Das Medium eignet sich besonders für einen kompetenzorientierten Religionsunterricht, in dem biblische Erzählungen als lebensbedeutsame Glaubenszeugnisse erschlossen werden. Die Unterrichtsreihe verbindet sachorientiertes Lernen mit emotionalen, kreativen und performativen Zugängen. Lernende werden immer wieder dazu eingeladen, die Perspektive der handelnden Personen einzunehmen und deren Gefühle, Hoffnungen und Zweifel nachzuvollziehen. Dadurch entsteht eine enge Verbindung zwischen den biblischen Erfahrungen und den eigenen Lebenssituationen.
Methodisch zeichnet sich das Material durch eine große Vielfalt aus. Bodenbilder, Bildbetrachtungen, Erzählphasen, Partner und Gruppenarbeit, Rollenspiele, kreative Schreibaufgaben, Bastelangebote sowie Gesprächsanlässe ermöglichen unterschiedliche Zugänge und berücksichtigen verschiedene Lernvoraussetzungen. Differenzierte Arbeitsblätter erleichtern den Einsatz in heterogenen Lerngruppen und fördern individuelles Lernen. Besonders die Rollenspiele und Perspektivwechsel unterstützen die Entwicklung von Empathie und fördern kommunikative Kompetenzen. Kreative Gestaltungsaufgaben wie Schutzschilder, Sonnenblumen, Schmuckblätter oder Gebete eröffnen Lernenden Möglichkeiten, persönliche Glaubensfragen und eigene Erfahrungen auszudrücken.
Die Unterrichtsreihe eignet sich sowohl für eine vollständige Unterrichtseinheit als auch für die Auswahl einzelner Bausteine. Die einzelnen Stunden bauen sinnvoll aufeinander auf, können jedoch auch thematisch einzeln eingesetzt werden, beispielsweise zu den Themen Vertrauen, Berufung, Segen, Gottesbegleitung oder Hoffnung. Die Verbindung von biblischen Texten, Symbolen, Bildern und handlungsorientierten Methoden unterstützt nachhaltige Lernprozesse und ermöglicht unterschiedliche Formen der Kompetenzentwicklung im Bereich Wahrnehmung, Deutung, Urteilsbildung und Gestaltung religiöser Lernprozesse.
Besonders hervorzuheben ist die konsequente Lebensweltorientierung. Die Unterrichtsimpulse greifen Erfahrungen wie Aufbruch, Veränderungen, Unsicherheit, Vertrauen, Familie, Hoffnung und Zukunft auf und eröffnen vielfältige Gesprächsanlässe. Dadurch werden die biblischen Erzählungen nicht nur als historische Texte behandelt, sondern als Impulse für die persönliche Auseinandersetzung mit dem eigenen Glauben und der eigenen Lebensgestaltung erfahrbar.
Das Material gliedert sich didaktisch in mehrere Bausteine: Zuerst wird der biblische Text übersichtlich dargestellt und erschlossen, im Anschluss folgen methodische Hinweise, Impulse für den Unterricht sowie Arbeitsaufträge. Diese Arbeitsaufträge sollen die Schülerinnen und Schüler befähigen, sich mit den Themen „Verheißung“, „Glauben unter Unsicherheit“, „Weg mit Gott“ und „Gottes Führung“ praktisch auseinanderzusetzen. Zugleich regen sie zu Reflexionen an, z. B. zur Frage, in welchen Lebenslagen Menschen sich Gottes Zusagen anvertrauen können.
Besonders betont wird die Bedeutung von Symbolen, Bildern und kreativen Gestaltungsformen, damit die biblischen Inhalte nicht nur kognitiv, sondern auch emotional und handlungsorientiert zugänglich werden. Es werden Vorschläge gemacht, wie man Szenen nachspielen, Rollen verteilen, Bildimpulse einsetzen oder Reflexionsgespräche leiten kann.
Für Lehrkräfte bietet das Material Hilfen zur Unterrichtsplanung: Hinweise zu Zeitbedarf, möglichen Differenzierungen für leistungsschwächere oder besonders begabte Schülerinnen und Schüler sowie mögliche Verknüpfungen zu anderen Themen (z. B. Vertrauensbildung, Lebenswege, Berufung). Ziel ist, dass die Schülerinnen und Schüler nicht nur biblische Inhalte verstehen, sondern diese auf ihre eigene Lebenssituation beziehen und dadurch Glaubensfragen selbst reflektieren können.
M1 Bodenbild
Das Bodenbild mit Fußspuren und einem Haus dient dem Einstieg in die Unterrichtsreihe. Lernende sprechen über ihr eigenes Zuhause, ihren Schulweg und Erfahrungen des Aufbruchs. Dadurch entsteht eine Brücke zwischen der eigenen Lebenswelt und dem Leben der Nomaden sowie der späteren Berufung Abrahams. Das Bodenbild wird als Gesprächsanlass und zur Visualisierung eingesetzt.
M2 Das Leben der Nomaden
Ein Informationstext vermittelt grundlegendes Wissen über das Leben von Nomaden früher und heute. Anschließend bearbeiten Lernende Verständnisfragen und vergleichen verschiedene Nomadenvölker. Zum Abschluss überlegen sie, welche Gegenstände sie selbst auf eine Reise als Nomaden mitnehmen würden. Dadurch werden Sachwissen und Lebensweltbezug miteinander verbunden.
M3 Wer sind Nomaden
Die Lernenden beschriften verschiedene Bilddarstellungen von Nomaden, ihren Tieren, Zelten und Lebensräumen. Die Aufgabe dient der Bilderschließung und der Sicherung des zuvor erworbenen Sachwissens.
