Für den Religionsunterricht ist dieses Medium besonders geeignet, weil es eine aktuelle und zugleich grundlegende Frage nach der Zukunft von Religion in der Gesellschaft aufwirft. Die Lehrkraft kann mit dem Zukunftsbild der umgenutzten Kirche beginnen und die Lernenden zunächst eigene Vorstellungen entwickeln lassen, wie Kirche im Jahr 2060 aussehen könnte. Dadurch entsteht ein motivierender Einstieg, der an Lebenswelt und Zukunftsvorstellungen anknüpft. Anschließend kann das Medium in thematische Abschnitte gegliedert werden, etwa Mitgliederschwund, Gründe für Entfremdung, finanzielle Aspekte, gesellschaftliche Folgen und mögliche Zukunftsszenarien. Didaktisch sinnvoll ist es, zwischen Beschreibung und Bewertung zu unterscheiden, damit die Lernenden zunächst wahrnehmen, welche Entwicklungen benannt werden, und danach urteilen, wie sie diese einschätzen. Methodisch bieten sich Gruppenarbeiten an, in denen einzelne Ursachen genauer untersucht und anschließend vorgestellt werden. Ebenso ergiebig sind Diskussionen über die Frage, was Kirche aus Sicht junger Menschen glaubwürdig oder unglaubwürdig macht. Ein Perspektivwechsel kann dadurch entstehen, dass Lernenden aus der Sicht eines Kirchenmitglieds, eines ausgetretenen Menschen oder eines kirchlich distanzierten Jugendlichen argumentieren. Auch eine kreative Weiterarbeit ist gut möglich, etwa in Form eines Zukunftsbriefes an die Kirche, eines Interviews mit einer Person im Jahr 2060 oder eines Entwurfs für eine Kirche, die für Menschen wieder relevant werden könnte. Im Religionsunterricht kann das Medium zudem mit theologischen Fragen verbunden werden, etwa danach, was Kirche ihrem Wesen nach ist, ob sie vor allem Institution oder Gemeinschaft des Glaubens sein soll und wie sie ihrem Auftrag in einer pluralen Gesellschaft gerecht werden kann. So fördert das Material nicht nur Sachwissen über aktuelle Entwicklungen, sondern auch Urteilsfähigkeit, Zukunftsdenken und eine reflektierte Auseinandersetzung mit Glaube und Kirche in der Gegenwart.