Das Video untersucht verschiedene religiöse und philosophische Deutungen von Erlösung und Opfer. Ausgangspunkt sind drei klassische Erlösungsmodelle, die in der christlichen Tradition eine bedeutende Rolle spielen. Das Modell der Kompensation versteht das Opfer als Ausgleich für die Tatsache, dass Leben von anderem Leben lebt. Das Modell der Satisfaktion deutet das Opfer als Sühne für menschliche Schuld und verbindet dies mit der Vorstellung, dass Gott selbst die Versöhnung zwischen Gott und Mensch ermöglicht. Das dritte Modell der Läuterung versteht das Leiden und Sterben Christi als eine Erfahrung, die Mitgefühl hervorruft und Menschen innerlich verwandelt. Das Video zeigt, dass diese Modelle die christliche Tradition bis heute prägen und sich häufig miteinander verbinden. Darüber hinaus werden philosophische Bezüge zu Arthur Schopenhauer hergestellt, dessen Ethik des Mitgefühls als moderne Form einer Erlösungsvorstellung interpretiert wird. Schopenhauer versteht Erlösung als Befreiung aus der Verengung auf das eigene Ich und als Erfahrung einer tiefen Verbundenheit mit allen Lebewesen. Schließlich werden Verbindungen zu hinduistischen, buddhistischen und mystischen Traditionen aufgezeigt, in denen Erlösung ebenfalls als Überwindung von Trennung und Egoismus verstanden wird.
Dieses Video thematisiert das christliche Erlösungsopfer. Die Sünde aller Generationen ist so groß, dass Gott einspringt, um die Menschen mit sich zu versöhnen. Dies wird als Satisfaktionsethik bezeichnet. Jesu Opfer erweckt das Mitgefühl der Menschen und öffnet so den Zugang zur Liebe zu Gott und darüber die Liebe zum Mitmenschen.
Christentum, Judentum und Islam bezeichnen sich als Erlösungsreligionen und meinen damit im Wesentlichen die Befreiung von Leid und Krankheit, von Gefangenheit und Gebundenheit, von Sünde und Tod. Dabei geht es auch um Begriffe wie Ewigkeit, Zeit, Opfer und Mitgefühl.
Erlöst sein wird verstanden als bei oder in Gott zu sein. Lässt sich dieser Zustand durch Liebe oder durch Mitleid erlangen? Oder durch Überwindung des Leidens?
In den asiatischen Denkvorstellungen des Hinduismus und Buddhismus versteht man Erlösung mehr als die Befreiung aus dem eigenen Ich hin zu einer Erfahrung der Einheit mit allen Wesen. Dieser Ansatz findet sich aber auch in der Mystik der westlichen Religionen.
Die unterschiedlichen Fragen der Religionen führen zu unterschiedlichen Antworten, oft als Hoffnung oder Erwartung formuliert. Aber sie kreisen alle um dieselbe Thematik, wie diese Vorlesung eindringlich aufzeigt.