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Bistum Rottenburg Stuttgart

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Alle sind eingeladen

Ein Begegnungsprojekt von Schülerinnen und Schülern mit und ohne Handicap

Veröffentlichung:1.1.2013

Das Methodenhandbuch bietet ein umfassendes pädagogisches Begleitmaterial zur virtuellen Ausstellung über antimuslimischen Rassismus. Es vermittelt grundlegende Informationen über Ursachen, Erscheinungsformen und Folgen von Diskriminierung gegenüber muslimischen und muslimisch gelesenen Menschen und verbindet diese mit abwechslungsreichen Unterrichtsmethoden. Themen wie Identität, Religion und Gesellschaft, Vorbilder, Mehrfachdiskriminierung, gesellschaftliches Zusammenleben sowie demokratische Werte werden anhand von Arbeitsblättern, Videos, Bildimpulsen und Gesprächsanlässen erschlossen. Das Material legt besonderen Wert auf Perspektivwechsel, Empathie und die Wahrnehmung unterschiedlicher Lebenswirklichkeiten. Ziel ist es, Lernenden ein reflektiertes Verständnis für Diskriminierung, Vielfalt und Menschenwürde zu vermitteln sowie sie für einen respektvollen Umgang in einer pluralen Gesellschaft zu sensibilisieren.

Die Unterrichtsstunde „Alle sind eingeladen“ mit sieben Seiten, sieben Materialien und sechs Bausteinen verknüpft das verbindliche Themenfeld „Sehnsucht nach der Vollendung der Welt und Jesu Botschaft vom Reich Gottes“ mit lebensnahen Erfahrungen. Ziel ist es, zentrale Aussagen der biblischen Botschaft nicht nur theoretisch zu behandeln, sondern erfahrbar zu machen und so die personale und soziale Kompetenz der Lernenden nachhaltig zu fördern.


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Das Medium eignet sich in besonderer Weise für den Religionsunterricht der Sekundarstufe, da es zentrale Fragen nach Menschenwürde, Gerechtigkeit, Verantwortung, Identität und dem Zusammenleben in einer vielfältigen Gesellschaft aufgreift. Die Methoden ermöglichen einen lebensweltlichen Zugang zu einem gesellschaftlich und religiös bedeutsamen Thema und fördern die Verbindung zwischen persönlicher Erfahrung, ethischer Urteilsbildung und religiöser Reflexion. Der Unterricht kann mit einer aktivierenden Bildbetrachtung, einer persönlichen Reflexion oder einem Videoimpuls beginnen, um Vorwissen und Erfahrungen der Lernenden sichtbar zu machen. Daran schließen sich kooperative Lernformen wie Partnerarbeit, Gruppenarbeit, Gallery Walk, Diskussionen, Rechercheaufträge oder gemeinsame Auswertungen an. Die Materialien fördern eigenständiges Arbeiten, Perspektivwechsel und den Austausch unterschiedlicher Sichtweisen. Besonders wertvoll ist die konsequente Orientierung an einer wertschätzenden Gesprächskultur, die einen geschützten Raum für persönliche Erfahrungen eröffnet und zugleich diskriminierenden Aussagen klar entgegentritt. Im Religionsunterricht lassen sich zahlreiche Bezüge zu den Themen Ebenbildlichkeit des Menschen, Nächstenliebe, Gerechtigkeit, Frieden, Verantwortung, interreligiöses Lernen sowie Achtung der Menschenwürde herstellen. Die Lernenden entwickeln Empathie für Betroffene von Diskriminierung, reflektieren eigene Vorurteile, erweitern ihre Dialogfähigkeit und stärken ihre demokratische Handlungskompetenz. Die vielfältigen Methoden ermöglichen sowohl einzelne Unterrichtsstunden als auch umfangreiche Unterrichtsreihen und eignen sich ebenso für Projektarbeit, fächerverbindenden Unterricht und schulische Projekttage. Durch die Verbindung von Wissensvermittlung, persönlicher Reflexion und handlungsorientierten Methoden unterstützt das Material einen kompetenzorientierten Religionsunterricht, der gesellschaftliche Verantwortung und religiöse Bildung miteinander verbindet.

