Symbol des Hahns auf Kirchtürmen kann dabei als Erinnerung an Wachsamkeit, menschliches Versagen und Umkehr gedeutet werden.
Beim Löwen sollten seine gegensätzlichen Bedeutungen herausgearbeitet werden. Er kann den bedrohlichen Widersacher symbolisieren, zugleich aber für Stärke, Christus, den Evangelisten Markus oder den Stamm Juda stehen. Die Legende von Hieronymus zeigt den Löwen außerdem als verletztes und hilfsbedürftiges Geschöpf, das durch Fürsorge zahm wird.
Franziskus von Assisi eignet sich für eine handlungsorientierte Vertiefung. Die Lernenden untersuchen seine Wahrnehmung von Tieren als Mitgeschöpfe und vergleichen sie mit gegenwärtigen Positionen des Tierschutzes. Ausgehend vom Sonnengesang können sie ein eigenes Loblied auf bedrohte Tiere, Pflanzen oder Lebensräume verfassen. Ebenso können konkrete Handlungsmöglichkeiten für Tier und Naturschutz in Schule und Alltag entwickelt werden.
Der päpstliche Gedanke vom Eigenwert der Tiere sollte ausführlich erörtert werden. Tiere besitzen danach nicht nur einen Wert, weil sie Menschen Nahrung, Arbeit, Gesellschaft oder wirtschaftlichen Nutzen bieten. Sie haben als Geschöpfe einen eigenen Wert. Die Lernenden können prüfen, welche Folgen diese Aussage für Konsum, Landwirtschaft, Haustierhaltung und Naturschutz haben müsste.
Als Lernprodukt eignet sich eine Ausstellung mit dem Titel Tiere erzählen vom Glauben. Die Lernenden gestalten Stationen zu verschiedenen Tieren, an denen Bibeltexte, Symbole, Bilder, Erklärungen und gegenwärtige ethische Fragen miteinander verbunden werden. Alternativ kann ein eigener Audiobeitrag zu einem Tier im Christentum produziert werden.
Zur abschließenden Urteilsbildung verfassen die Lernenden eine Antwort auf die Frage, ob Menschen Herren, Hüter oder Mitgeschöpfe der Tiere sind. Eine differenzierte Antwort sollte die besondere Verantwortung des Menschen, den Eigenwert der Tiere und die Grenzen menschlicher Nutzung berücksichtigen. Als Bewertungskriterien eignen sich fachliche Genauigkeit, sorgfältige Bibelauslegung, begründete ethische Urteile und eine angemessene Verwendung religiöser Symbole.
Didaktisch kann der Text genutzt werden, um zentrale biblische Erzählungen miteinander zu verknüpfen und deren Wirkungsgeschichte sichtbar zu machen. Methodisch bietet sich eine arbeitsteilige Erschließung an, bei der Gruppen jeweils ein Tier untersuchen und dessen biblische, symbolische und heutige Bedeutung herausarbeiten. Anschließend können die Ergebnisse in einer Galerie, einem Lernplakat oder einer digitalen Präsentation zusammengeführt werden. Besonders gewinnbringend ist ein Vergleich zwischen biblischen Herrschaftsvorstellungen und heutigen Fragen des Tierwohls, der Schöpfungsverantwortung und der ökologischen Ethik. Lernende können diskutieren, ob der Mensch eher Herrscher, Hüter oder Hirte der Schöpfung ist. Kreative Zugänge wie das Gestalten eines eigenen christlichen Tiersymbols, das Schreiben eines modernen Sonnengesangs oder die Bildanalyse mittelalterlicher und moderner Darstellungen fördern eine vertiefte Auseinandersetzung. Lehrkräfte sollten zentrale Bibelstellen auswählen und den umfangreichen Text gegebenenfalls kürzen, damit Lernende die vielen Bezüge nicht nur sammeln, sondern theologisch deuten können.
Fragestellungen zum Audio mit Antworten
Frage 1: Welches Thema behandelt das Audio?
Das Audio untersucht Tiere in biblischen Erzählungen, christlichen Symbolen und mittelalterlichen Legenden. Zugleich fragt es nach der Verantwortung des Menschen für Tiere und die gesamte Schöpfung.
Frage 2: Warum steht Franziskus von Assisi im Mittelpunkt des Beitrags?
Sein Gedenktag am 4. Oktober ist zugleich der Welttierschutztag. Franziskus betrachtete Tiere und Pflanzen als Mitgeschöpfe und begegnete ihnen mit besonderer Achtung.
Frage 3: Welche Frucht aßen Adam und Eva nach dem biblischen Text?
Der biblische Text nennt lediglich eine Frucht. Dass es sich um einen Apfel gehandelt habe, gehört zur späteren Bildtradition. Zeitweise wurde auch eine Feige oder Banane vermutet.
Frage 4: Welche Rolle besitzt die Schlange in der Paradieserzählung?
Die Schlange bringt die Frau dazu, Gottes Verbot zu hinterfragen und von der Frucht zu essen. In der späteren christlichen Tradition wird sie häufig mit Versuchung, Sünde und dem Bösen verbunden.
