RU-digitalRU-digital-logo
1 Bild
Deutsche Bibelgesellschaft

Deutsche Bibelgesellschaft

Fastenzeit mit Kindern

Veröffentlichung:20.4.2026

Die Webseite der Deutschen Bibelgesellschaft erschließt die Fastenzeit / Passionszeit kindgerecht und familienorientiert. Sie umfasst eine elementare Erklärung von Sinn und Ursprung des Fastens (inkl. Hinweis auf Martin Luther und die Reformationsgeschichte), zwei altersgestufte Bibeltexte (ab 8 Jahren: Jesu Versuchung in der Wüste aus der „Einsteigerbibel"; ab 5 Jahren: Noahs Geschichte aus der „EinfachBibel" 2025), eine theologische Einführung in die Symbolzahl 40 sowie symbolkundliche Erläuterungen zu Wasser & Brot und der Asche des Aschermittwochs. Die Seite ist als Auftaktangebot zur österlichen Bußzeit konzipiert und schlägt inhaltlich die Brücke zu Ostern.

Das Medium „Fastenzeit mit Kindern“ ist ein digitales religionspädagogisches Angebot der Deutschen Bibelgesellschaft für Familie, Kindergarten, Grundschule und Gemeinde. Es erklärt die Fastenzeit als vierzigtägige Vorbereitung auf Ostern und verbindet Verzicht mit Achtsamkeit, Dankbarkeit, Gebet, Teilen und der Frage nach dem Wesentlichen im Leben. Dabei wird betont, dass Fasten nicht dazu dienen soll, Gott zu beeindrucken, und dass Menschen selbst entscheiden dürfen, ob und worauf sie verzichten möchten. Als biblische Zugänge bietet die Seite die Erzählung von Jesu vierzig Tagen in der Wüste für Lernende ab acht Jahren und die Geschichte von Noah, der Arche und dem Neuanfang für Lernende ab fünf Jahren. Die Zahl vierzig wird als biblisches Zeichen für eine Zeit der Vorbereitung und Veränderung erschlossen. Hinzu kommen Erläuterungen zu Wasser und Brot als Zeichen für das Lebensnotwendige sowie zur Asche am Aschermittwoch als Erinnerung an die Begrenztheit des Lebens und die christliche Hoffnung auf Auferstehung. Fastenzeit mit Kindern bei der Deutschen Bibelgesellschaft

Products

Für den Religionsunterricht bietet sich ein Einstieg über die Frage an, was Menschen wirklich zum Leben brauchen. Die Lernenden ordnen Bilder oder Gegenstände wie Wasser, Brot, Kleidung, Wohnung, Freundschaft, Zeit, digitale Medien, Süßigkeiten, Geld und Anerkennung. Anschließend unterscheiden sie zwischen lebensnotwendigen Bedürfnissen, wichtigen Beziehungen und angenehmen Wünschen. Dabei sollte kein moralischer Gegensatz zwischen richtigem Verzicht und vermeintlich falschem Genuss entstehen. Fasten wird vielmehr als freiwillige Unterbrechung vertrauter Gewohnheiten erschlossen, durch die Aufmerksamkeit für Gott, andere Menschen, die Schöpfung und das eigene Leben wachsen kann. In einem Unterrichtsgespräch sammeln die Lernenden verschiedene Formen des Fastens, etwa einen bewussteren Umgang mit digitalen Medien, Lebensmitteln, Konsum, Streit oder Zeit. Individuelle Entscheidungen bleiben freiwillig und dürfen nicht bewertet werden. Fasten darf insbesondere nicht mit Leistungsdruck, Körpergewicht oder der Kontrolle von Essen verbunden werden. Bei bekannten gesundheitlichen oder persönlichen Belastungen sind entsprechende Aufgaben zu vermeiden. Als praktische Form kann die Lerngruppe einen gemeinsamen Fastenkalender gestalten. Für jeden Tag oder jede Woche wird eine kleine Aufgabe vereinbart, beispielsweise aufmerksam zuhören, Lebensmittel wertschätzen, jemandem helfen, Zeit in der Natur verbringen, auf verletzende Worte verzichten oder einen Dank formulieren. Die Erfahrungen werden in einem Lerntagebuch, auf einer Themenwand oder in kurzen Gesprächsrunden festgehalten. 

