Für den Religionsunterricht bietet das Material zahlreiche Möglichkeiten, Globales Lernen mit religiöser Bildung zu verbinden. Die Lernenden können zunächst ihre eigenen Lebenswelten mit denen der vorgestellten Kinder vergleichen und dadurch Gemeinsamkeiten sowie Unterschiede reflektieren. Besonders gewinnbringend ist die konsequente Orientierung an Begegnung und Perspektivwechsel, die eine wertschätzende Auseinandersetzung mit anderen Lebensrealitäten ermöglicht. Die vielfältigen Methoden – darunter Steckbriefe, Rollenspiele, Interviews, Murmelgespräche, kreative Gestaltungsaufgaben, Kartenarbeit, Sprachbegegnungen, Bewegungsangebote und gemeinsames Kochen – fördern unterschiedliche Lernzugänge und ermöglichen eine handlungsorientierte Unterrichtsgestaltung. Die Arbeit mit Weltkarten und Globus unterstützt die geografische Orientierung, während die Begegnung mit amharischer und portugiesischer Sprache interkulturelle Kompetenzen stärkt. Die Beschäftigung mit den Träumen, Hoffnungen und Lebenssituationen der Kinder aus Äthiopien und Brasilien eröffnet zugleich Anknüpfungspunkte zu biblischen Themen wie Nächstenliebe, Gerechtigkeit, Teilen und weltweiter Verantwortung. Besonders geeignet ist das Material für projektorientierte Unterrichtseinheiten, fächerübergreifende Vorhaben oder die Arbeit im Kontext von Brot-für-die-Welt-Aktionen. Die zahlreichen kreativen Anregungen – etwa das Pflanzen eines Apfelbaums, die Gestaltung eines Welt-Fußballs, das Kennenlernen äthiopischer Speisen oder die Reflexion eigener Träume – ermöglichen nachhaltige Lernerfahrungen und fördern die Entwicklung von Empathie, Solidarität und globaler Verantwortung.
Der Einstieg gelingt über das Vorlesen der Geschichte. Dabei beobachtet der Junge die Priester des Marduk in dessen riesigem Tempel in Babylon. Als er zu Hause davon erzählt, wird klar, dass seine Eltern Juden sind. Sie erzählen ihm daraufhin die Schöpfungsgeschichte der fünf Bücher Mose. Die Geschichte gipfelt mit dem Satz: "Er hat alles gut gemacht".
Im nächsten Schritt entsteht in Gruppenarbeit ein Danklied des Jungen an Gott. In der PDF ist dazu ein Material enthalten. Im letzten Schritt wird ein Dialog inszeniert. Dabei ist eine Person gläubig, eine ist unsicher und eine glaubt nicht an Gott. Dies kann auch als Podiumsdiskussion gestaltet werden. In diesem Fall werden in Gruppenarbeit Argumente vorbereitet. Alternativ kann auch der im Material angegebenen Dialog verlesen werden.
1. Einführung und didaktische Grundlegung
Zu Beginn erläutert die Handreichung Zielsetzung, Aufbau und pädagogische Grundideen des Materials. Im Zentrum stehen Globales Lernen, Empathie, Solidarität und die Begegnung mit Kindern aus anderen Lebenswelten. Die Lernenden sollen erfahren, wie Kinder in anderen Ländern leben, welche Hoffnungen und Träume sie haben und welche Rolle Brot für die Welt bei der Unterstützung benachteiligter Menschen spielt. Die Figur des Schmetterlings Lilia begleitet als Identifikationsfigur durch das gesamte Heft.
2. Bastelidee „Lilia“
Als Einstieg gestalten die Lernenden ihren eigenen Schmetterling Lilia. Die Figur kann als Handpuppe, Stabfigur oder Klassenzimmerdekoration gebastelt werden und begleitet die Unterrichtseinheit. Dadurch wird eine emotionale Bindung an die Leitfigur aufgebaut und die Reise durch verschiedene Länder anschaulich gestaltet.
3. Kennenlernen von Brot für die Welt
Die Lernenden setzen sich mit der Frage auseinander, was ein Hilfswerk ist und warum es Organisationen wie Brot für die Welt gibt. Durch Gesprächsanlässe und Vorwissensabfragen werden erste Vorstellungen zu Hilfe, Solidarität und weltweiter Verantwortung entwickelt. Gleichzeitig lernen die Kinder die Aufgaben und Ziele von Brot für die Welt kennen.
4. Steckbrief und Abflug
Die Lernenden erstellen einen eigenen Steckbrief und vergleichen sich mit den im Heft vorgestellten Kindern. Begleitend werden Weltkarte oder Globus genutzt, um die bevorstehende Reise vorzubereiten. Außerdem wird ein Bezug zum Vaterunser hergestellt, insbesondere zur Bitte um das tägliche Brot. Durch Flug- und Bewegungsspiele wird die Reise symbolisch eröffnet.
