Didaktisch eignet sich das Medium besonders für Unterrichtseinheiten zu Nächstenliebe, Diakonie, Heiligkeit und christlicher Verantwortung in der Welt. Methodisch kann es als biografischer Zugang eingesetzt werden, um abstrakte Begriffe wie Barmherzigkeit oder Caritas zu konkretisieren. Empfehlenswert ist ein Einstieg über Leitfragen wie: „Wer sind heute die Ärmsten?“ oder „Was heißt es, im Alltag barmherzig zu handeln?“ Nach der Rezeption des Mediums bietet sich eine strukturierende Sicherung an, etwa durch ein Tafelbild zu Motivation, Handeln und Wirkung von Mutter Teresa. In der Vertiefung können Schüler*innen Spannungsfelder diskutieren, z. B. zwischen Bewunderung und Kritik, zwischen persönlicher Frömmigkeit und gesellschaftlicher Verantwortung. Besonders fruchtbar ist ein Transfer in die Lebenswelt der Lernenden: Wo begegnen mir Leid und Ausgrenzung, und was kann christliches Handeln dort bedeuten? Theologisch lässt sich Mutter Teresa als Beispiel gelebter Nachfolge Jesu deuten, die zeigt, dass Glaube nicht nur bekannt, sondern praktiziert wird.
Im Religionsunterricht kann das Video als Einstieg in die Themen Nächstenliebe, Heiligkeit, christliche Vorbilder, Armut, Menschenwürde und soziale Verantwortung eingesetzt werden. Es eignet sich besonders, um zu untersuchen, wie religiöse Überzeugungen das Handeln eines Menschen beeinflussen können. Vor dem Ansehen können die Lernenden Vermutungen dazu äußern, was ein christliches Vorbild auszeichnet und wie sich der Glaube im Alltag zeigen kann. Während des Videos können sie wichtige Lebensstationen, religiöse Motive, Formen der Hilfe und zentrale Wertbegriffe notieren. Anschließend kann gemeinsam zwischen biografischen Informationen und wertenden Aussagen unterschieden werden. Eine Zeitleiste hilft dabei, Geburt, Ordenseintritt, Ankunft in Indien, Gründung der Gemeinschaft, Verleihung des Friedensnobelpreises, Tod und Heiligsprechung zeitlich zu ordnen. In Partnerarbeit können die Lernenden ausgewählte Aussagen des Videos untersuchen und erklären, welches Bild von Mutter Teresa dadurch entsteht. Als kreative Vertiefung eignen sich ein fiktives Interview, ein Tagebucheintrag, ein Plakat über gelebte Nächstenliebe oder die Planung einer eigenen sozialen Aktion. Ebenso kann das Video mit biblischen Texten wie dem Gleichnis vom barmherzigen Samariter oder der Rede vom Weltgericht verglichen werden. Dabei prüfen die Lernenden, welche Gemeinsamkeiten zwischen dem Handeln Mutter Teresas und den biblischen Vorstellungen von Nächstenliebe erkennbar sind. Für eine differenzierte Urteilsbildung sollte die Lehrkraft ergänzende Materialien einsetzen, da das Video kritische Stimmen zur medizinischen Versorgung, zu den Zuständen in ihren Einrichtungen, zu ihrem Umgang mit Leid und zu ihrer öffentlichen Wirkung nicht berücksichtigt. Auf diese Weise lernen die Lernenden, zwischen persönlicher Verehrung, kirchlicher Würdigung und historischer Bewertung zu unterscheiden.
Mögliche Fragestellungen zum Video mit Antworten: Wie hieß Mutter Teresa ursprünglich? Ihr ursprünglicher Name lautete Anjezë Gonxhe Bojaxhiu. Wann und wo wurde sie geboren? Sie wurde am 26. August 1910 in Skopje geboren. Warum verließ sie ihre Familie? Sie wollte ein religiöses Leben führen und anderen Menschen helfen. Welche Tätigkeit übte sie zunächst in Indien aus? Sie arbeitete als Lehrerin in Kalkutta. Welche Gemeinschaft gründete sie? Im Jahr 1950 gründete sie die Missionarinnen der Nächstenliebe. Welchen Menschen galt ihre besondere Aufmerksamkeit? Sie kümmerte sich vor allem um arme, obdachlose, kranke und sterbende Menschen. Welche Bedeutung hatte ihr Glaube für ihre Arbeit? Ihr Glaube gab ihr Kraft und ließ sie den Dienst an notleidenden Menschen als Dienst an Gott verstehen. Welche Auszeichnung erhielt sie 1979? Sie erhielt den Friedensnobelpreis. Warum wird sie als Vorbild bezeichnet? Sie setzte sich über viele Jahre für bedürftige und ausgegrenzte Menschen ein und ermutigte andere zum Helfen. Wann wurde sie heiliggesprochen? Die katholische Kirche sprach sie im Jahr 2016 heilig. Welches Menschenbild vermittelt das Video? Es betont die Würde jedes Menschen und die Verpflichtung, besonders schwachen Menschen beizustehen. Welche zentrale Botschaft enthält das Video? Liebe, Mitgefühl und konkrete Hilfe können das Leben anderer Menschen verändern. Welche Perspektive fehlt im Video? Es fehlen kritische Einschätzungen ihrer Arbeit sowie eine Auseinandersetzung mit umstrittenen Aspekten ihrer Einrichtungen und ihrer Haltung zum Leiden. Ist Mutter Teresa deshalb nur unkritisch als Vorbild zu betrachten? Nein. Ihre Motivation und ihr Einsatz können gewürdigt werden, zugleich sollten ihre Methoden und die Darstellung ihrer Arbeit kritisch geprüft werden. Was können Lernende aus ihrem Leben für die Gegenwart ableiten? Sie können erkennen, dass Verantwortung und Nächstenliebe im konkreten Handeln sichtbar werden, aber auch, dass gut gemeinte Hilfe fachlich verantwortet und kritisch reflektiert werden muss.