Das Medium eignet sich besonders für den Religionsunterricht der Sekundarstufe I und II sowie für fächerübergreifende Lernsettings mit Politik, Ethik oder Geschichte. Didaktisch ermöglicht es einen lebensweltlichen Zugang zu Fragen religiöser Vielfalt und demokratischer Grundwerte. Die Lernenden können zunächst ihr Vorwissen zu Religionen in Deutschland aktivieren und anschließend zentrale Grundrechte arbeitsteilig erschließen. Empfehlenswert ist eine Gruppenarbeit zu den Artikeln des Grundgesetzes, bei der unterschiedliche Aspekte wie Gleichbehandlung, Religionsfreiheit und persönliche Handlungsfreiheit untersucht und anschließend im Plenum präsentiert werden. Die Diskussionsaufgaben fördern die Urteilsbildung, da die Lernenden konkrete gesellschaftliche Konfliktfelder analysieren und eigene Positionen begründet vertreten müssen. Besonders gewinnbringend ist die Arbeit mit aktuellen Beispielen aus Schule, Medien oder Politik, etwa zu religiösen Symbolen, Feiertagsregelungen oder interreligiösem Zusammenleben. Die Materialien unterstützen die Entwicklung von Perspektivübernahme, Argumentationsfähigkeit und demokratischer Gesprächskultur. Darüber hinaus lassen sich Rollenspiele, Debattenformate oder Fallanalysen einsetzen, um die Spannung zwischen individueller Religionsfreiheit, staatlicher Neutralität und den Rechten anderer erfahrbar zu machen. Das Medium fördert somit sowohl fachliche Kompetenzen im Bereich Religion und Gesellschaft als auch zentrale Kompetenzen demokratischer Bildung.
In einem ersten Schritt werden Quellentexte aus Gesetzen über ein Material analysiert. Dabei wird auch die Religionsfreiheit und die besondere Position der Kirchen darin definiert.
In einem zweiten Schritt werden die grundlegenden Rechte der Person bezogen auf Religion über Auszüge aus dem Grundgesetz entwickelt. Ein weiteres Material enthält 5 Forderungen für die Zukunft des Religionsunterrichts. Meine persönliche Meinung zu diesen Forderungen wird entwickelt. Die besondere Bedeutung von alteingesessenen und neuen Religionsgemeinschaften steht dabei im Zentrum. Warum muss der Staat beide gewisse Rechte einräumen und welche sollten das sein? In den Forderungen geht es um neue Formen von Religionsunterricht für andere religiöse Gemeinschaften, um Feiertage, die Umsetzung von religiösen Essensvorschriften in Kantinen, religiöse Gebetsräume und Friedhöfen für neue religiöse Gemeinschaften.
Ein weiteres Arbeitsblatt beschäftigt sich mit neuen religiösen Gemeinschaften in Deutschland. Diese werden gesammelt und ihre Rechte nach dem Grundgesetz werden in Gruppenarbeit festgestellt. Besonders der Begriff ungestörte Religionsausübung untersucht. Auch die Grenzen dieser Handlungsfreiheit werden festgehalten. Mögliche Reibungspunkte unterschiedlicher Gruppen werden erkannt. Das nächste Material untersucht über acht Fragestellungen den Umgang mit Religion in der deutschen Gesellschaft. Fragen beinhalten Religionszwang, Konversion, Speisevorschriften, Kämpfe zwischen den Religionen, Evangelisierung sowie Kritik gegenüber Religion.
Dabei werden auch die Verantwortlichkeiten von Staat und Gesellschaft thematisiert. Dabei geht es um die Zuständigkeit von Staat, Individuen und Religionsgemeinschaften bezogen auf Anschläge, Diskriminierung, Religionsausübung im Beruf, abhalten von Gottesdiensten, abhalten von öffentlichen Festen, religiös bedingtem Mobbing und persönlichen Glauben. Mehrfachnennungen sind möglich.