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TheoWebMagdalena Breit

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Magdalena Breit

Transformationsbildung, politische Bildung oder religiöse Bildung? Feldvermessung und Literaturüberblick zum religionspädagogischen Diskurs um religiöse Bildung für nachhaltige Entwicklung

Veröffentlichung:1.5.2026

Wie kann religiöse Bildung zur Lösung globaler Nachhaltigkeitskrisen beitragen? Ein Überblick über einen wachsenden religionspädagogischen Diskurs, der zwischen Transformationsbildung und kritischer Politikpädagogik neue Wege erkundet.

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Der Diskurs über religiöse Bildung für nachhaltige Entwicklung (rBNE) ist in der deutschsprachigen Religionspädagogik ein wachsendes und vielfältig beleuchtes Forschungsfeld. Der vorliegende Beitrag sichtet und systematisiert diesen Diskurs, der seinen Anfang in der Enzyklika Laudato si' (2015) nimmt und sich seitdem zu einem kohärenten religionspädagogischen Arbeitsfeld entwickelt hat. Die zentralen theoretischen Grundlagen wurden durch zwei einflussreiche Monographien geprägt: Katrin Bederna (2019) konzeptualisiert rBNE als Transformationsbildung und betont die Fähigkeit religiöser Bildung, Schülerinnen und Schüler zu Anwälten für die Schöpfung und die Armen zu aktivieren. Claudia Gärtner (2020a) erweitert das Feld um eine politische Perspektive und setzt sich kritisch mit den Herausforderungen auseinander, die sich aus der Diskrepanz zwischen Wissen und Handeln ergeben (Mind-Behavior-Gap). Beide Autorinnen identifizieren in der religiösen Perspektive einen spezifischen Mehrwert für die Nachhaltigkeitsbildung: theologische Eigenlogiken, die Fragen von Alterität, Zeit, Schöpfung und eschatologischer Hoffnung in den Bildungsprozess einbringen. Der Beitrag verfolgt die Entwicklung vom ersten religionspädagogischen Impuls durch Simone Birkel (2016) über die systematische Verknüpfung von BNE und theologischem Denken bis zur späteren Vertiefung und Verflechtung der Bederna- und Gärtner-Ansätze. Dabei werden zentrale Themen des Diskurses adressiert: die Notwendigkeit einer reflektierten Sprache, die Förderung ästhetischer und Gestaltungskompetenzen, die Bedeutung gemeinschaftlicher Unterstützung, die Kritik normativer Ansätze sowie die Forderung nach interdisziplinären Methoden. Der Text bietet einen Überblick über relevante deutschsprachige Veröffentlichungen bis 2024 und zeigt, dass trotz der intensiven Debatte noch Forschungsdesiderate in verschiedenen Themenbereichen bestehen.

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8.5.2026

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