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Was bedeutet „sich frei bewegen“?

Veröffentlichung:1.1.2025

Das Medium „Was bedeutet sich frei bewegen?“ mit drei Seiten richtet sich an Lernende ab Klasse 5 und thematisiert die Freizügigkeit als Grundrecht nach Artikel 11 des Grundgesetzes. Im Mittelpunkt steht die Freiheit, den eigenen Wohnort und Aufenthaltsort wählen zu können, sowie die Bedeutung dieser Freiheit für die persönliche Entfaltung und das gesellschaftliche Zusammenleben. Ausgehend von der Frage, wo die Lernenden später gerne wohnen oder arbeiten möchten, wird das Thema zunächst mit einer Karte von Deutschland erschlossen. Anschließend verdeutlicht das Beispiel einer Familie, die ihren Wohnort und Arbeitsplatz verändert, welche konkreten Auswirkungen die Freizügigkeit auf das Leben von Menschen haben kann. In weiteren Alltagssituationen beschäftigen sich die Lernenden mit einem Umzug aufgrund einer neuen Arbeitsstelle, einem Wohnortwechsel für ein Studium und einem Umzug in die Nähe pflegebedürftiger Großeltern. Dabei betrachten sie jeweils Vorteile und Nachteile der Entscheidungen. Abschließend wird Artikel 11 des Grundgesetzes aufgegriffen und die Frage reflektiert, welche persönliche und gesellschaftliche Bedeutung das Recht auf Freizügigkeit besitzt.

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Didaktisch und methodisch bietet das Medium einen lebensnahen Zugang zu einem Grundrecht, dessen Bedeutung für Lernende zunächst selbstverständlich erscheinen kann. Statt mit einer abstrakten Definition zu beginnen, aktiviert die Frage nach einem zukünftigen Wohnort oder Arbeitsplatz persönliche Wünsche und Vorstellungen. Dadurch wird deutlich, dass Freizügigkeit konkrete Lebensgestaltung ermöglicht. Die Verwendung einer digitalen Karte unterstützt diesen Einstieg visuell und ermöglicht eine aktive geografische Verortung. Alternativ kann eine gedruckte Karte verwendet werden, auf der Orte und Symbole unmittelbar platziert werden. Das Material weist ausdrücklich auf diese haptische Möglichkeit hin. Im Religionsunterricht lässt sich der Einstieg mit grundlegenden Fragen nach Freiheit, Selbstbestimmung, Lebensgestaltung und Verantwortung verbinden. Die Lernenden können darüber nachdenken, welche Bedeutung die Möglichkeit eigener Entscheidungen für ein selbstbestimmtes und gelingendes Leben besitzt. In der anschließenden Erarbeitung empfiehlt es sich, zunächst am Beispiel der Familie Müller zu verdeutlichen, dass ein Wohnortwechsel unterschiedliche Lebensbereiche berührt. Die Frage, was es für eine Familie bedeutet, Wohnort und Arbeitsplatz verändern zu dürfen, sollte dabei mit der Gegenfrage verbunden werden, wie sich das Leben verändern würde, wenn eine solche Entscheidung nicht frei getroffen werden könnte. Auf diese Weise wird das Grundrecht nicht nur benannt, sondern durch ein Gedankenexperiment in seiner Bedeutung erschlossen. Besonders geeignet ist anschließend die im Medium vorgesehene arbeitsteilige Partnerarbeit mit den Situationskarten. Die Lernenden können unterschiedliche Lebenslagen untersuchen, Motive für einen Umzug benennen und Auswirkungen auf die beteiligten Personen herausarbeiten. Dabei werden neben beruflichen und schulischen Aspekten auch familiäre Beziehungen, Fürsorge, persönliche Wünsche und Zukunftsperspektiven sichtbar. Die Ergebnisse können danach im Unterrichtsgespräch zusammengeführt werden. Leitfragen wie „Warum möchte die Person oder Familie umziehen?“ und „Was wäre, wenn sie das nicht dürften?“ helfen dabei, von der konkreten Situation zur allgemeinen Bedeutung des Grundrechts zu gelangen. Falls wenig Unterrichtszeit zur Verfügung steht, können die Situationen statt in Partnerarbeit gemeinsam im Plenum bearbeitet werden. Ebenso lässt sich das Thema mit Fragen nach der freien Berufswahl und eigenen Berufswünschen verbinden. Für den Religionsunterricht bietet sich darüber hinaus eine ethische Vertiefung an. Die Lernenden können überlegen, warum Freiheit für die Entwicklung eines Menschen bedeutsam ist, welche Verantwortung aus frei getroffenen Entscheidungen entsteht und welche Rolle Beziehungen zu Familie und anderen Menschen bei der Gestaltung des eigenen Lebens spielen. Gerade die Situationskarte zum Umzug in die Nähe älterer Großeltern ermöglicht eine Auseinandersetzung mit einem möglichen Spannungsverhältnis zwischen persönlicher Freiheit und Verantwortung für andere. Wichtig ist dabei, unterschiedliche Entscheidungen nicht vorschnell moralisch zu bewerten, sondern verschiedene Interessen und Perspektiven wahrzunehmen. In der abschließenden Reflexion wird Artikel 11 des Grundgesetzes mit den zuvor behandelten Situationen verbunden. Der Begriff Freizügigkeit kann dabei altersgerecht als die Freiheit erläutert werden, selbst über Wohnsitz und Aufenthaltsort entscheiden zu dürfen. Das Material verdeutlicht zugleich, dass dieses in Artikel 11 des Grundgesetzes verankerte Recht auf deutsche Staatsbürger bezogen ist und das Recht auf Ausreise beziehungsweise Auswanderung nicht umfasst. Als Sicherung können die Lernenden einen persönlichen Satz formulieren, etwa was Freizügigkeit für sie bedeutet oder weshalb dieses Recht für eine freie Gesellschaft wichtig ist. Dadurch verbindet das Medium Grundrechtsbildung mit ethischer Urteilsbildung und eröffnet im Religionsunterricht einen Zugang zu zentralen Fragen nach Freiheit, Selbstbestimmung, Verantwortung, Fürsorge und gelingendem Zusammenleben.

Rheinland-Pfalz

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Sekundarstufe I | Jahrgangsstufe 6

6.3 Von einer besseren Welt erzählen: Das Reich Gottes.

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