Der Einstieg gelingt über eine Videoanalyse einer Kritik von Merkel an Putin. Über dieses Video werden die grundlegenden Hintergründe zum Konflikt über Impulsfragen entwickelt. Dabei steht die Perspektive der NATO mit ihrer Anklage zum Völkerrechtsbruch durch Russland im Vordergrund.
Im nächsten Schritt werden in drei Gruppen Texte erarbeitet. Dabei werden Strategien und Perspektiven von NATO und Russland entwickelt. Die Perspektive Russlands wird durch einen Artikel mit einer Rede Gorbatschows entwickelt. Er kritisiert die NATO-Osterweiterung bis zu den Grenzen Russlands. Ein Zeitartikel stellt die Ablehnung von Krieg durch EU und NATO da. Ein dritter Text im Material analysiert die UN-Charta und die Artikel zur Souveränität der Nation.
Dadurch wird das russische Verhalten mit Besetzung der Krim als Bruch des Völkerrechts erkannt. Alle drei werden zudem mit Der Argumentation von Merkels Russlandrede verglichen. Dort wird dei Gefahr eines neuen kalten Krieges postuliert, der alles Erreichte zunichte macht.
Abschließend werden die Perspektiven der beiden Konfliktparteien zusammengefasst. Eine eigene Meinung zur russischen Politik wird entwickelt. Diese kann zudem mit den Entwicklungen aus 2022 verglichen werden. Hier wäre es möglich, sowohl die These einer Expansion durch Russland in weitere Teile der Ukraine zu vertreten. Es wäre auch möglich zu argumentieren, dass Putin versucht, die Geschichte rückgängig zu machen und zum Status quo von 1990 zurückzukehren.
Die Unterrichtsstunde eignet sich besonders für den Einsatz in der gymnasialen Oberstufe sowie in berufsbildenden Bildungsgängen im Fach Religion, Politik oder Geschichte. Im Religionsunterricht kann das Material im Zusammenhang mit Friedensethik, Gerechtigkeit, Verantwortung in internationalen Beziehungen sowie Fragen von Gewalt und Versöhnung eingesetzt werden. Methodisch bietet sich zunächst ein mediengestützter Einstieg über den Nachrichtenbeitrag an, um Vorwissen und aktuelle Wahrnehmungen der Lernenden zu aktivieren. Anschließend kann arbeitsteilig in Gruppen gearbeitet werden, sodass verschiedene politische Perspektiven und Interessenlagen analysiert werden. Besonders gewinnbringend ist dabei die Verbindung von politischer Analyse mit ethischer Urteilsbildung. Die Lernenden können die Rolle von Diplomatie, Verantwortung und internationalem Recht kritisch reflektieren und mit christlichen Friedensvorstellungen vergleichen. Die Präsentation der Gruppenergebnisse fördert kommunikative Kompetenzen sowie argumentatives Denken. Das abschließende Gespräch eröffnet Raum für persönliche Stellungnahmen und die Entwicklung eigener Positionen. Lehrkräfte sollten darauf achten, unterschiedliche Sichtweisen sensibel zu moderieren und die Lernenden zu einer sachlichen und respektvollen Diskussion anzuleiten. Das Material eignet sich zudem für projektorientiertes Lernen, für Debattenformate oder für die Verbindung mit aktuellen Nachrichten und digitalen Rechercheaufgaben.
Im Unterricht werden unterschiedliche Materialien eingesetzt, die schrittweise zur Analyse des Verhältnisses zwischen Russland, der Europäischen Union und dem Ukraine Konflikt führen. Die Materialien dienen dazu, politische Perspektiven kennenzulernen, Konflikte zu analysieren und ethische Fragen zu diskutieren.
Als Einstieg wird ein Nachrichtenbeitrag der Tagesthemen mit dem Titel „Merkel übt scharfe Kritik an Putin“ verwendet. Die Lernenden sehen das Video und sammeln anschließend zentrale Aussagen zum Konflikt. Im Unterrichtsgespräch wird herausgearbeitet, welche Aspekte besonders betont werden, etwa die Verletzung des Völkerrechts oder die Gefährdung der europäischen Friedensordnung. Das Video dient der Aktivierung von Vorwissen und der Hinführung zum Thema.
Anschließend arbeiten alle Lernenden mit dem Text „Merkels Russland Rede in Auszügen“. Dieser Text bildet die Grundlage für die weitere Analyse. Danach wird die Lerngruppe in drei Arbeitsgruppen eingeteilt, die jeweils unterschiedliche Materialien bearbeiten. Ziel ist es, verschiedene Perspektiven auf den Konflikt kennenzulernen und zu vergleichen.
Die erste Gruppe arbeitet mit dem Artikel „Gorbatschow wirft Westen Vertrauensbruch vor“. Die Lernenden beschäftigen sich mit der russischen Sichtweise auf den Konflikt und analysieren die Kritik Russlands am Westen. Im Unterricht werden die historischen Hintergründe sowie unterschiedliche politische Interessen besprochen. Die Gruppe erstellt eine kurze schriftliche Zusammenfassung ihrer Ergebnisse.
Die zweite Gruppe nutzt den Beitrag „EU setzt auf beharrliche Diplomatie“. Hier untersuchen die Lernenden die Haltung der Europäischen Union gegenüber Russland und die politischen Reaktionen auf die Krim Annexion. Im Unterricht diskutieren sie diplomatische Maßnahmen, Sanktionen und Möglichkeiten friedlicher Konfliktlösung. Auch diese Gruppe fasst ihre Ergebnisse schriftlich zusammen.
Die dritte Gruppe arbeitet mit einem Arbeitsblatt zu den völkerrechtlichen Grundsätzen der Vereinten Nationen. Die Lernenden analysieren, welche Regeln des internationalen Rechts durch die russische Politik berührt werden. Dabei setzen sie sich mit Begriffen wie territoriale Unversehrtheit, Gewaltverzicht und friedliche Konfliktlösung auseinander. Das Material fördert rechtliche und ethische Reflexionen über internationale Verantwortung.
In der Vertiefungsphase bearbeiten die Gruppen weitere Texte mit unterschiedlichen politischen Positionen. Dazu gehören Beiträge zur Ostpolitik, zur Gefahr eines neuen Krieges in Europa sowie zur Diskussion um das Völkerrecht im Zusammenhang mit der Krim Krise. Die Lernenden vergleichen die neuen Texte mit den zuvor bearbeiteten Materialien und untersuchen alternative Strategien und Sichtweisen. Anschließend präsentieren die Gruppen ihre Ergebnisse im Plenum. Dadurch werden Analysefähigkeit, Argumentation und Präsentationskompetenz gefördert.
Zum Abschluss findet ein gemeinsames Auswertungsgespräch statt. Die Lernenden formulieren ein eigenes Fazit zum Bild der russischen und europäischen Politik und diskutieren verschiedene Strategien der Europäischen Union im Umgang mit Russland. Dabei werden politische Urteile entwickelt und unterschiedliche Meinungen reflektiert. Der Unterricht endet mit einer offenen Diskussion über Frieden, Verantwortung und internationale Zusammenarbeit.