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Eulenfisch

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Heiliger Kevin, heilige Sabine, heilige Lena

Veröffentlichung:1.1.2017

Der Fachartikel ist im Heft ru-heute unter dem Titel „“ erschienen und umfasst ca. 4 Seiten.

Der Beitrag zeigt, wie das Thema Heiligkeit im Religionsunterricht der Grundschule verständlich vermittelt werden kann. Ausgangspunkt ist die biblische Aussage, dass jeder Mensch von Gott geliebt und daher „heilig“ bzw. besonders ist. Der Artikel behandelt dabei vor allem die theologischen Fragen nach der Bedeutung von Heiligkeit in Bibel, Judentum und Christentum, nach der Nachfolge Jesu im Alltag sowie nach der pädagogischen Vermittlung dieser Botschaft an Kinder.

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Der Artikel beschäftigt sich mit der Frage, wie das Thema Heiligkeit im Religionsunterricht der Grundschule vermittelt werden kann. Ausgangspunkt ist eine Unterrichtsszene, in der eine Religionslehrerin über Paulus und seine Briefe spricht. Paulus spricht die christlichen Gemeinden als Heilige an. Dadurch wird deutlich, dass Heiligkeit ursprünglich nicht nur außergewöhnliche Glaubensgestalten bezeichnet, sondern alle Menschen, die zu Gott gehören. Ein Lernender erkennt daraus, dass auch die Kinder selbst heilig genannt werden können. Diese Erfahrung führt zu der Einsicht, dass jeder Mensch etwas Besonderes und von Gott geliebt ist.

Der Begriff heilig hat seinen Ursprung im Hebräischen und bedeutet getrennt sein, anders sein und besonders sein. In der jüdischen Tradition zeigt sich dies beispielsweise im Begriff Kiddusch. Dabei wird der Sabbat durch einen Segensspruch über Wein geheiligt und der Alltag von einer besonderen Zeit unterschieden. Auch bei der jüdischen Hochzeit wird die Verbindung zwischen zwei Menschen als Heiligung verstanden, weil sie füreinander etwas Besonderes sind. Heiligkeit erinnert daher daran, dass Menschen gesegnet sind und einen besonderen Wert besitzen.

In der Bibel wird der Begriff heilig sowohl für Gott als auch für das Volk Gottes verwendet. Im Neuen Testament gilt dies ebenfalls für Jesus und für Menschen, die ihm nachfolgen. Heiligkeit bedeutet in diesem Zusammenhang ein Leben, das sich an Gottes Weisungen orientiert und dadurch eine besondere Qualität erhält.

Im Judentum spielt der Begriff Kiddusch Haschem eine zentrale Rolle. Damit ist die Heiligung des Namens Gottes gemeint. Sie geschieht durch ein Leben nach den Geboten Gottes, durch ehrliches und respektvolles Verhalten und durch Treue zum Glauben. In extremen Situationen konnte diese Treue sogar bis zum Martyrium führen.

Auch im christlichen Verständnis steht die Heiligung des Namens Gottes im Mittelpunkt. Jesus verkündet, dass Gottes Gegenwart dort erfahrbar wird, wo Menschen einander helfen, füreinander sorgen und in Liebe handeln. Wenn Menschen so leben wie Jesus, kann bereits auf der Erde etwas vom Himmel erfahrbar werden. Christliches Leben orientiert sich daher an Werten wie Mitgefühl, Achtsamkeit, Nächstenliebe, Solidarität und Verantwortung für die Schöpfung.

Diese Nachfolge Jesu ist jedoch nicht einfach, weil Menschen immer wieder selbst entscheiden müssen, was in einer konkreten Situation richtig ist. Biblische Geschichten wie die Erzählung vom barmherzigen Samariter oder die Begegnung Jesu mit Martha und Maria zeigen unterschiedliche Wege, wie Menschen Gottes Weisungen im Alltag leben können. Manchmal bedeutet dies, aktiv zu helfen, manchmal auch innezuhalten und zuzuhören.

Für Kinder kann diese Frage nach richtigem Handeln im Alltag besprochen werden. Lernende können überlegen, wie sie in der Schule, in der Familie oder beim Spielen handeln sollen und wie sie erkennen können, was gut oder schlecht ist.

Ein wichtiger Aspekt für die religiöse Bildung sind Vorbilder. Kinder orientieren sich stark an den Menschen in ihrem Umfeld. Eltern, Lehrpersonen und andere Bezugspersonen prägen durch ihr Verhalten die Haltung der Kinder. Deshalb ist es wichtig, dass Erwachsene glaubwürdig zeigen, was ihnen wichtig ist.

Im Religionsunterricht können deshalb auch Heilige als Vorbilder vorgestellt werden. Geschichten über bekannte Heilige wie Martin, Elisabeth, Barbara, Nikolaus oder Lucia zeigen, wie Menschen ihren Glauben im Alltag gelebt haben. Gleichzeitig sollen diese Geschichten Lernende dazu anregen, über ihre eigenen Fähigkeiten und Eigenschaften nachzudenken. Sie können überlegen, was sie besonders macht und wie sie ihre Stärken für andere einsetzen können.

Eine praktische Übung besteht darin, dass Kinder den Satz formulieren: Ich bin von Gott geliebt. Dieser Satz kann auf einen Zettel geschrieben und in einer gemeinsamen symbolischen Gestaltung im Klassenraum sichtbar gemacht werden. Solche Rituale stärken das Selbstwertgefühl der Lernenden und verdeutlichen die Botschaft, dass jeder Mensch wertvoll ist.

Weitere didaktische Möglichkeiten sind Übungen zur Achtsamkeit und Stille. Lernende können lernen, auf ihre Sinne zu achten, Geräusche wahrzunehmen oder bewusst zu atmen. Solche Übungen helfen, sich selbst besser wahrzunehmen und zur Ruhe zu kommen.

Auch die Beschäftigung mit eigenen Gefühlen ist wichtig. Wenn Lernende ihre Gefühle erkennen, benennen und ausdrücken können, stärkt dies ihr Selbstbewusstsein. Lehrpersonen spielen dabei eine wichtige Rolle, weil ihre Rückmeldungen das Selbstbild der Kinder prägen.

Der Artikel betont außerdem die Bedeutung von Ritualen im Alltag. Durch einen Rhythmus von Morgen und Abend können Lernende erfahren, dass jeder Tag eine eigene Bedeutung hat und im Glauben gestaltet werden kann.

Darüber hinaus gehört zur Heiligkeit auch der achtsame Umgang mit anderen Menschen. Kinder können lernen, einander positive Rückmeldungen zu geben und ein gutes Miteinander in der Klasse zu entwickeln. Regeln für das Zusammenleben können gemeinsam erarbeitet werden.

Ein weiterer wichtiger Bereich ist die Verantwortung für die Schöpfung. Am Beispiel von Franz von Assisi können Lernende über die Beziehung zwischen Mensch, Natur und Gott nachdenken und eine Haltung der Achtung gegenüber Tieren und Umwelt entwickeln.

Insgesamt zeigt der Artikel, dass das Thema Heiligkeit im Religionsunterricht viele Möglichkeiten bietet. Heiligkeit bedeutet nicht nur außergewöhnliche religiöse Leistungen, sondern beschreibt die Würde jedes Menschen. Die Zusage Gottes lautet, dass jeder Mensch etwas Besonderes ist. Diese Botschaft kann bereits in der Grundschule vermittelt werden und Lernende dazu ermutigen, ihr Leben bewusst und verantwortungsvoll zu gestalten.

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Bibel und Tradition (Hessen | Primarstufe 3/4).

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