Für den Religionsunterricht eignet sich das Video besonders zur Beschäftigung mit den Wundergeschichten Jesu sowie mit den Themen Glaube, Vertrauen, Angst, Hoffnung, Krankheit, Tod und Auferstehung. Aufgrund der überschaubaren Handlung und der klaren Dialoge ist das Video auch für jüngere Lernende gut zugänglich. Als Einstieg kann zunächst die Situation des Jairus betrachtet werden. Die Lernenden überlegen, welche Gedanken und Gefühle ein Vater haben könnte, dessen Kind schwer krank ist. Persönliche Erfahrungen mit Krankheit oder Tod sollten dabei nicht eingefordert werden. Anschließend kann das Video zunächst vollständig angesehen werden. Ein einfacher Beobachtungsauftrag lautet, auf Situationen zu achten, in denen sich Hoffnung und Hoffnungslosigkeit gegenüberstehen. Bei einer zweiten Sichtung können die Lernenden die Handlung in einzelne Stationen gliedern: die Bitte des Jairus, die Todesnachricht, die Ermutigung durch Jesus, die Ankunft im Haus, die Reaktion der Trauernden, die Begegnung Jesu mit dem Mädchen und dessen Aufstehen. Diese Stationen können auf Karten geschrieben, geordnet und mit passenden Gefühlen verbunden werden. Besonders wichtig für die religionspädagogische Erschließung ist die Aussage Jesu „Hab keine Angst! Glaube nur!“ Die Lernenden können zunächst in eigenen Worten formulieren, was Jesus Jairus damit sagen möchte. Anschließend kann untersucht werden, ob Glaube in dieser Erzählung bedeutet, sicher zu wissen, was geschehen wird, oder trotz Angst Vertrauen zu wagen. Dabei sollte vermieden werden, die Aussage so zu vermitteln, als müssten Menschen nur ausreichend glauben, damit Krankheit geheilt oder Tod verhindert werde. Die Wundergeschichte sollte vielmehr als biblische Glaubens und Hoffnungserzählung erschlossen werden. Eine weitere Möglichkeit bietet die Arbeit mit Gegensätzen. Die Lernenden können Begriffspaare wie Angst und Vertrauen, Tod und Leben, Trauer und Freude, Hoffnungslosigkeit und Hoffnung sowie Zweifel und Glaube der Handlung zuordnen. Dadurch wird die Bewegung der Geschichte besonders deutlich. Methodisch eignet sich auch eine Arbeit mit Standbildern. Kleine Gruppen stellen zentrale Situationen der Erzählung ohne Sprache dar. Die übrigen Lernenden beschreiben Körperhaltung, Gesichtsausdruck und Beziehungen der Figuren und ordnen das Standbild einer Szene zu. Alternativ können Gedankenblasen zu Jairus, Jesus, den beiden Männern, den Trauernden oder dem Mädchen formuliert werden. Besonders ergiebig ist ein Perspektivwechsel. Die Lernenden verfassen einen kurzen inneren Monolog des Jairus unmittelbar nach der Todesnachricht und einen zweiten nach der Begegnung seiner Tochter mit Jesus. So werden Verzweiflung, Vertrauen und Freude miteinander in Beziehung gesetzt. Bei älteren Lernenden kann das Video mit dem entsprechenden biblischen Text verglichen werden. Dabei lässt sich untersuchen, welche Elemente das Video übernimmt, vereinfacht oder besonders hervorhebt. Zugleich kann die Frage gestellt werden, was eine Wundergeschichte über Jesus aussagen möchte. Die Aufmerksamkeit verschiebt sich dadurch von der ausschließlichen Frage „Ist das wirklich passiert?“ zur theologischen Frage „Was will die Geschichte über Jesus, Gott und den Menschen erzählen?“. Die Handlung kann dabei als Ausdruck der christlichen Hoffnung erschlossen werden, dass Leid und Tod nicht das letzte Wort besitzen. Als Abschluss können die Lernenden einen Satz formulieren, der für sie die zentrale Botschaft des Videos zusammenfasst, oder ein Hoffnungsbild zur Geschichte gestalten. So verbindet die Arbeit mit dem Video biblisches Lernen mit emotionalem Verstehen, Perspektivübernahme und religiöser Deutungskompetenz.
Warum kommt Jairus zu Jesus?
Jairus kommt zu Jesus, weil seine einzige Tochter im Sterben liegt. Sie ist erst zwölf Jahre alt. Er hofft darauf, dass Jesus sie heilen kann.
Wie reagiert Jesus auf die Bitte des Jairus?
