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Georg Bucher

Hoffnung in Sicht? Religionspädagogische Anmerkungen zum Umgang mit Klimaemotionen

Veröffentlichung:1.5.2026

Junge Menschen verzweifeln an der Klimakrise. Wie können Religionspädagogik und Theologie ihnen helfen, Hoffnung zu bewahren und trotz Angst handlungsfähig zu bleiben? Ein Plädoyer für die ernsthafte Arbeit mit Klimaemotionen im Unterricht.

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Klimakrisenangst ist real – und Hoffnung wird zur knappen Ressource. Der Artikel nimmt sich eines noch wenig etablierten Ausdrucks an: Klimaemotionen. Aus religionspädagogischer Perspektive wird untersucht, wie diese Gefühle der Besorgnis, Wut und Ohnmacht theologisch und pädagogisch produktiv gemacht werden können. Ausgangspunkt ist eine beunruhigende Statistik: 86 Prozent der 14- bis 24-Jährigen in Deutschland sorgen sich um ihre Zukunft; nur 8 Prozent hoffen, dass es ihren Kindern besser gehen wird. Diese „Zukunftssorgen" stellen die Möglichkeit des Hoffens selbst in Frage – und damit auch zentrale Anliegen von Pädagogik und Theologie. Der Autor entwickelt seine Überlegungen anhand eines konkreten Beispiels: der Frankfurter Ausstellung „KLIMA_X" im Museum für Kommunikation. Dort werden Besucherinnen und Besucher mit Klimaemotionen in personifizierter Form konfrontiert – dem „geschockten Erdmännchen" oder dem „wütenden Gorilla". Diese multimediale Vermittlungsstrategie zielt darauf, die Kluft zwischen Wissen und Handeln (den „mind behaviour gap") zu überbrücken. Dabei spielen Emotionen eine zentrale Rolle: Sie werden nicht als bloß individuelle psychologische Phänomene verstanden, sondern als medial erzeugte, geteilte und regulierbare Größen, die politisch bearbeitbar sind. Die deutschsprachige Religionspädagogik, insbesondere in ihrer politischen Ausrichtung, erweist sich dem Problemkomplex gegenüber als hochgradig anschlussfähig. Zugleich zeigt sich: Die pädagogische Arbeit an Klimaemotionen führt in Grenzbereiche schulischen Unterrichts und ist permanenten Funktionalisierungsgefahren ausgesetzt. Theologisch verweist dies auf die modale Hoffnung als Hoffnung wider die Hoffnungslosigkeit – nicht als naive Zuversicht, sondern als bewusste Entscheidung zum Handeln trotz Kontingenz.

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8.5.2026

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