Die Erzählung von Jesus in der Wüste kann vorgelesen, mit Bildern begleitet oder als Bodenbild gestaltet werden. Sand, Steine, ein Stück Brot, eine Krone und ein Tempelbild stehen für Wüste, Hunger, Macht und die Versuchung, Gott herauszufordern. Die Lernenden untersuchen, welche Angebote Jesus erhält, welche Entscheidungen er trifft und woran er sich orientiert. Die Figur des Teufels sollte altersgemäß als Ausdruck einer Kraft erklärt werden, die Jesus von Gott und seinem Auftrag trennen will. Eine rein angsterzeugende oder gegenständliche Darstellung ist zu vermeiden. In Partnerarbeit können die Lernenden Entscheidungssituationen aus ihrem Alltag betrachten und überlegen, was ihnen hilft, Versuchungen, Gruppendruck oder ungerechten Erwartungen zu widerstehen. Satzanfänge wie „Ich bleibe bei meiner Entscheidung, wenn“ oder „Kraft bekomme ich durch“ unterstützen die Übertragung, ohne persönliche Offenlegung zu erzwingen. Die Noaherzählung eignet sich zur Beschäftigung mit Bedrohung, Bewahrung, Vertrauen und Neuanfang. Aufgrund der im Text enthaltenen Vernichtung von Menschen und Tieren muss die Lehrkraft die Geschichte besonders sensibel einsetzen. Jüngere Lernende können sich stark mit gefährdeten Figuren und Tieren identifizieren. Deshalb sollte die Erzählung nicht auf eine Vorstellung von Gott als strafendem Zerstörer reduziert werden. 

Im Mittelpunkt können Noahs Vertrauen, die Rettung in der Arche, Gottes bleibende Erinnerung an die Geschöpfe und der Regenbogen als Zeichen des Bundes stehen. Fragen und Irritationen der Lernenden müssen ausdrücklich zugelassen werden. Eine Arche aus Tüchern, Tierfiguren, Wasserbildern, eine Taube und ein Regenbogen ermöglichen ein Bodenbild. Danach gestalten die Lernenden Regenbogenkarten mit Hoffnungen für einen guten Neuanfang. Die Symbole Wasser und Brot können durch Wahrnehmungsübungen erschlossen werden. Die Lernenden betrachten, riechen und schmecken Brot bewusst und überlegen, wie viele Menschen an seiner Herstellung beteiligt sind. Wasser wird als Lebensgrundlage, Zeichen der Taufe und biblisches Bild für Gottes lebensspendende Nähe betrachtet. Die Verbindung zum eigenen Alltag eröffnet Gespräche über Dankbarkeit, Lebensmittelverschwendung, gerechte Verteilung und den Schutz natürlicher Lebensgrundlagen. Ein gemeinsames einfaches Mahl kann die Erfahrung von Teilen und Gemeinschaft vertiefen. Dabei sind Allergien, gesundheitliche Bedürfnisse, religiöse Speiseregeln und hygienische Vorgaben zu berücksichtigen. Das Aschekreuz am Aschermittwoch sollte behutsam erklärt werden. Asche erinnert an Vergänglichkeit, Umkehr und die Möglichkeit eines neuen Anfangs. Bevor Asche verwendet wird, muss geklärt werden, ob Berührung erwünscht ist. Als Alternative können Lernende ein Aschekreuz auf Papier zeichnen, einen dunklen Stein ablegen oder einen persönlichen Vorsatz verschlossen aufbewahren. 

Gespräche über Sterben und Tod verlangen eine geschützte Atmosphäre, da Lernende eigene Verlusterfahrungen mitbringen können. Die christliche Hoffnung auf Auferstehung sollte als Glaubensperspektive angeboten und nicht als überprüfbare Gewissheit eingefordert werden. Zur abschließenden Sicherung können die Lernenden ein Faltblatt zur Fastenzeit, eine Symbolkarte zur Zahl vierzig oder einen Weg von Aschermittwoch bis Ostern gestalten. Stationen mit Asche, Wüste, Wasser, Brot, Arche, Taube, Regenbogen, Kreuz und Osterlicht machen sichtbar, dass die Fastenzeit auf Ostern ausgerichtet ist. Ein Gebet, eine Stilleübung, ein Lied oder eine freiwillig formulierte Bitte kann die Unterrichtsstunde beschließen. So fördert das Medium biblisches Wissen, symbolisches Verstehen, ethische Urteilsfähigkeit, Achtsamkeit und verantwortliches Handeln.


Das Material ist zweifach altersgestuft und eignet sich schwerpunktmäßig für Klasse 2–3 (Noah-Text, ab 5 Jahren; elementare Fastenerklärung) und Klasse 3–5 (Versuchungsgeschichte, ab 8 Jahren; Symbolkunde). Der Abschnitt zu Aschermittwoch und zur Symbolzahl 40 sowie der Exkurs zu Martin Luther sind auch für Klasse 5–6 anschlussfähig. Der Noah-Text in Leichter Sprache (EinfachBibel) macht das Material zudem für inklusive und förderschulische Settings besonders geeignet.

