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Magazin ZeitspRUng

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„Vom Ende der Klimakrise“

Lust auf eine neue Zukunft

Veröffentlichung:9.3.2026

Der Artikel von Matthias Hahn, erschienen in der Zeitschrift zeitsprung (2/2021), stellt einen Unterrichtsentwurf für die Klassenstufen 10–12 vor, der auf dem Buch „Vom Ende der Klimakrise – Eine Geschichte unserer Zukunft" von Luisa Neubauer und Alexander Repenning (Klett-Cotta 2020) basiert. Nach biographischen Informationen zu den Autor*innen und einer theologisch-didaktischen Rahmung (u. a. mit Bezug auf Claudia Gärtners Konzept religiöser Bildung für nachhaltige Entwicklung) werden fünf gekürzte Textauszüge aus dem Buch als Unterrichtsmaterialien bereitgestellt: M1 zur Klimakrise als Dystopie, M2a zur Kommunikationskrise und Framing, M2b zur Wohlstandskrise und globaler Ausbeutung, M2c zur Generationengerechtigkeit sowie M3a–c zum Possibilismus, zur Kraft gewaltfreier Bewegungen und zur Notwendigkeit positiver Zukunftsvisionen. Jedes Material ist mit konkreten Arbeitsaufträgen versehen, die Erfahrungsebene, Diskussion und den Bezug zu christlichen Positionen verbinden.

Das Medium „Vom Ende der Klimakrise. Lust auf eine neue Zukunft“ ist ein Unterrichtsentwurf für den Religionsunterricht in den Klassenstufen 10 bis 12 und basiert auf ausgewählten und gekürzten Texten aus dem Buch „Vom Ende der Klimakrise. Eine Geschichte unserer Zukunft“ von Luisa Neubauer und Alexander Repenning. Ausgangspunkt sind die Fragen, ob die Zukunft noch gestaltbar ist, wie die Klimakrise überwunden werden kann und welche individuellen, gesellschaftlichen und politischen Veränderungen dafür notwendig sind. Das Medium betrachtet die Klimakrise dabei nicht allein als ökologisches Problem, sondern als Kommunikationskrise, Wohlstandskrise, Gerechtigkeitskrise und Verantwortungskrise. Zugleich wird die Thematik mit zentralen Perspektiven des Religionsunterrichts wie Schöpfung, Gerechtigkeit, Verantwortung, Hoffnung und Zukunft verbunden. Die Materialien führen von dystopischen Zukunftsbildern über die Analyse gegenwärtiger Probleme hin zu Handlungsmöglichkeiten und positiven Zukunftsvisionen. Thematisiert werden unter anderem Zukunftsängste junger Menschen, die Bedeutung sprachlicher Deutungsrahmen in der Klimadebatte, Wohlstand und globale Ausbeutung, Generationengerechtigkeit, Possibilismus, gesellschaftliches Engagement sowie die Entwicklung eigener Vorstellungen von einer klimagerechten Zukunft. Die abschließenden Materialien fordern ausdrücklich dazu auf, eigene Zukunftsvisionen zu formulieren und diese mit Visionen aus der biblischen Tradition in Beziehung zu setzen.

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Das Medium eignet sich besonders für einen problemorientierten Religionsunterricht, der die Klimakrise nicht nur unter ökologischen Gesichtspunkten behandelt, sondern nach ihrer ethischen, religiösen und gesellschaftlichen Bedeutung fragt. Der Unterricht kann unmittelbar an Erfahrungen, Sorgen und Zukunftsvorstellungen der Lernenden anknüpfen. Gerade weil die Klimakrise für junge Menschen mit Fragen nach der eigenen Zukunft, nach Generationengerechtigkeit und nach gesellschaftlicher Verantwortung verbunden ist, eröffnet das Material Möglichkeiten, persönliche Erfahrungen mit religiöser und ethischer Urteilsbildung zu verbinden. Der Religionsunterricht erhält dabei die Aufgabe, Lernende sprachfähig für Zukunftsängste und Zukunftshoffnungen zu machen und diese mit den christlichen Themen Frieden, Gerechtigkeit, Bewahrung der Schöpfung und Eschatologie ins Gespräch zu bringen. Wichtig ist dabei, weder Katastrophenszenarien zu verharmlosen noch Lernende durch die Größe der Problematik zu überfordern. Das Material bietet dafür eine geeignete Dramaturgie, da es Wahrnehmung und Analyse mit der Suche nach Handlungsmöglichkeiten und Zukunftshoffnungen verbindet.

