Für den Religionsunterricht eignet sich das Medium besonders für die Sekundarstufe II sowie für leistungsstärkere Lerngruppen der höheren Sekundarstufe I. Aufgrund des wissenschaftlichen Sprachstils sollte der Text nicht grundsätzlich als ungekürzte Lektüre eingesetzt werden. Sinnvoll ist eine didaktische Reduktion durch ausgewählte Textabschnitte, die jeweils mit konkreten Bibelstellen verbunden werden. Einen geeigneten Einstieg bietet die Frage, weshalb Markus überhaupt eine Lebensgeschichte Jesu erzählt und welche Bedeutung die Bezeichnung „Evangelium“ besitzt. Dabei können die Lernenden zunächst eigene Vorstellungen davon sammeln, was eine Biographie leisten soll, und diese anschließend mit Schreibers Beobachtung vergleichen, dass antike Biographien die Bedeutung einer Persönlichkeit für ihre jeweilige Gegenwart herausarbeiten. Für eine anschließende Erarbeitungsphase bietet sich die geographische Gliederung des Markusevangeliums auf Seite 71 besonders an. Die Lernenden können die Stationen Wüste, Galiläa, Weg nach Jerusalem, Jerusalem und Grab auf einer Karte oder in einem Schaubild anordnen und den jeweiligen Orten zentrale Ereignisse und theologische Aussagen zuordnen. Dadurch wird sichtbar, dass die räumliche Bewegung Jesu zugleich eine theologische Bewegung darstellt. Eine zweite Arbeitsgruppe kann die innere Erzählachse „Sohn Gottes“ untersuchen und die entsprechenden Bibelstellen Mk 1,11, Mk 9,7 und Mk 15,39 miteinander vergleichen. Besonders ergiebig ist dabei die Frage, wie sich das Verständnis von Macht verändert. Die Lernenden können herausarbeiten, dass Jesu Gottessohnschaft gerade nicht durch politische Herrschaft und gewaltsame Durchsetzung bestimmt wird, sondern erst im Zusammenhang mit Leiden und Tod verständlich wird. Ein weiterer methodischer Zugang besteht in der Arbeit mit den Lernenden Jesu als Identifikationsfiguren. An Petrusbekenntnis, Unverständnis, Rangstreit und Verleugnung lässt sich untersuchen, wie das Evangelium Lernprozesse inszeniert. Besonders hilfreich ist hierfür die Übersicht auf Seite 76, die jeweils Leidensankündigung, Unverständnis und anschließende Belehrung miteinander verbindet. Die Lernenden können diese Struktur zunächst arbeitsteilig erschließen und anschließend diskutieren, welche Vorstellungen von Erfolg, Größe und Macht dadurch infrage gestellt werden. Daran lässt sich eine Gegenwartsorientierung anschließen, etwa mit der Frage, wodurch gesellschaftliches Ansehen heute entsteht und wie sich Jesu Forderung, dass Größe im Dienen besteht, dazu verhält. Auch das Scheitern des Petrus ermöglicht einen lebensweltlichen Zugang. Das Ende des Evangeliums eröffnet nach Schreiber trotz des Versagens die Möglichkeit eines Neuanfangs, da Petrus ausdrücklich wieder zum Adressaten der Osterbotschaft wird. Dies ermöglicht Gespräche über Scheitern, zweite Chancen, Vergebung und die Frage, was tragfähige Gemeinschaft auszeichnet. Methodisch sind neben der arbeitsteiligen Textarbeit ein Gruppenpuzzle, eine visualisierte Wegkarte, Standbilder zu ausgewählten Szenen, Perspektivwechsel, Schreibgespräche oder die Gestaltung eines Lernplakats geeignet. Für die Ergebnissicherung können die Lernenden die Leitfrage „Wer ist Jesus nach Markus?“ in wenigen Thesen beantworten und diese jeweils mit einer Textstelle begründen. Auf diese Weise dient der Fachbeitrag nicht lediglich der Vermittlung bibelkundlichen Wissens, sondern unterstützt ein vertieftes Verständnis des Markusevangeliums als bewusst komponierte Erzählung, die ihre Lesenden zur Auseinandersetzung mit Jesus und mit der Bedeutung von Nachfolge herausfordert.