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Religionspädagogische BeiträgeAlexander SchimmelAnnika Krahn

Religionspädagogische Beiträge,

Alexander Schimmel,

Annika Krahn

„Klima nervt!“ – Zum didaktischen Umgang mit Widerständen bei der Thematisierung des Klimawandels im Religionsunterricht

Veröffentlichung:1.5.2019

Der Artikel untersucht Widerstände von Schüler*innen gegen die Thematisierung des Klimawandels im Religionsunterricht. Basierend auf empirischen Jugendstudie werden drei Einstellungen identifiziert, die eine offene Auseinandersetzung erschweren, und es werden religionsdidaktische Umgangsweisen zur Überwindung dieser Widerstände entwickelt.

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Der Artikel befasst sich mit der Frage, wie Lehrkräfte mit Schüler*innenwiderständen bei der Thematisierung des Klimawandels im Religionsunterricht umgehen können. Ausgehend von der Beobachtung, dass ökologische Problemstellungen zunehmend Raum in öffentlichen Debatten einnehmen, zeigen sich jedoch heterogene Einstellungen bei Schüler*innen. Die Autoren analysieren Daten aus verschiedenen Jugendstudie (Shell-Studie 2019, BMU-Studie 2019/2020, SINUS-Studie), die zeigen, dass etwa zwei Drittel der Jugendlichen den Klimawandel als bedrohlich wahrnehmen, aber nur etwa ein Fünftel bereit sind, klimaschützende Maßnahmen zu ergreifen. Ein weiteres Fünftel leugnet den Klimawandel ganz. Zusätzlich untersuchen die Autoren Einstellungen gegenüber dem Religionsunterricht selbst, da dieser bei vielen Schüler*innen seit Jahrzehnten ein niedriges Ansehen genießt. Aus den empirischen Befunden identifizieren die Autoren drei unabhängig voneinander auftretende Einstellungselemente, die Widerstände prägen: (1) mangelndes Problembewusstsein bezüglich der Klimakrise oder Klimaskepsis, (2) Zweifel an der eigenen Verantwortlichkeit und mangelnde Selbstwirksamkeit, (3) Skepsis bezüglich der Zuständigkeit und Kompetenz des Religionsunterrichts für dieses Thema. Basierend auf sozialpsychologischen Konzepten von Einstellungen als durch Erfahrung vorstrukturierte, relativ dauerhafte Reaktionsdispositionen entwickeln die Autoren ein didaktisches Modell mit drei Dimensionen: (a) bewusst machen und klären, (b) sachgerecht und differenziert informieren, (c) selbstkritische Haltung und Diskursbereitschaft fördern. Zu jeder Schüler*inneneinstellung werden konkrete unterrichtliche Maßnahmen vorgeschlagen: Für Klimaskeptiker*innen wird die Auseinandersetzung mit subjektiven Theorien, gesicherten wissenschaftlichen Erkenntnissen und sozialpsychologischen Prozessen der Meinungsbildung empfohlen. Für jene mit mangelnder Selbstwirksamkeit werden die Differenzierung von Individual- und Sozialethik, Klimagerechtigkeit, Begegnungslernen und positive Gruppenerfahrungen in Nachhaltigkeitsprojekten vorgeschlagen. Zur Überwindung von Skepsis gegenüber dem Religionsunterricht wird ein theologischer Aufweis der Relevanz des Themas (Schöpfungstheologie, Reich-Gottes-Botschaft) und eine Reflexion von Theologizität als positionell-partizipatorische Hermeneutik empfohlen. Die Autoren betonen, dass eine ernsthafte Auseinandersetzung mit Bedenken zur Steigerung der Akzeptanz des Religionsunterrichts und zur Identitätsbildung aller Schüler*innen beitragen kann.

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