Katharina Becher untersucht, wie der Islam im katholischen Religionsunterricht der österreichischen Sekundarstufe II thematisiert wird. Ausgangspunkt ist der Satz eines Religionslehrers: ‚Alles andere außer Begegnung ist aus der Konservendose!' – der zur Titelgebung der zugrundeliegenden Diplomarbeit wurde. Der Beitrag analysiert zunächst religionsdidaktische Lernwege (Lernen an Differenzen, durch Imagination, durch Begegnung u.a.) sowie deren Präsenz in einschlägigen Lehrplänen. Anschließend werden aktuelle Schulbücher für den katholischen Religionsunterricht – darunter Chancen, Religion BELEBT und Leben-Glauben-Lernen 2 – daraufhin untersucht, welche Islambilder und -inhalte sie transportieren. Der Kernteil stützt sich auf qualitative Interviews mit ReligionslehrerInnen und beleuchtet, wie in der Praxis interreligiöse Kompetenzen vermittelt werden: persönliches Wachstum, religiöse Positionalität sowie Toleranz und Empathie werden als zentrale Kategorien identifiziert. Die Befunde zeigen eine Spannung zwischen dem Wunsch nach echter Begegnung mit dem Islam und den verfügbaren Unterrichtsmitteln, die Begegnung oft nur virtuell oder aus zweiter Hand ermöglichen.