Für den Religionsunterricht eignet sich das Medium besonders für die Auseinandersetzung mit Identität, Menschenwürde, religiöser und kultureller Vielfalt, Vorurteilen und gesellschaftlicher Verantwortung. Ein lebensweltlicher Einstieg kann über die Bedeutung des eigenen Namens erfolgen. Lernende recherchieren oder erzählen, soweit sie dies möchten, welche Bedeutung ihr Name besitzt und welche familiären, religiösen oder kulturellen Geschichten damit verbunden sind. Anschließend kann gemeinsam reflektiert werden, weshalb Namen zu Zuschreibungen führen können und wie schnell aus vermuteter Herkunft oder Religion bestimmte Erwartungen an einen Menschen entstehen. Der im Medium vorgeschlagene Vergleich von Gemeinsamkeiten und Unterschieden bietet einen weiteren geeigneten Einstieg. Lernende entdecken, dass jeder Mensch verschiedenen Gruppen angehört und zugleich durch eine individuelle Kombination von Erfahrungen, Interessen, Überzeugungen und Beziehungen geprägt ist. Daran lässt sich die zentrale Frage anschließen, wann eine Orientierung durch Kategorien in stereotype Zuschreibung übergeht. Die persönlichen Berichte der Jugendlichen sollten nicht lediglich gelesen, sondern durch Perspektivübernahme erschlossen werden. Lernende können einzelne Aussagen auswählen, die jeweilige Situation beschreiben, mögliche Gefühle benennen und anschließend zwischen Selbstwahrnehmung und Fremdzuschreibung unterscheiden. Besonders geeignet ist hierfür die im Medium enthaltene Identitätszwiebel. Lernende ordnen für sie wichtige Aspekte ihrer Persönlichkeit in mehreren Kreisen an und vergleichen anschließend freiwillig ihre Ergebnisse. Im Religionsunterricht lässt sich damit vertiefend fragen, welche Bedeutung Religion für die eigene Identität haben kann und weshalb Angehörige derselben Religionsgemeinschaft ihren Glauben unterschiedlich verstehen und leben. Die Aussagen von Joseph, Eren und Albina ermöglichen hier einen differenzierten Zugang zu Judentum und Islam sowie zu mehrfachen religiösen und kulturellen Zugehörigkeiten. Wichtig ist eine Unterrichtsatmosphäre, in der Lernende nicht dazu gedrängt werden, persönliche religiöse Zugehörigkeiten, Diskriminierungserfahrungen oder ihre sexuelle Orientierung offenzulegen. Persönliche Positionierungen sollten deshalb stets freiwillig bleiben und durch die Möglichkeit ergänzt werden, mit erfundenen Beispielen oder den im Medium vorgestellten Personen zu arbeiten. Für die Erarbeitung des Begriffs Diskriminierung eignet sich eine Verbindung von Fallanalyse und Textarbeit. Lernende können untersuchen, welche Merkmale Anlass für Benachteiligung werden, wer in einer Situation Handlungsmacht besitzt und welche gesellschaftlichen Normvorstellungen eine Rolle spielen. Das Medium stellt Diskriminierung ausdrücklich in einen Zusammenhang mit gesellschaftlichen Machtverhältnissen und dem Schutz der Menschenrechte. Im Anschluss kann der im Heft verwendete Auszug aus dem Grundgesetz erschlossen und auf konkrete Situationen übertragen werden. Die Abschnitte zu Homosexualität und Homophobie ermöglichen die Auseinandersetzung mit Sprache, Normalitätsvorstellungen und Ausgrenzung. Hier empfiehlt sich insbesondere eine kritische Sprachanalyse. Lernende können untersuchen, weshalb Begriffe für sexuelle Orientierung als Schimpfwörter verwendet werden, welche Vorstellungen von Normalität dahinterstehen und welche Folgen dies für Betroffene haben kann. Bei kontroversen Aussagen aus den Jugendgesprächen bietet sich ein strukturiertes Unterrichtsgespräch an, in dem Aussagen zunächst analysiert und anschließend anhand der Kriterien Menschenwürde, Gleichberechtigung und Schutz vor Diskriminierung beurteilt werden. Der Themenbereich Rassismus kann über eine Bildanalyse der historischen und gegenwärtigen Darstellungen des Heftes erschlossen werden. Lernende beschreiben zunächst wertungsfrei, was sie sehen, untersuchen danach die dargestellten Zuschreibungen und fragen