Primarstufe, explizit Klassen 3–6. Die Bilderbuch-Zugänge und die kreativ-handelnden Methoden sind primär für Klasse 3/4 geeignet; die service-learning-Methode und die theologische Reflexion können ab Klasse 5/6 vertieft werden.
Curriculare Einbettung: BNE / Schöpfungsverantwortung / Umweltethik / Nächstenliebe und Diakonie / Jüngerschaft und Nachfolge (Mt 25,40). Fächerübergreifende Anknüpfungspunkte: Sachkunde (Natur und Umwelt), Deutsch (Bilderbuch, Schreiben eines Briefs), Kunst (Die eigene wunderschöne Wiese malen). Der Bezug auf das Reich-Gottes-Motiv und die Schöpfungstheologie ist für den katholischen wie evangelischen RU gleichermaßen anschlussfähig. Die Autorin ist an einer evangelischen KPH tätig; die Inhalte sind ökumenisch kompatibel.
Methodische Stärken: Das Bilderbuch ermöglicht unmittelbare emotionale Involvierung und ist für die Primarstufe ein ausgezeichnetes didaktisches Medium. Die Unterbrechungsstrategie – Geschichte an definierten Momenten pausieren, SuS zu Handlungsvorschlägen auffordern (Brief an den Bürgermeister) – erzeugt kognitive Dissonanz und fördert moralisches Urteilen. Der Übergang von der literarischen Fiktion zur realen Umgebungsanalyse (Spaziergang rund um die Schule) verbindet Lernen mit konkreter Lebenswelt. Service learning verknüpft religiöse Motivation mit sozialer Praxis und bietet echte Selbstwirksamkeitserfahrungen.
Mögliche Unterrichtsszenarien: Klasse 3/4: Vorlesen von „Das Städtchen Drumherum" mit Unterbrechung → SuS schreiben Briefe an den Bürgermeister → Spaziergang zur Umgebungsanalyse (M 1) → Abschlussreflexion: Was hat das mit Schöpfung zu tun? Klasse 5/6: service-learning-Projekt in Kleingruppen → Problemanalyse in der Schulumgebung → Projektplan entwickeln und umsetzen → theologische Reflexion mit Mt 25,40. Mehrstufige Einheit: Vom Bilderbuch über die Umgebungsanalyse bis zur konkreten Aktion (Schild aufstellen, Beet anlegen, Petition schreiben).
Differenzierung: Das Materialblatt M 1 ist direkt einsetzbar. Briefe an den Bürgermeister können als offenes Format oder mit gestützten Satzanfängen angeboten werden. Die theologische Reflexionsebene ist skalierbar: von der schlichten Frage „Warum schützen wir die Natur als Christinnen?" bis zur vertieften Auseinandersetzung mit dem Schöpfungsauftrag und dem Reich-Gottes-Motiv. Für inklusive Settings: bildgestützte Varianten der Umgebungsanalyse, Fotosafari statt schriftlicher Notizen.
Limitationen: Die Bilderbücher stammen aus dem österreichischen Verlagskontext; Verfügbarkeit ist vorab zu klären. Service-learning-Projekte erfordern erhöhten Planungsaufwand und schulische Rahmenbedingungen (Kooperationspartner, Ausgangserlaubnis). Der Beitrag ist knapp gehalten; konkrete Zeitplanung und Verlaufsskizze müssen von der Lehrkraft ergänzt werden.