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feinschwarzSabine Müller-Langsdorf

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Sabine Müller-Langsdorf

Klarheit und Pluralismusfähigkeit – Erwartungen an die Friedenssynode der EKD I

Veröffentlichung:1.5.2026

Die EKD-Friedenssynode sollte einen umfassenden Friedensbegriff verankern, der spirituelle, soziale, ökonomische und ökologische Dimensionen verbindet und die kritische Reflexion des Verhältnisses von Kirche und Staat nicht scheut.

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Die Friedensbeauftragte der EKD begrüßt die geplante Themensynode „Frieden" als Chance, einen ganzheitlichen Friedensbegriff zu etablieren. Der partizipative Vorbereitungsprozess habe gezeigt, dass Frieden nicht nur militärische Sicherheit betrifft, sondern spirituelle, soziale, internationale, ökonomische und ökologische Dimensionen umfasst sowie eine ökumenische Aufgabe darstellt. Sie warnt vor einer Verengung des Friedensverständnisses auf Fragen der militärischen Sicherheit und fordert ein, dass die Synode Perspektiven aus dem globalen Süden einbezieht. Als zentrale institutionelle Aufgabe identifiziert sie Friedensbildung als Querschnittsthema, das in Schulen und Bildungseinrichtungen stärker verankert werden sollte. Sie erwartet, dass die EKD ihre umfangreichen Erfahrungen durch Organisationen wie „Brot für die Welt" und den Kirchlichen Entwicklungsdienst in den Diskurs einbringt und den Zusammenhang von Gerechtigkeit und Frieden deutlich macht. Dabei berücksichtigt sie auch die „Friday for Future"-Bewegung als Zeichen generationenübergreifender Friedensverantwortung. Ein wesentlicher kritischer Punkt ist das Verhältnis von Kirche und Staat. Die Autorin hinterfragt die Schaffung eines Militärbischofsamt nach der Wiedervereinigung als problematisches Symbol einer zu großen Nähe zwischen kirchlicher und militärischer Institution. Sie plädiert dafür, auf Dietrich Bonhoeffers Einsicht zurückzugreifen: „Es gibt keinen Frieden auf dem Weg der Sicherheit." Bezüglich staatlicher Friedenspolitik kritisiert sie die zunehmenden Militärausgaben und den Rüstungsexporthandel. Sie fordert ein „friedenslogisches Handeln" basierend auf zivilen, diplomatischen Mitteln, menschlicher Sicherheit und ökologischer Verantwortung statt einer bloßen „Versicherheitlichung" der Friedenspolitik.

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8.5.2026

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