Für den Religionsunterricht eignet sich das Medium besonders, um Lernenden die Verbindung von Glauben, Ethik und globaler Verantwortung nahezubringen. Einstiegsmöglichkeiten bieten Alltagsgegenstände wie Kleidung, Smartphone, Schokolade oder Kaffee, an denen Lieferketten und unsichtbare Ausbeutung sichtbar gemacht werden können. Lernenden können ihren eigenen Konsum reflektieren, die Frage nach persönlicher Verantwortung diskutieren und zwischen individueller Handlungsmöglichkeit und politischer Strukturveränderung unterscheiden. Didaktisch fruchtbar ist die Arbeit mit der Spannung zwischen Freiheit als Konsumfreiheit und Freiheit als biblisch begründeter Verantwortung. Biblische Texte zum Exodus, zu Pessach, zu Paulus und zur Nächstenliebe können mit aktuellen Beispielen moderner Sklaverei in Beziehung gesetzt werden. Methodisch eignen sich Rechercheaufträge, Fallgeschichten, Schreibgespräche, Perspektivwechsel, Standpunktlinien, Rollendiskussionen und produktorientierte Aufgaben wie die Entwicklung einer Ausstellung, eines Gottesdienstimpulses oder einer Aktion für fairen Konsum. Wichtig ist eine sensible Gestaltung, da das Thema Gewalt, Ausbeutung und sexuelle Zwangsausbeutung berührt. Lernenden sollten nicht moralisch überfordert werden, sondern erfahren, dass Hinschauen, Fragen, solidarisches Handeln und politisches Engagement konkrete Ausdrucksformen christlicher Freiheit sein können.