M4 Wir lernen Nomaden kennen
Bilder werden ausgeschnitten und den passenden Beschreibungen zugeordnet. Die Zuordnungsaufgabe fördert das Textverständnis und vertieft die Kenntnisse über die Lebensweise von Nomaden.
M5 Wir lernen Nomaden kennen
Die passenden Bildkarten werden den einzelnen Aussagen über das Leben der Nomaden zugeordnet. Dadurch sichern die Lernenden ihr Wissen und üben das genaue Lesen sowie das Erkennen wesentlicher Informationen.
M6 Wiener Genesis
Die Abbildung der Wiener Genesis dient als Bildimpuls. Die Lernenden betrachten zunächst die Körperhaltung Abrahams und erschließen anschließend die Bildaussage. Das historische Kunstwerk eröffnet einen ersten Zugang zur Berufung Abrahams und fördert die Bildkompetenz.
M7 Lehrererzählung
Die Lehrkraft erzählt die Berufung Abrahams nach Genesis 12 in kindgerechter Sprache. Während der Erzählung entwickeln die Lernenden Vermutungen über Abrams Gedanken und Gefühle und setzen sich mit der Frage auseinander, weshalb er Gottes Ruf folgt.
M8 Nomadenversammlung
Die Lernenden übernehmen Rollen aus Abrams Sippe, erstellen Steckbriefe ihrer Figuren und bereiten eine Nomadenversammlung vor. Im anschließenden Rollenspiel vertreten sie unterschiedliche Meinungen zum Aufbruch. Die Methode fördert Perspektivübernahme, Empathie und Argumentationsfähigkeit.
M9 Abram bricht auf
Die Lernenden gestalten eine Umrisszeichnung Abrahams mit Farben und Symbolen für seine Gefühle. Anschließend ordnen sie Familienmitglieder und Begleitpersonen nach ihrer Unterstützung oder Ablehnung zu. So werden innere Konflikte und Beziehungen sichtbar gemacht.
M10 Abrams Familie und Freunde
Die Figuren werden ausgeschnitten und für die Gestaltung der Umrisszeichnung verwendet. Dadurch visualisieren die Lernenden soziale Beziehungen und ordnen verschiedene Personen der Erzählung zu.
M11 Landkarte
Eine Karte zeigt die wichtigsten Stationen von Abrahams Weg. Die Lernenden verfolgen seine Reise und erkennen den geografischen Verlauf seines Aufbruchs. Dadurch wird die biblische Erzählung räumlich eingeordnet.
M12 Abram auf seiner Reise Rollenspiel
Im Klassenraum wird Abrahams Weg nachgestellt. Lernende übernehmen Rollen wie Abraham, Gott oder personifizierte Gefahren wie Hunger, Angst und Gewalt. Abraham begegnet den Hindernissen mit einem Schild des Vertrauens und einem Schwert des Mutes. Das Rollenspiel macht die Themen Vertrauen und Gottes Begleitung körperlich erfahrbar.
M13 Abram auf seiner Reise Erzähltext
Der Erzähltext begleitet das Rollenspiel. Er beschreibt die einzelnen Stationen der Reise sowie passende Sprechtexte für Abraham, Gott und die personifizierten Gefahren. Dadurch erhalten die Lernenden eine klare Orientierung für das szenische Spiel.
M14 Abrams Schutzschild
Eine Schildvorlage wird kreativ gestaltet. Die Lernenden entwickeln ein persönliches Schutzschild, das Mut, Vertrauen und Hoffnung symbolisiert.
M15 Was Abram Angst und was ihm Mut macht
Gefahren und Mut machende Begriffe werden gesammelt und auf dem Schutzschild gestaltet. Symbole und Farben verdeutlichen, was Abraham stärkt und schützt. Die Aufgabe verbindet die biblische Geschichte mit eigenen Erfahrungen der Lernenden.
M16 Sternengebet
Die Lernenden schreiben ein Gebet aus der Perspektive Abrahams oder formulieren eigene Bitten und Hoffnungen. Dadurch setzen sie sich persönlich mit Vertrauen, Angst und Gottes Begleitung auseinander.
M17 Isaak – Gott lacht
Nach der Erzählung von der Geburt Isaaks gestalten die Lernenden eine Sonnenblume. In die Blütenblätter schreiben sie Gedanken und Gefühle von Abraham und Sara. Die kreative Aufgabe verdeutlicht Freude, Hoffnung und die Erfüllung von Gottes Verheißung.
M18 Gott stellt Abraham auf die Probe
Anhand von Bildkarten erzählen sich die Lernenden die Geschichte von der Opferung Isaaks gegenseitig nach. Anschließend ordnen sie Textabschnitte den passenden Bildern zu und erschließen so den Handlungsverlauf.
M19 Gott verlangt etwas Schreckliches
Die biblische Erzählung wird in Textabschnitte gegliedert. Die Lernenden ordnen diese den passenden Bildern zu und setzen sich mit der schwierigen Erzählung Schritt für Schritt auseinander.
M20 Gott verlangt etwas Schreckliches
Kurze Aussagen zum Ablauf der Geschichte werden den Bildkarten zugeordnet. Die Aufgabe dient der Wiederholung und Sicherung des Erzählverlaufs sowie dem besseren Verständnis der einzelnen Handlungsschritte.
M21 Gott schenkt und bewahrt Leben
Zum Abschluss gestalten die Lernenden ein Schmuckblatt mit einem Abschlussgebet. Die Unterrichtsreihe endet mit der Botschaft, dass Gott Leben schenkt und bewahrt. Das gestaltete Gebet fasst die zentralen Inhalte der Reihe zusammen und lädt zur persönlichen Reflexion ein.