schließlich nach deren gesellschaftlicher Funktion. Das Medium verdeutlicht dabei, dass die Einteilung von Menschen in angebliche Rassen willkürlich ist und rassistische Vorstellungen gesellschaftliche Machtverhältnisse rechtfertigen können. Besonders wichtig ist die begriffliche Differenzierung zwischen Rassismus und Antisemitismus. Lernende sollten Gemeinsamkeiten wie Pauschalisierung, Feindbilder und Ausgrenzung herausarbeiten, zugleich aber unterschiedliche historische und gesellschaftliche Funktionsweisen erkennen. Der Fall Dieter T. eignet sich für eine vertiefende Fallanalyse zu Antisemitismus und Zivilcourage. Lernende können unterschiedliche Handlungsmöglichkeiten der Nachbarschaft entwickeln, miteinander vergleichen und nach ihrer Wirksamkeit beurteilen. Die Arbeitsvorschläge des Mediums regen ausdrücklich dazu an, mögliche Reaktionen zu entwerfen und hinsichtlich ihrer Angemessenheit zu diskutieren. Methodisch bieten sich Einzelarbeit, Partnerarbeit, Gruppenarbeit, Schreibgespräch, Fallanalyse, Bildanalyse, Perspektivwechsel, Rollenspiel, Identitätsarbeit, Placemat, Positionslinie, Gruppenpuzzle, Plakatgestaltung und Präsentation an. Zum Abschluss sollte eine handlungsorientierte Phase stehen. Lernende können Regeln für einen respektvollen Umgang in ihrer Lerngruppe formulieren, Unterstützungsangebote bei Diskriminierung recherchieren oder ein Plakat mit einem eigenen Slogan gegen eine ausgewählte Form der Diskriminierung gestalten. Eine solche Aufgabe ist auch als abschließender Arbeitsvorschlag im Medium vorgesehen. Dadurch verbindet das Medium Wissensvermittlung mit Selbstreflexion, Perspektivübernahme, ethischer Urteilsbildung und der Entwicklung konkreter Handlungsmöglichkeiten gegen Ausgrenzung.
Der dritte Baustein behandelt Vorurteile generell und Antisemitismus im speziellen. Dazu wird in einem ersten Schritt der eigene Name und dessen Bedeutung behandelt. Es wird besprochen, was Namen mit Vorurteilen zu tun haben. Das Bilden von Gruppen und Gruppeninteressen wird untersucht. Die eigene Gruppenzugehörigkeit in der Gesellschaft wird untersucht. Beurteilungen, die selbst erfahren wurden werden auf Vorurteile untersucht. Im nächsten Schritt wird untersucht wie auch Deutsche ohne Migrationshintergrund aus dem Stadtteil Neuköln mit Vorurteilen zu kämpfen haben. Ein folgender Schritt behandelt das dekonstruieren und Aufgeben von Vorurteilen. Auch die eigene Reaktion auf Vorurteile anderer wird untersucht. Es schließt sich ein Schritt zum Selbstbild an. Es werden Begriffe zur eigenen Person wie Interessen, Ziele Freunde etc. gesammelt und das Selbstbild wird präsentiert. Im Anschluss wird ein Paragraph des Grundgesetzes dazu untersucht. Es wird diskutiert, inwiefern er wirklich umgesetzt wird. Der anschließende Schritt enthält Material zur sexualen Orientierung und Diskriminierung, die darauf beruht. Ein weiterer Schritt thematisiert den Begriff der „Rasse“. Dazu werden deutsche Feldpostkarten analysiert, auf denen die Überlegenheit der deutschen bzw. nordischen Rasse dargestellt wird. Zudem wird diskutiert, welche Möglichkeiten es gibt die Lebenswelt Schule vor Diskriminierung egal welcher Form zu schützen. Der sich anschließende Schritt stellt Diskriminierung von Juden im Alltag dar. Dabei wird untersucht, wie Juden mit Diskriminierung umgehen können. Dabei kann die Lösung des Entfernens von jüdischen Symbolen keine Lösung sein, denn das tun zu müssen, was die Mehrheit verlangt ist bereits Diskriminierung. Abschließend werden zwei Beispiele von Diskriminierung untersucht. Dieses Material dient auch als Lernkontrolle. In Partnerarbeit wird untersucht, ob und wenn ja, welche Form der Diskriminierung vorliegt. Zudem wird untersucht welche Schutzfunktionen die EU gegenüber Diskriminierung vorsieht. Aus drei Angeboten wird ein Plakat zu Intoleranz ausgewählt und in Einzelarbeit analysiert. Dann wird in Gruppenarbeit ein eigenes Plakat mit Slogan erstellt.