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Westdeutscher Rundfunk (WDR)

Westdeutscher Rundfunk (WDR)

Pixel voller Vorurteile? Wie Games den Islam zeichnen

Veröffentlichung:17.12.2025

Die WDR/MONITOR-Dokumentation „Radikale Christen in Deutschland: Kreuzzug von rechts“ untersucht die politische Instrumentalisierung des Christentums durch rechtspopulistische und rechtsextreme Akteure. Der Film zeigt, wie sich ein Netzwerk aus fundamentalistischen Predigern, christlichen Influencern und politischen Akteuren gebildet hat, das christliche Symbole, Sprache und Moralvorstellungen gezielt nutzt, um antidemokratische, ausgrenzende und autoritäre Positionen zu legitimieren. Anhand konkreter Beispiele wird deutlich, dass diese Bewegungen keine Randerscheinung sind, sondern Anschluss an gesellschaftliche Debatten und Parteien – etwa die AfD – suchen und teilweise bereits gefunden haben. Die Dokumentation ordnet das Phänomen in einen internationalen Kontext ein und verweist auf ideologische Bezüge zu christlichem Nationalismus, insbesondere in den USA.

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Für den katholischen Religionsunterricht bietet die Dokumentation einen hochrelevanten und zugleich anspruchsvollen Lernanlass, um das Spannungsfeld von Religion, Politik und Demokratie kritisch zu reflektieren. Didaktisch eignet sich das Medium besonders für einen problemorientierten Zugang, da es nicht „das Christentum“ kritisiert, sondern spezifische Formen seiner ideologischen Vereinnahmung sichtbar macht. Schülerinnen und Schüler werden dadurch befähigt, zwischen Glauben, religiöser Praxis und politischer Ideologie zu unterscheiden – eine zentrale Kompetenz religiöser Urteilsbildung in pluralen Gesellschaften.

Methodisch empfiehlt sich die Arbeit mit ausgewählten Sequenzen, die gezielt analysiert werden, etwa im Hinblick auf verwendete religiöse Begriffe, Symbole und Narrative. Leitfragen können sein: Wie wird Christentum hier gedeutet? Welche Menschenbilder werden vertreten? Welche Gruppen werden eingeschlossen, welche ausgeschlossen? Im katholischen Religionsunterricht kann diese Analyse mit zentralen theologischen Maßstäben konfrontiert werden: der Würde jedes Menschen, der Freiheit des Gewissens, der Nächstenliebe, der Option für die Schwachen und dem christlichen Verständnis von Macht als Dienst. So wird deutlich, wo rechtsextreme Deutungen dem christlichen Glauben widersprechen, auch wenn sie sich religiöser Sprache bedienen.

Besonders fruchtbar ist die Dokumentation für die Demokratiebildung im Religionsunterricht. Der Film zeigt exemplarisch, wie religiöse Überzeugungen politisch wirksam werden können – und wo sie demokratische Grundwerte untergraben. Der Unterricht kann hier zur Reflexion beitragen, wie Religionsfreiheit und demokratische Ordnung zusammenspielen und wo klare Grenzen gezogen werden müssen. Wichtig ist dabei die didaktische Unterscheidung zwischen der Achtung der Person und der kritischen Auseinandersetzung mit menschenfeindlichen Positionen. Insgesamt eignet sich das Medium für diskursorientierten Unterricht, für Projekte zu „Religion und Extremismus“ oder für fächerübergreifende Kooperationen mit Politik, Geschichte oder Ethik.

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17.12.2025

Interreligiöser Dialog

Anregung

Religionen

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