Für den Religionsunterricht bietet das Medium vielfältige Möglichkeiten, biblisches Lernen mit sozialen und lebensweltlichen Fragen zu Gemeinschaft, Gerechtigkeit, Ausgrenzung und Eucharistie zu verbinden. Besonders geeignet ist es für die Sekundarstufe I und die Sekundarstufe II, wobei Umfang und theologischer Anspruch entsprechend angepasst werden können. Als Einstieg kann die im Material vorgeschlagene Frage nach unterschiedlichen Formen gemeinsamen Essens aufgenommen werden. Die Lernenden sammeln Situationen, in denen Menschen miteinander essen, und überlegen, welche Bedeutung dabei Gemeinschaft, Gastfreundschaft, Feier, Zugehörigkeit und Atmosphäre besitzen. Das Medium unterscheidet unter anderem zwischen feierlichem Mahl, alltäglichem Mahl, Geschäftsessen und schnellem Essen und arbeitet heraus, dass Essen weit mehr als bloße Sättigung bedeutet. Diese lebensweltliche Annäherung kann durch Fotografien verschiedener Tischgemeinschaften oder durch die Gestaltung einer gedanklichen idealen Tischgemeinschaft erweitert werden. Die Lernenden überlegen, wer eingeladen ist, wer einen Platz erhält, wer möglicherweise ausgeschlossen bleibt und wodurch eine Mahlgemeinschaft gerecht oder ungerecht werden kann. Eine zweite Einstiegsmöglichkeit besteht in der historischen Annäherung an Korinth. Das Material schlägt dazu verschiedene Rollen vor, beispielsweise Hafenarbeiter, versklavte Menschen, Gemeindemitglieder, Hausbesitzer, Händler oder Reisende. Die Lernenden können aus einer gewählten Perspektive beschreiben, wie sie die Stadt erleben, welche Orte für sie wichtig sind, welchen Menschen sie begegnen und welchen gesellschaftlichen Status sie besitzen. Dadurch werden soziale Unterschiede nicht nur als historische Informationen aufgenommen, sondern aus unterschiedlichen Perspektiven erschlossen. Für die anschließende Textarbeit bietet sich die vom Medium vorgeschlagene Inszenierung einer frühchristlichen Gemeindeversammlung besonders an. Ein Lernender übernimmt die Rolle des Boten, der den Brief des Paulus nach Korinth bringt. Andere Lernende reagieren aus ihren zuvor entwickelten Rollen spontan auf das Gehörte. Auf diese Weise wird deutlich, dass die Paulusbriefe keine abstrakten theologischen Abhandlungen sind, sondern auf konkrete Konflikte bestimmter Gemeinden reagieren. Dies entspricht der grundlegenden Einführung des Mediums, das die Paulusbriefe als Texte mit einem konkreten Sitz im Leben beschreibt. Anschließend sollte 1 Kor 11,17 bis 34 genauer analysiert werden. Die Lernenden können herausarbeiten, wen Paulus kritisiert, worin der Konflikt besteht und weshalb soziale Ungleichheit für ihn der Bedeutung des Herrenmahls widerspricht. Besonders ergiebig ist der im Material vorgeschlagene Vergleich mit 1 Kor 10,16 bis 17 und 1 Kor 12,12 bis 14. Die Lernenden untersuchen dabei die Bedeutung des Bildes vom einen Leib und fragen, welche Konsequenzen dieses Bild für eine Gemeinschaft besitzt. Hier kann ein Gegenwartsbezug hergestellt werden: Eine Gemeinschaft kann sich als Einheit bezeichnen und zugleich durch soziale Unterschiede, mangelnde Teilhabe oder Ausgrenzung geprägt sein. Die Lernenden können anhand fiktiver Situationen Kriterien dafür entwickeln, wann aus einem bloßen Zusammensein tatsächlich Gemeinschaft entsteht. Für konfessionell gemischte oder religiös heterogene Lerngruppen sollte die Eucharistie sowohl aus der Innenperspektive christlichen Glaubens als auch beschreibend erschlossen werden, ohne eine persönliche religiöse Zustimmung vorauszusetzen. Eine weitere Vertiefung ermöglicht der Vergleich der paulinischen Einsetzungsworte mit Mt 26,26 bis 29, Mk 14,22 bis 25 und Lk 22,19 bis 20. Dabei können Gemeinsamkeiten und Unterschiede herausgearbeitet und als Ausdruck einer lebendigen frühchristlichen Überlieferung verstanden werden. Zur Aktualisierung eignet sich der kreative Schreibauftrag des Mediums, einen Brief im Namen des Paulus an eine heutige Gemeinde zu verfassen. Die Lernenden formulieren darin, was Paulus möglicherweise loben und was er hinsichtlich Gemeinschaft, Eucharistie, sozialer Verantwortung oder Ausgrenzung kritisieren würde. Alternativ kann die Bilddarstellung von Sieger Köder auf Seite 4 betrachtet werden. Zunächst werden Personen, Speisen, Gesten, Blickrichtungen und die Gestaltung der Tischgemeinschaft beschrieben. Danach können die Lernenden das Bild mit dem paulinischen Verständnis des einen Leibes verbinden und einen eigenen Titel formulieren. Auch der Text „Inkonsequent“ von Lothar Zenetti auf derselben Seite eignet sich als pointierter Abschluss, da er die religiöse Bedeutung von Wandlung mit der Bereitschaft zur tatsächlichen Veränderung verbindet. Das vorgeschlagene gemeinsame Essen von Brot kann schließlich als Gemeinschaftserfahrung eingesetzt werden, sollte im schulischen Kontext jedoch klar von einer Eucharistiefeier unterschieden werden. Insgesamt ermöglicht das Medium einen besonders anschaulichen Zugang zu Paulus, weil historische Kontextualisierung, genaue Bibelarbeit, Perspektivübernahme, soziales Lernen und lebensweltliche Aktualisierung miteinander verbunden werden.