Curriculare Einbettung: Das Medium berührt mehrere zentrale Lernbereiche des katholischen Religionsunterrichts: Kirchenjahr und Feste (Fastenzeit, Aschermittwoch, Ostern als Zielpunkt), Bibel und Bibelkunde (Versuchungsgeschichte Lk 4, Noaherzählung Gen 6–9, Symbolzahl 40), Gotteslehre (Gottes Verheißung, Bund, Neuanfang), Christologie (Jesus als „Brot des Lebens", „Quelle des Lebens"), ethische Grundfragen (Verzicht, Teilen, Dankbarkeit, Endlichkeit) sowie konfessionelle Verständigung (Reformationsgeschichte, Luthers Fastenkritik). Die Verbindung von alttestamentlichem und neutestamentlichem Bogen (Noah – Jesus in der Wüste) ist didaktisch bemerkenswert und eröffnet Möglichkeiten zur kanonischen Lektüre.

Methodische Stärken: Die Seite verbindet theologische Elementarisierung mit lebensweltlichem Anknüpfen konsequent: Die Fastenerklärung startet bei konkreten Alltagsverzichten (Schokolade, Fernsehen) und führt schrittweise zur theologischen Tiefendimension. Die Einführung der Symbolzahl 40 als strukturierendes Motiv beider Bibeltexte ist hermeneutisch klar und schüleraktivierend. Besonders stark ist die Symbolkunde: Wasser & Brot werden sowohl alltagssprachlich („bei Wasser und Brot") als auch christologisch erschlossen (Joh 4,14; „Brot des Lebens"), was einen induktiven Dreischritt ermöglicht: Redewendung → Alltagserfahrung → theologische Bedeutung. Der Aschermittwoch-Abschnitt leistet eine altersangemessene Einführung in die Endlichkeitsfrage, ohne Angst zu schüren, und verknüpft diese mit der Osterhoffnung.

Differenzierung: Die EinfachBibel-Version der Noahgeschichte in Leichter Sprache erlaubt eine direkte Binnendifferenzierung: sprachschwächere und jüngere Schülerinnen und Schüler arbeiten mit dem Noah-Text, leistungsstärkere mit der Versuchungsgeschichte, die ein höheres Abstraktionsniveau erfordert (Versuchungslogik, Schriftargumentation Jesu). Der Luther-Exkurs bietet zusätzliches Vertiefungspotenzial für kognitiv starke Lernende und eignet sich als Ausgangspunkt für konfessionskundliche Gespräche.

Mögliche Unterrichtsszenarien:

  • Einstieg: Brainstorming zu eigenem Verzicht; Frage „Worauf könntest du 40 Tage verzichten – und was würde das in dir verändern?"
  • Erarbeitung: Parallellektüre der beiden Bibeltexte mit Fokus auf die Symbolzahl 40; Vergleich der Situationen Noah / Jesus in der Wüste (Bewährung, Neuanfang, Gottes Treue)
  • Vertiefung: Lernstation Symbolkunde (Wasser & Brot / Asche); Redewendungsanalyse als sprachsensibles Element
  • Transfer: Gestaltungsaufgabe zu einem persönlichen Fastenvorsatz; Reflexion über Dankbarkeit und Verzicht im Alltag
  • Vernetzung: Als Auftakt einer Sequenz Fastenzeit–Ostern in Kombination mit weiteren Angeboten der Deutschen Bibelgesellschaft zum Osterfestkreis


Hinweise und Grenzen: Die Seite ist konfessionell offen formuliert (evangelische Herausgeberschaft, ökumenisch verwendbar). Für den explizit katholischen Religionsunterricht bietet sich eine Ergänzung um die sakramentale Dimension des Aschermittwochs (Aschenauflegung als gottesdienstlicher Ritus) sowie um die Fastenpraxis der Kirche (Abstinenz, Fastengebot) an. Der ab-6-Jahren-Text (Pfingsten-Seite) und der ab-8-Jahren-Text hier zeigen eine wachsende Komplexität, die eine bewusste Textauswahl je nach Lerngruppe erfordert. Eine Bastelidee fehlt auf dieser Seite – für handlungsorientierte Settings empfiehlt sich eine Ergänzung (z. B. Fastenkalender, Arche-Basteln, Salzteig-Brot).

Hessen

Hessen

Primarstufe | Primarstufe 3/4

Gemeinde und Kirche (Hessen | Primarstufe 3/4).

Rheinland-Pfalz

Rheinland-Pfalz

Primarstufe | Primarstufe 3/4

Kirche und Gemeinde (Rheinlandpfalz | Primarstufe 3/4).

Wir nutzen Cookies auf unserer Website. Einige von ihnen sind essenziell, während andere uns helfen, diese Website und Ihre Erfahrung zu verbessern Datenschutz.