Christian Lange analysiert die kirchengeschichtliche Bedeutung des Konzils von Nicaea (325 n.Chr.) im Kontext gegenwärtiger Religionspädagogik. Zentral ist die veränderte Lebenswirklichkeit von Lernenden und Lehrenden: Während die kirchliche Sozialisation in Deutschland abnimmt, steigen die Schülerzahlen aus orthodoxen, muslimischen und religionslosen Milieus. Das Konzil gewinnt daher neue Aktualität aus drei Gründen: Es formulierte das Glaubensbekenntnis der frühen Kirche (Expositio Fidei), etablierte die patriarchale Verfassung östlicher Kirchen durch Regelungen zu Bischofsprivilegien und vereinheitlichte die Osterfeier. Der Anlass des Konzils war ein theologischer Disput zwischen dem Presbyter Arius und Bischof Alexander von Alexandria über die Natur des Logos und die Auslegung von Sprüche 8,22. Arius verstand den Logos als Geschöpf des Vaters, während Alexander und sein Berater Athanasius die Wesensgleichheit (Homoousios) vertraten. Kaiser Konstantin berief das Konzil ein, um diese Kontroverse zu schlichten. Auf dem Konzil setzte sich Alexanders theologische Position durch: Der Logos wird als ungeworden und wesenseins mit dem Vater definiert, Arius' Lehre wird in den Anathemata explizit verdammt. Der Artikel skizziert auch die unterschiedliche Rezeptionsgeschichte des Konzils und verweist auf ökumenische Initiativen, die das 1.700-Jahres-Jubiläum 2025 nutzen wollen, um einen gemeinsamen Ostertermin zu vereinbaren.