Der Artikel analysiert Konfessionslosigkeit als unscharfen Begriff für Menschen ohne formale Mitgliedschaft in Religionsgemeinschaften, die in Deutschland etwa ein Drittel der Bevölkerung ausmachen. Lange Zeit war Konfessionslosigkeit in der Religionspädagogik ein Randthema, seit etwa 2010 rückt sie jedoch stärker in den Fokus bildungspolitischer und wissenschaftlicher Diskurse. Die Ursachen für Konfessionslosigkeit sind vielfältig und reichen von gesellschaftlichen Rahmenbedingungen über Säkularisierungsprozesse bis zu spezifischen kirchlichen Handlungen oder finanziellen Belastungen. Der Wandel in den Mitgliedschaftszahlen von Kirchen und anderen Organisationen wird durch Pluralisierung, Individualisierung und Säkularisierung erklärt, wobei wissenschaftler sich auf die Gewichtung dieser Faktoren uneinig sind. Ein zentraler Kritikpunkt ist die Defizitperspektive des Begriffs, der Menschen nur negativ als das Fehlen von etwas charakterisiert. Zudem wird diskutiert, wie Konfessionslosigkeit von Religionslosigkeit zu unterscheiden ist und wie tatsächliche religiöse Praxis mit formaler Mitgliedschaft korreliert. Der Artikel betont, dass Konfessionslosigkeit als Reflexionskategorie umstritten bleibt und methodologische sowie konzeptionelle Probleme aufwirft, insbesondere hinsichtlich ihrer Definition und internationalen Übertragbarkeit.