Frage 5: Wie unterscheiden sich die beiden Schöpfungserzählungen?
Im ersten Schöpfungsbericht erschafft Gott die Tiere vor den Menschen und beauftragt die Menschen mit der Herrschaft über die Erde. Im zweiten Bericht werden die Tiere dem Menschen zugeführt, damit er ihnen Namen gibt. Erst danach wird die Frau geschaffen.
Frage 6: Was kann der Herrschaftsauftrag bedeuten?
Er kann als Auftrag zu verantwortlicher Fürsorge verstanden werden. Menschen dürfen Tiere und Natur nicht beliebig ausbeuten, sondern sollen sie schützen, pflegen und ihre Lebensgrundlagen bewahren.
Frage 7: Warum wird Jesus als Lamm Gottes bezeichnet?
Das Lamm steht für Hingabe, Unschuld und Opfer. Die Bezeichnung deutet Jesu Tod als eine Hingabe, durch die Schuld überwunden und Versöhnung ermöglicht wird.
Frage 8: Was bedeutet das Bild vom guten Hirten?
Jesus wird als jemand dargestellt, der seine Gemeinschaft kennt, schützt und für sie Verantwortung übernimmt. Das Bild betont Fürsorge, Vertrauen und die Bereitschaft zur Hingabe.
Frage 9: Welche Tiere spielen in der Geschichte von Noah eine besondere Rolle?
Noah lässt zunächst einen Raben und danach Tauben fliegen. Eine Taube kehrt mit einem Olivenzweig zurück. Dies zeigt, dass das Wasser zurückgeht und neues Leben auf der Erde möglich wird.
Frage 10: Warum gilt die Taube mit dem Olivenzweig als Friedenssymbol?
Sie kündigt nach der Sintflut das Ende der Katastrophe und einen neuen Anfang an. Später wurde sie zu einem allgemeinen Zeichen für Frieden, Hoffnung und Versöhnung.
Frage 11: Welche Bedeutung besitzt der Fisch im Christentum?
Der Fisch erinnert an die ersten Jünger, von denen einige Fischer waren. Jesus beruft sie dazu, Menschen für seine Botschaft zu gewinnen. Der Fisch wurde außerdem zu einem Erkennungszeichen des frühen Christentums.
Frage 12: Warum befindet sich auf vielen Kirchtürmen ein Hahn?
Der Hahn erinnert an Petrus. Dieser verleugnet Jesus dreimal, bevor der Hahn kräht. Das Tier kann deshalb als Zeichen für Wachsamkeit, menschliches Versagen und Umkehr verstanden werden.
Frage 13: Welche unterschiedlichen Bedeutungen besitzt der Löwe?
Der Löwe kann Gefahr, Gewalt und den Widersacher symbolisieren. Gleichzeitig steht er für Mut, Kraft, Christus, den Stamm Juda und den Evangelisten Markus.
Frage 14: Welche Geschichte wird über Hieronymus und den Löwen erzählt?
Ein verletzter Löwe kommt in das Kloster. Während die anderen fliehen, behandelt Hieronymus seine verwundete Pfote. Der Löwe wird zahm und lebt anschließend bei der Gemeinschaft.
Frage 15: Welche Tiere sind den vier Evangelisten zugeordnet?
Matthäus wird durch einen Menschen dargestellt, Markus durch einen Löwen, Lukas durch einen Stier und Johannes durch einen Adler. Diese Zuordnung entwickelte sich aus biblischen Visionen und ihrer späteren christlichen Deutung.
Frage 16: Wie verhielt sich Franziskus von Assisi gegenüber Tieren?
Nach den überlieferten Legenden predigte er den Vögeln, schützte Würmer vor dem Zertreten und sorgte im Winter für Bienen. Er bezeichnete Tiere als seine Brüder und erkannte sie als Mitgeschöpfe an.
Frage 17: Was bedeutet der Eigenwert der Tiere?
Tiere besitzen nicht nur deshalb Wert, weil sie Menschen nutzen. Sie haben als Lebewesen und Geschöpfe eine eigene Bedeutung, die menschliche Interessen begrenzt und zu einem verantwortlichen Umgang verpflichtet.
Frage 18: Widerspricht Tierschutz dem biblischen Herrschaftsauftrag?
Nicht notwendig. Wenn Herrschaft als fürsorgliche Verantwortung verstanden wird, fordert der biblische Auftrag gerade den Schutz der Tiere und die Bewahrung ihrer Lebensräume.
Frage 19: Welche Vision beschreibt der Prophet Jesaja?
Jesaja beschreibt eine friedliche Welt, in der Raubtiere und Beutetiere zusammenleben. Wolf und Lamm, Panther und Böckchen, Löwe und Rind bedrohen einander nicht mehr. Das Bild steht für umfassenden Frieden.
Frage 20: Welche abschließende Frage stellt das Audio an den Menschen?
Der Beitrag fragt, ob Menschen die Erde nur aus eigenem Interesse schützen oder ob sie sich als verantwortliche Hüter einer Schöpfung verstehen, die ihnen nicht allein gehört.