Methodisch können die Materialien vollständig oder in einer begründeten Auswahl eingesetzt werden. Der Unterrichtsentwurf empfiehlt, aus den Bereichen Dystopie, Analyse und Hoffnungsanlässe jeweils mindestens einen Text auszuwählen. Erfahrungsebene, Diskussion und Transfer bilden zentrale didaktische Prinzipien der Aufgabenstellungen. Zugleich sollen Gemeinsamkeiten und Unterschiede zwischen den Argumentationen von Neubauer und Repenning und christlichen Positionen und Initiativen herausgearbeitet werden. Für eine Unterrichtsreihe bietet sich deshalb eine Abfolge von Wahrnehmen, Analysieren, Beurteilen und Gestalten an. Zu Beginn können die Lernenden eigene Assoziationen zur Zukunft sammeln und beispielsweise die Frage bearbeiten, ob sie persönlich eher hoffnungsvoll oder besorgt auf das Jahr 2050 blicken. Anschließend wird der Text zur Dystopie gelesen und hinsichtlich der darin formulierten Ängste und Zukunftsbilder untersucht. Die im Material vorgesehene Verbindung mit eigenen Erfahrungen schafft einen persönlichen Zugang. Die Auseinandersetzung mit dem jüdischen und christlichen Schöpfungsglauben erweitert die Diskussion anschließend um eine religiöse Perspektive. Ein Brief an die Elterngeneration oder an die Autoren ermöglicht einen produktionsorientierten Abschluss dieser Unterrichtsphase.

Für die analytische Vertiefung können unterschiedliche Gruppen jeweils einen Schwerpunkt bearbeiten. Eine Gruppe untersucht die Klimakrise als Kommunikationskrise und beschäftigt sich mit Frames sowie den unterschiedlichen Bedeutungen von Begriffen wie Klimawandel und Klimakrise. Eine weitere Gruppe setzt sich mit Wohlstand, Konsum und globalen Produktionsbedingungen auseinander. Dabei können alltägliche Produkte wie Kleidung, Lebensmittel oder elektronische Geräte zum Ausgangspunkt einer Recherche über soziale und ökologische Folgen des eigenen Konsums werden. Besonders religionspädagogisch relevant ist die im Material vorgeschlagene Gegenüberstellung von materiellem Wohlstand und dem christlichen Verständnis eines guten Lebens. Die Ergebnisse können anschließend in einem Gruppenpuzzle oder einer moderierten Diskussion zusammengeführt werden. Dadurch erkennen die Lernenden, dass die Klimakrise ökologische, wirtschaftliche, politische, sprachliche und ethische Dimensionen miteinander verbindet.

Einen weiteren Schwerpunkt bildet die Generationengerechtigkeit. Hier bietet sich ein biografischer und dialogischer Zugang an. Das Material schlägt Gespräche mit Angehörigen einer älteren Generation über Zukunftsvorstellungen und Zukunftswünsche sowie ein Interview mit einer Person aus dem kirchlichen Bereich zum Engagement für Generationengerechtigkeit und Klimafragen vor. Diese Aufgaben eignen sich besonders, um den Unterricht für außerschulische Perspektiven zu öffnen. Die Ergebnisse können im Unterricht miteinander verglichen und daraufhin untersucht werden, welche Vorstellungen von Verantwortung gegenüber zukünftigen Generationen sichtbar werden. Eine weiterführende religionsethische Diskussion kann danach fragen, ob Menschen Verantwortung für Personen tragen, die noch nicht geboren sind, und wie sich eine solche Verantwortung aus christlicher Sicht begründen lässt.

Von besonderer Bedeutung für die Unterrichtsdramaturgie ist der Übergang von Krisendiagnosen zu Handlungsmöglichkeiten. Das Material führt hierfür den Begriff des Possibilismus ein. Gemeint ist eine Haltung, die weder in pessimistischem Fatalismus verharrt noch davon ausgeht, dass sich die Probleme ohne eigenes Handeln lösen werden. Stattdessen steht die Möglichkeit einer besseren Zukunft im Mittelpunkt, für deren Verwirklichung aktives Handeln erforderlich ist. Die Lernenden können die Positionen Pessimismus, Possibilismus und Optimismus zunächst voneinander unterscheiden und anschließend ihre eigene Haltung reflektieren. Religionspädagogisch besonders ergiebig ist die Frage nach Gemeinsamkeiten und Unterschieden zwischen Possibilismus und christlicher Hoffnung. Dabei kann herausgearbeitet werden, dass christliche Hoffnung nicht mit einem einfachen Optimismus gleichgesetzt werden muss. Die Lernenden können untersuchen, welche Bedeutung Hoffnung angesichts realer Krisen besitzt und in welchem Verhältnis Hoffnung und verantwortliches Handeln stehen.

Das Material eröffnet darüber hinaus Möglichkeiten für handlungsorientiertes und projektbezogenes Lernen. Die Texte zum gesellschaftlichen Engagement können zum Anlass genommen werden, historische und gegenwärtige Beispiele gewaltfreien Engagements zu untersuchen. Das Medium fordert die Lernenden ausdrücklich dazu auf, nach Personen aus der christlichen Tradition zu recherchieren, die sich für Gewaltfreiheit eingesetzt haben, und darüber nachzudenken, wofür sie sich selbst engagieren würden. Denkbar ist anschließend die Planung eines überschaubaren eigenen Projekts zur Nachhaltigkeit in Schule, Gemeinde oder Alltag. Dabei sollte jedoch vermieden werden, moralischen Druck aufzubauen oder individuelle Lebensführung zum alleinigen Maßstab für Klimaverantwortung zu machen. Vielmehr können individuelle, gesellschaftliche und politische Handlungsebenen unterschieden und hinsichtlich ihrer Möglichkeiten und Grenzen diskutiert werden.

