Der Artikel von Ulrich Kropač untersucht die Religiosität von Jugendlichen im Alter von 15 bis 25 Jahren in Deutschland. Zunächst werden Daten zur Konfessionszugehörigkeit präsentiert: 31% sind katholisch, 29% evangelisch, 9% muslimisch und 22% konfessionslos. Im Vergleich zur Gesamtbevölkerung zeigen sich deutliche Unterschiede, insbesondere ein höherer Muslimanteil und niedrigerer Konfessionslosenanteil bei Jugendlichen. Zentral ist die Erkenntnis, dass Konfessionszugehörigkeit nicht mit tatsächlicher Religiosität gleichzusetzen ist – es gibt sowohl unreligiöse Kirchenmitglieder als auch gläubige Konfessionslose. Der Autor erörtert unterschiedliche Religionsdefinitionen: Während breite Definitionen (wie bei Luckmann oder Tillich) religiöse Potenziale bei allen Menschen annehmen, engere Definitionen fokussieren auf institutionalisierte Religion und Glaubenslehren. Jede Analyse von Religiosität setzt religionstheoretische Voraussetzungen voraus, die die Ergebnisse prägen. Die Shell Jugendstudien zeigen seit 2002 einen kontinuierlichen Rückgang des Gottesglaubens bei katholischen und evangelischen Jugendlichen, während muslimische Jugendliche konstant hohe Glaubensquoten aufweisen (ca. 70%). Trotz sinkender Glaubenswerte wird die Kirche von etwa drei Vierteln der konfessionell gebundenen und immerhin 45% der konfessionslosen Jugendlichen positiv bewertet. Der Artikel betont, dass Vergleiche verschiedener Studien durch unterschiedliche methodische Settings, Altersgruppen, regionale Unterschiede und Schularten erschwert werden.