Das Material eignet sich besonders für einen inklusiven Religionsunterricht, da die Schöpfungserzählung nicht ausschließlich als Ursprungsgeschichte verstanden wird, sondern als Hoffnungsgeschichte für Menschen in schwierigen Lebenssituationen. Die Lernenden begegnen der biblischen Erzählung über unterschiedliche Zugänge wie Legen, Spielen, Bewegen, Tanzen, Musizieren und kreatives Gestalten. Dadurch erhalten auch Lernende mit eingeschränkten sprachlichen oder kognitiven Voraussetzungen vielfältige Möglichkeiten der aktiven Teilnahme. Die Einheit beginnt mit der Auseinandersetzung mit dem babylonischen Schöpfungsmythos und führt anschließend zur biblischen Gegenerzählung, die Gottes gute Schöpfung und seine lebensfördernde Zuwendung in den Mittelpunkt stellt. Die Lehrkraft begleitet die Lernenden dabei, eigene Erfahrungen von Krisen, Trost und Hoffnung mit der biblischen Botschaft in Beziehung zu setzen. Unterschiedliche Medien des Ausdrucks ermöglichen individuelle Deutungen und fördern Empathie, Partizipation und kreatives Arbeiten. Das Material kann flexibel differenziert und durch Unterstützte Kommunikation, Symbole, Musik oder weitere kreative Ausdrucksformen ergänzt werden. So werden religiöse Bildung, Hoffnungskompetenz, Verantwortungsbewusstsein für die Schöpfung und die Verbindung zwischen biblischer Botschaft und eigener Lebenswirklichkeit nachhaltig gefördert.
Für Schülerinnen und Schüler bietet die Auseinandersetzung mit dem Thema die Möglichkeit, das eigene Verhältnis zur Natur, zur Umwelt und zu Mitgeschöpfen zu reflektieren. Fragen nach Klimawandel, Ressourcenknappheit, Umweltverschmutzung oder Artensterben lassen sich mit biblischen Impulsen verknüpfen: Was bedeutet es konkret, „die Erde zu bebauen und zu bewahren“? Wie lassen sich christliche Vorstellungen von Schöpfung mit naturwissenschaftlichen Erkenntnissen verbinden? Und welche Verantwortung ergibt sich daraus für unser tägliches Handeln – in Schule, Familie, Freizeit und Gesellschaft?
Das Kapitel lädt dazu ein, Schöpfung nicht nur als biblische Erzählung zu verstehen, sondern als Anstoß, aktuelle Herausforderungen wahrzunehmen. Schülerinnen und Schüler können entdecken, dass Glaube eine ethische Dimension hat: Gottvertrauen bedeutet auch Einsatz für Gerechtigkeit, Frieden und die Bewahrung der Natur. Dabei gilt es, Handlungsspielräume auszuloten – vom achtsamen Umgang mit Konsum und Energie über die Verantwortung für Tiere und Pflanzen bis hin zum Engagement für Klimaschutz und Nachhaltigkeit.
Verortung im Material:
Das Kapitel „Die Welt als Gottes Schöpfung“ ist Teil des umfassenderen Bereichs Welt und Verantwortung. Es verbindet biblische Grundlagen mit gesellschaftlichen Fragen und zeigt, wie theologische Deutungen Orientierung für ökologisches und soziales Handeln bieten können.
M1 mit Legematerial
Die Lernenden erschließen die Schöpfungsgeschichte mithilfe von Legematerialien. Figuren, Tücher, Naturmaterialien oder Symbole werden passend zur Erzählung ausgelegt und gemeinsam zu einem Bodenbild gestaltet. Während die Geschichte erzählt wird, entsteht Schritt für Schritt ein sichtbares Bild der Schöpfung. Dadurch wird der Aufbau der biblischen Erzählung anschaulich und für alle Lernenden nachvollziehbar. Gleichzeitig wird deutlich, dass die Schöpfungsgeschichte als Hoffnungsgeschichte verstanden werden kann.
M2 mit Utensilien für szenisches Spiel
Die Lernenden setzen einzelne Szenen der Schöpfungsgeschichte in kleinen Rollenspielen oder Standbildern um. Sie schlüpfen in verschiedene Rollen, stellen Bewegungen oder Gefühle dar und erleben die Erzählung mit ihrem eigenen Körper. Das szenische Spiel fördert Perspektivwechsel, Empathie und die aktive Auseinandersetzung mit den biblischen Inhalten.
Tanz und Bewegung
Die Schöpfungsgeschichte wird durch Bewegungen und Tanz gestaltet. Die Lernenden bringen einzelne Schöpfungstage, Naturphänomene oder Gefühle durch ihren Körper zum Ausdruck. Auf diese Weise werden die Inhalte nicht nur verstanden, sondern ganzheitlich erlebt und verinnerlicht.
Musikinstrumente und weitere Medien des Ausdrucks
Unterschiedliche Ausdrucksformen wie Musikinstrumente, Klanggestaltungen, Legematerial oder weitere kreative Medien unterstützen die Erarbeitung der Geschichte. Die Lernenden gestalten Stimmungen, entwickeln eigene Ausdrucksformen und bringen ihre Gedanken und Gefühle zur Schöpfung und zu Hoffnung kreativ zum Ausdruck. Die Auswahl der Medien kann an die individuellen Lernvoraussetzungen angepasst werden.
M3 mit Legematerial
Nach der gemeinsamen Erarbeitung gestalten die Lernenden eigene Hoffnungsbilder oder Zukunftsvisionen mit Legematerialien. Sie übertragen die biblische Botschaft auf ihre eigene Lebenswelt und überlegen, was ihnen Hoffnung schenkt und wie Gottes gute Schöpfung auch heute erfahrbar werden kann. Dadurch entsteht ein persönlicher Bezug zwischen der biblischen Erzählung und den Erfahrungen der Lernenden.
Gespräch über Hoffnung und Krisen
Ausgehend vom babylonischen Exil setzen sich die Lernenden mit der Frage auseinander, warum die Schöpfungserzählung als Hoffnungsgeschichte entstanden ist. Anschließend übertragen sie diese Fragestellung auf ihre eigene Lebenswelt und überlegen gemeinsam, was ihnen in schwierigen Situationen Trost, Mut und Hoffnung gibt. Dadurch wird die biblische Erzählung mit persönlichen Erfahrungen verbunden und erhält eine aktuelle Bedeutung.
Insgesamt verfolgen alle Materialien das Ziel, die Schöpfung nicht nur als Ursprung der Welt zu verstehen, sondern als Hoffnungsgeschichte für Menschen in Krisen. Durch Legen, Spielen, Bewegen, Tanzen und kreative Ausdrucksformen setzen sich die Lernenden mit der biblischen Botschaft auseinander und entwickeln eigene Hoffnungsbilder sowie Verantwortung für Gottes Schöpfung.