Jesus weist Jairus nicht zurück. Er ist bereit, mit ihm zu gehen und sich seiner Not zuzuwenden.
Welche Nachricht erhält Jairus auf dem Weg?
Zwei Männer teilen ihm mit, dass seine Tochter gestorben ist. Einer von ihnen erklärt, dass nun auch Jesus nicht mehr helfen könne.
Warum verändert die Nachricht vom Tod des Mädchens die Situation?
Bis zu diesem Moment besteht noch die Hoffnung auf Heilung. Mit der Todesnachricht scheint diese Möglichkeit beendet zu sein. Die Situation erscheint aus menschlicher Sicht endgültig und hoffnungslos.
Was sagt Jesus zu Jairus nach der Todesnachricht?
Jesus sagt: „Hab keine Angst! Glaube nur!“ Damit fordert er Jairus dazu auf, auch in einer scheinbar aussichtslosen Situation sein Vertrauen nicht aufzugeben.
Was kann mit „Glaube nur“ gemeint sein?
Glaube erscheint in der Erzählung vor allem als Vertrauen. Jairus weiß nicht, wie die Situation ausgehen wird. Trotzdem soll er Jesus weiterhin vertrauen.
Welche Personen nimmt Jesus mit in das Haus?
Jesus nimmt Petrus, Jakobus und Johannes mit. Die übrigen Personen sollen zunächst warten.
Wie reagieren die Menschen im Haus auf den Tod des Mädchens?
Sie weinen und trauern. Für sie steht fest, dass das Mädchen gestorben ist.
Warum reagieren die Menschen mit Unverständnis auf Jesus?
Jesus sagt, das Mädchen sei nicht tot, sondern schlafe. Die Menschen können diese Aussage angesichts des Todes nicht nachvollziehen. Eine Frau bezeichnet Jesus deshalb sogar als verrückt.
Was tut Jesus bei dem Mädchen?
Jesus setzt sich an das Bett, nimmt das Mädchen an der Hand und fordert es auf: „Ich sage dir, steh auf!“
Was geschieht daraufhin?
Das Mädchen steht auf und läuft zu seinen Eltern. Jairus reagiert voller Freude und erkennt, dass seine Tochter lebt.
Welche Bedeutung hat die Berührung durch Jesus?
Die Berührung macht die persönliche Zuwendung Jesu sichtbar. Er bleibt nicht auf Abstand, sondern wendet sich dem Mädchen unmittelbar zu und nimmt seine Hand.
Welche Gegensätze bestimmen die Geschichte?
Zentrale Gegensätze sind Angst und Vertrauen, Krankheit und Heilung, Tod und Leben, Trauer und Freude, Hoffnungslosigkeit und Hoffnung sowie Zweifel und Glaube.
Was erfahren die Lernenden in der Geschichte über Jesus?
Jesus wird als jemand dargestellt, der Menschen in ihrer Not wahrnimmt und sich ihnen zuwendet. Seine Macht reicht in der Erzählung über Krankheit und Tod hinaus.
Welche Bedeutung besitzt der Glaube in der Geschichte?
Glaube bedeutet hier vor allem Vertrauen in einer Situation, in der menschlich gesehen keine Hoffnung mehr vorhanden ist. Jairus wird aufgefordert, trotz seiner Angst an diesem Vertrauen festzuhalten.
Bedeutet die Geschichte, dass gläubige Menschen immer von Krankheiten geheilt werden?
Diese Aussage lässt sich aus der Geschichte nicht ableiten. Im Religionsunterricht sollte das Wunder nicht als Versprechen verstanden werden, dass genügend Glaube automatisch zu körperlicher Heilung führt. Die Erzählung vermittelt vielmehr eine Hoffnungsperspektive und erzählt von Vertrauen auf Gott angesichts menschlicher Grenzerfahrungen.
Welche Botschaft kann die Geschichte für den christlichen Glauben haben?
Eine mögliche Deutung lautet, dass Krankheit, Leid und Tod aus christlicher Perspektive nicht das letzte Wort haben. Die Geschichte verbindet den Glauben an Jesus mit Hoffnung auf Leben und mit Vertrauen auf Gott.
Warum eignet sich die Geschichte als Wundergeschichte für den Religionsunterricht?
Sie verbindet eine anschauliche Handlung mit grundlegenden menschlichen und religiösen Fragen. Lernende können über Angst, Vertrauen, Hoffnung, Tod und Leben nachdenken und zugleich untersuchen, welche Bedeutung Jesus in den biblischen Erzählungen erhält.