Im Zentrum steht ein mehrphasiges Konzept, das mit einer unterrichtlichen Vorbereitung beginnt. Die Jugendlichen setzen sich im Religions- und Ethikunterricht mit dem Thema „Behindert-sein“ auseinander. Ausgangspunkt bildet das Gleichnis vom Festmahl (Lk 14,16–24), das im Unterricht zunächst durch kreative Methoden wie Einladungskarten oder Bildinterpretationen eingeführt wird. Dabei erkennen die Lernenden die Kernaussage des Gleichnisses: Alle Menschen – unabhängig von Fähigkeiten, Gesundheit oder gesellschaftlichem Status – sind zur Gemeinschaft mit Gott eingeladen. Diese Botschaft wird durch das Projekt praktisch erlebbar gemacht.

In der zweiten Phase finden außerschulische Begegnungen mit Menschen mit Behinderung statt. Die Schülerinnen und Schüler nehmen an drei gemeinsamen Nachmittagen teil, bei denen sie in Kleingruppen mit Gleichaltrigen mit Handicap aktiv werden – etwa beim Rollstuhlsport, Tanzen, Judo oder Malen. Ergänzt werden diese Begegnungen durch einen zentralen Projekttag, an dem intensivere Erlebnisse und Exkursionen (z. B. Besuch im Dunkelrestaurant, gemeinsame sportliche Aktivitäten, Besuch von Werkstätten der Lebenshilfe) ermöglicht werden. Diese Begegnungen werden auf Augenhöhe vorbereitet und durch thematisch angeleitete Selbsterfahrungen wie „Malen ohne Hände“, „Kommunikation ohne Sprache“ oder eine Blindenführung flankiert. Ziel dieser Übungen ist es, Verständnis und Empathie zu fördern und mögliche Unsicherheiten abzubauen.

Nach Abschluss der Begegnungsphase folgt die Reflexion im Unterricht. In Kleingruppen besprechen die Lernenden ihre Erlebnisse, tauschen Erfahrungen aus, gestalten ein Plakat und präsentieren dieses in der Klasse. Dadurch wird das Erlebte gefestigt und im Sinne des sozialen Lernens aufgearbeitet. Parallel dazu werden auch Rückmeldungen von den Kooperationspartnern eingeholt und in einer Fachkonferenz ausgewertet, um das Projekt weiterzuentwickeln.

Didaktisch ist das Projekt eng mit dem Bildungsplan für das Gymnasium verknüpft. Es fördert personale Kompetenzen wie die Auseinandersetzung mit Sinnfragen und die Entwicklung eines verantwortungsvollen Selbstbildes. Soziale Kompetenzen werden durch Perspektivwechsel, Begegnung und Empathie geschult. Darüber hinaus setzen sich die Lernenden theologisch mit dem Evangelium auseinander und erkennen die Relevanz des Glaubens für das eigene Leben und die Gesellschaft.

Die Organisation des Projekts umfasst unter anderem die Terminplanung der Begegnungen, die Zuteilung zu Projektgruppen nach Interessen sowie einen Informationsabend für Eltern. Kooperationspartner sind Förderschulen, kirchliche Einrichtungen und soziale Träger in der Region. Das Unterrichtsmaterial enthält umfangreiche Bausteine, Arbeitsblätter und Anregungen zur Gestaltung.

Insgesamt bietet das Projekt eine nachhaltige und lebensnahe Möglichkeit, Inklusion im schulischen Kontext zu thematisieren und zentrale Aussagen des christlichen Glaubens erfahrbar zu machen. Es verbindet religiös-theologische Bildung mit sozialem Lernen und leistet so einen wichtigen Beitrag zur ganzheitlichen Entwicklung der Schülerinnen und Schüler.

Hessen

Hessen

Sekundarstufe I | Jahrgangsstufe 7

7G.3 Gott will die Befreiung. Exodus: Geschenk und Auftrag.

Rheinland-Pfalz

Rheinland-Pfalz

Sekundarstufe I | Jahrgangsstufe 8

8.2 Einsamkeit, Trennung und Tod: Gefährdungen des Lebens – Erlösung im Glauben.

Beispielhafte Lernsequenzen

  • Leid wahrnehmen - Trennungserfahrungen

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