Didaktisch eignet sich das Medium besonders für einen kompetenzorientierten Religionsunterricht, der historische Verantwortung, Menschenwürde, Gerechtigkeit und Frieden thematisiert. Die Materialien fördern Perspektivwechsel, Urteilsbildung und Empathiefähigkeit, indem Lernende unterschiedliche Positionen zu kolonialer Gewalt und Erinnerungskultur kennenlernen und bewerten. Methodisch bietet das Heft vielfältige Zugänge: Bildanalyse, Rechercheaufgaben, Gruppenarbeit, Rollenspiel, Diskussion, Zeitstrahlarbeit, digitales Storytelling und kreative Gestaltungsaufgaben ermöglichen einen abwechslungsreichen Unterricht. Besonders gewinnbringend ist die Verbindung von historischem Lernen mit lebensweltlichen Erfahrungen der Lernenden. Durch Familieninterviews und Diskussionen über Denkmäler wird Geschichte mit der eigenen Gegenwart verknüpft. Der Religionsunterricht kann dabei Fragen nach Schuld, Versöhnung, Verantwortung und gerechtem Zusammenleben vertiefen. Ebenso eröffnet das Medium Möglichkeiten für fächerverbindendes Lernen mit Geschichte, Ethik, Gemeinschaftskunde oder Deutsch. Die Materialien fördern eine diskriminierungskritische Haltung und regen dazu an, gesellschaftliche Erinnerungskulturen aus christlich ethischer Perspektive zu reflektieren und weiterzudenken. Besonders geeignet ist das Medium für projektorientierte Unterrichtsformen, Präsentationen, Lernprodukte oder gemeinsame Diskussionen im Plenum.
Der Einstieg gelingt über eine Bildanalyse historischer Schwarz-Weiß-Aufnahmen. Dabei wird der "Glorie" deutscher Kolonialzeit die "Steinzeit" der afrikanischen Bewohner gegenübergestellt. Dabei sind diese jedoch in ihrer eigenen Kultur und physischen Fitness nicht als unterwürfige Sklaven dargestellt.
In Gruppenarbeit werden über Webrecherche Informationen für einen Zeitstrahl gesammelt. Links dazu sind auch über einen QR Code verfügbar. In einem weiteren Schritt werden die Verhandlungen zwischen Deutschland und Namibia anhand eines tabellarischen Materials besprochen.
Dieser Teil schließt mit einer Podiumsdiskussion zu Wiedergutmachung und Entschuldigung mit Vertretern Deutschlands, Namibias, der Herero und Pressevertretern.
Der zweite Block beginnt mit einer Reflexion von Erinnerungskultur. Oft wird nur positives aus dem gesellschaftlichen kulturellen Gedächtnis erinnert und verherrlicht zu den guten alten Zeiten. Dazu wird diskutiert, welche Ereignisse in Deutschland nicht vergessen werden dürfen und wie Erinnerung möglich ist. In einem zweiten Schritt werden Zeitzeugeninterview mit der eigenen Familie geführt. Es kann zudem eine digitale Familienlandkarte oder ein kurzes Video entstehen.
Abschließend wird das Beispiel einer revidierten Erinnerungskultur aus England vorgestellt. Dort wurde die Statue eines Sklavenhändlers von jungen Leuten in einem Fluss versenkt.