Der Artikel analysiert die historische und theoretische Entwicklung der wissenschaftlichen Perspektive auf Mädchen und Frauen vom 18. Jahrhundert bis zur Gegenwart. Ausgehend von der klassischen Dichotomie Natur/Kultur (Frau als Naturwesen versus Mann als Kulturwesen) dokumentiert der Text die Erkämpfung von Frauenrechten durch verschiedene Frauenbewegungen und die Etablierung gendersensibler Ansätze in Pädagogik und Religionspädagogik. Zentral sind die theoretischen Entwicklungen feministischer, postkolonialer und queerer Perspektiven, die implizite Exklusionen aufdeckten und intersektionale Ansätze ermöglichten. Der Artikel beleuchtet verschiedene Sozialisationstheorien zwischen biologistischen und sozialkonstruktivistischen Positionen und betont das Konzept des "doing gender" als aktiven Herstellungsprozess. Ein wichtiger Befund ist die Reproduktionsfunktion der Schule bezüglich Geschlechterhierarchien sowie die prägende Rolle von stabilen Geschlechterstereotypen mit normativer Kraft. Der Text warnt vor der Reifizierungsgefahr in geschlechtsspezifischer Forschung und plädiert für intersektionale, machtkritische und global perspektivierte Ansätze, die Geschlecht in Zusammenhang mit anderen Subjektpositionen analysieren.