5. Begegnung mit Tisita in Äthiopien
Die Lernenden lernen das äthiopische Mädchen Tisita kennen und erhalten Einblicke in ihren Alltag. Mithilfe von Kartenarbeit wird Äthiopien geografisch verortet. Die Beschäftigung mit der amharischen Schrift und Sprache eröffnet erste interkulturelle Erfahrungen. Gleichzeitig lernen die Lernenden ein Projekt von Brot für die Welt in Äthiopien kennen.
6. Transfer und Vertiefung: Äpfel, Pflanzen und Wachstum
Ausgehend von Tisitas Lebenswelt beschäftigen sich die Lernenden mit eigenen Erfahrungen. Sie malen ihr Lieblingsobst, vergleichen Ernährungsgewohnheiten und können gemeinsam ein Beet oder einen Schulgarten anlegen. Als Symbol für Hoffnung und Zukunft wird die Pflanzung eines Apfelbaums vorgeschlagen. Die Verbindung von globalem Lernen und konkretem Handeln steht hier im Mittelpunkt.
7. Tisitas Tagesablauf
Die Lernenden vergleichen ihren eigenen Tagesablauf mit dem von Tisita. Mithilfe von Uhrenvorlagen dokumentieren sie typische Tageszeiten und Tätigkeiten. Dadurch werden Gemeinsamkeiten und Unterschiede sichtbar und die Wahrnehmung anderer Lebensrealitäten geschärft.
8. Tisitas Essen – Injera kennenlernen
In diesem Materialteil steht die äthiopische Esskultur im Mittelpunkt. Die Lernenden lernen das traditionelle Fladenbrot Injera kennen und können es gemeinsam zubereiten und essen. Die gemeinsame Mahlzeit fördert interkulturelles Lernen und eröffnet einen sinnlichen Zugang zur Lebenswelt äthiopischer Familien.
9. Arbeit mit der Weltkarte
Die Weltkarte wird als zentrales Medium genutzt, um geografische Orientierung zu fördern. Die Lernenden erkunden Kontinente, Reisewege und Herkunftsorte. Soziometrische Aufstellungen zu Urlaubszielen, Geburtsorten oder Lieblingsländern ermöglichen zugleich persönliche Bezüge und fördern die Wahrnehmung von Vielfalt innerhalb der Lerngruppe.
10. Begegnung mit Gabriel in Brasilien
Nach Äthiopien führt die Reise nach Brasilien. Die Lernenden lernen den Jungen Gabriel kennen und erhalten Einblicke in dessen Lebenswelt. Informationen zu Brasilien, seiner Größe, Kultur und Symbolik der Nationalflagge ergänzen die Begegnung. Rollenspiele und Interviewmethoden fördern Perspektivübernahme und kommunikative Kompetenzen.
11. Freizeit und Fußball
Gabriels Leidenschaft für Fußball bildet den Ausgangspunkt für gemeinsame Aktivitäten. Die Lernenden können ein Fußballturnier organisieren oder einen „Welt-Fußball“ gestalten, bei dem jede Person einen Teil des Balls gestaltet. Dabei werden Gemeinschaft, Kreativität und die Idee einer weltweiten Verbundenheit erfahrbar.
12. Mein Traum – Dein Traum
Ausgehend von Gabriels Zukunftswünschen reflektieren die Lernenden ihre eigenen Träume und Hoffnungen. Diese können kreativ gestaltet und in die Flügel der Figur Lilia eingetragen werden. Zusätzlich lernen die Kinder erste portugiesische Wörter kennen und erweitern so ihre interkulturellen Erfahrungen.
13. Abschluss und Reflexion
Die Reise endet mit einer gemeinsamen Rückkehr nach Deutschland. Die Lernenden reflektieren ihre Erfahrungen, formulieren Feedback und überlegen, welche Länder sie künftig erkunden möchten. Gleichzeitig wird das neu erworbene Wissen über die Arbeit von Brot für die Welt gesichert.
14. Vaterunser und Aktion 32+X
Das Vaterunser wird als zentrales Gebet des Christentums aufgegriffen und mit Bewegungen eingeübt. Ergänzend wird die Aktion „32+X“ vorgestellt, die den Gedanken weltweiter Solidarität und fairer Chancen im Zusammenhang mit Fußball und globaler Gerechtigkeit thematisiert.
15. Abschließendes Rätsel und Kopiervorlagen
Zum Abschluss bietet das Material ein Rätsel zur Wiederholung wichtiger Inhalte der Unterrichtseinheit. Die Lernenden sichern ihr Wissen spielerisch und erinnern sich an zentrale Personen, Orte und Themen der gemeinsamen Weltreise.