Für den Abschluss einer Unterrichtsreihe eignet sich das Material zu Zukunftsvisionen besonders gut. Die Lernenden entwickeln Vorstellungen davon, wie sie in einer klimagerechten Zukunft leben, wohnen, essen und sich fortbewegen möchten. Anschließend setzen sie diese Vorstellungen mit großen Visionen der biblischen Tradition in Beziehung. Methodisch können Zukunftstexte, Collagen, digitale Präsentationen, Zukunftsbriefe oder kreative Darstellungen entstehen. Eine gemeinsame Zukunftswerkstatt bietet die Möglichkeit, zunächst Probleme wahrzunehmen, anschließend Visionen zu entwickeln und schließlich konkrete Handlungsmöglichkeiten zu formulieren. Damit endet die Beschäftigung mit der Klimakrise nicht bei Angst und Bedrohung, sondern öffnet einen Raum für Hoffnung, Verantwortung und Gestaltung. Gerade hierin liegt eine besondere religionspädagogische Stärke des Mediums: Die offene Zukunft wird als Raum menschlicher Verantwortung und zugleich als Gegenstand religiöser Hoffnung erschlossen.


Klassenstufe: Klassen 10–12 (Oberstufe; im Artikel explizit angegeben). Die analytische Tiefe der Texte, die ethisch-politischen Fragestellungen und die Aufgaben zur eigenständigen Positionierung setzen ein Reflexionsvermögen voraus, das typisch für die gymnasiale Oberstufe ist.

Thematische Verortung im katholischen RU: Obwohl der Artikel aus evangelischem Kontext stammt, ist der Unterrichtsentwurf im katholischen Religionsunterricht ohne inhaltliche Abstriche einsetzbar. Einschlägige Lernbereiche sind: Bewahrung der Schöpfung und Schöpfungsverantwortung (Laudato si', Laudate Deum), Gerechtigkeit und Solidarität als christliche Grundwerte, Eschatologie und Reich-Gottes-Hoffnung, Sozialethik und christliches Engagement in der Gesellschaft sowie prophetische Tradition und biblische Zukunftsvisionen. Der Bezug zu päpstlichen Lehrschreiben (insbesondere Laudato si') liegt nahe und kann als eigenständiges Material ergänzt werden.

Stärken des Entwurfs: Die Materialien verknüpfen konsequent eine sachlich-analytische Ebene (Klimakrise als Kommunikations-, Wohlstands- und Gerechtigkeitskrise) mit einer normativen und visionären Ebene (Possibilismus, Utopie, Mobilisierung). Diese Struktur entspricht dem religionspädagogischen Anspruch, nicht bei Problemdiagnosen stehen zu bleiben, sondern Handlungsperspektiven zu eröffnen. Besonders wertvoll ist die dreistufige Anlage: Dystopie → Analyse → Hoffnung, die einen Spannungsbogen durch die gesamte Einheit legt.

Methodische Hinweise: Die Aufgaben sind durchgängig handlungs- und diskussionsorientiert. Besonders die Interviews (M2c: Gespräch mit einer Kirchenvertreterin oder einer Person der älteren Generation) und die Biographierecherche zu Vertreterinnen gewaltfreier Bewegungen (M3b) fördern eigenverantwortliches Lernen und außerschulische Begegnung. Im katholischen Kontext bietet sich für M3b neben King, Gandhi und Mandela die Nennung christlicher Vorbilder wie Franz von Assisi, Franziska von Rom oder Dorothy Day an.

Theologische Vertiefung: Hahns Bezug auf Claudia Gärtners BNE-Konzept (Vulnerabilität, Eschatologie, Emanzipation) gibt Lehrkräften eine fundierte religionsdidaktische Grundlage an die Hand. Im katholischen RU lässt sich dies durch die Option für die Armen (Befreiungstheologie), das Konzept der integralen Ökologie (Laudato si') und den Hoffnungsbegriff bei Jürgen Moltmann oder Karl Rahner erweitern. Die Spannung zwischen Possibilismus und christlicher Hoffnung (M3a, Aufgabe 3) ist ein besonders ergiebiger theologischer Gesprächsanlass.

Differenzierung: Die Materialien können modular eingesetzt werden; Hahn empfiehlt selbst, aus allen drei Abschnitten mindestens einen Text zu wählen. Für leistungsstärkere Kurse eignen sich die Aufgaben zu Framing (M2a) und zur Beziehung von Zukunftsvisionen und biblischer Tradition (M3c) als anspruchsvolle Vertiefung. Für einen kürzeren Einsatz empfiehlt sich die Kombination von M1 (Einstieg, Betroffenheit) und M3a (Possibilismus, Handlungsperspektive).

Hessen

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Sekundarstufe I | Jahrgangsstufe 9

9G.2 Darf man alles, was man kann? Fortschritt und menschliche Zukunft.

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9.3.2026

konfessionelle Kooperation ,Interreligiöser Dialog

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Menschen & Welt

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