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Warum brauchen wir kulturelle Bildung?

Veröffentlichung:1.1.2024

Der Fachartikel „Warum brauchen wir kulturelle Bildung?“ von Markus Hilgert ist im Heft ru-heute erschienen und umfasst ca. 7 Seiten (S. 7–13).

Der Artikel behandelt die Frage, warum kulturelle Bildung für Gesellschaft, Demokratie und Zukunftsfähigkeit notwendig ist. Theologisch relevant ist vor allem die Frage nach Werten, Menschenwürde, Verantwortung für Kultur und gesellschaftlichem Zusammenhalt sowie nach der Rolle von Bildung für eine verantwortliche Gestaltung der Welt.

Hilgert argumentiert, dass kulturelle Bildung wesentlich für demokratische Gesellschaften ist, weil sie Menschen befähigt, kulturelle Werte zu verstehen, an gesellschaftlichen Diskursen teilzunehmen und Verantwortung für kulturelles Erbe zu übernehmen.

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Der Artikel beschreibt die Bedeutung kultureller Bildung für die Gesellschaft und für zukünftige Bildungsprozesse. Ausgangspunkt ist die Beobachtung, dass Bildung im 21. Jahrhundert nicht nur Wissen vermitteln soll, sondern Menschen dazu befähigen muss, aktiv und verantwortungsvoll an gesellschaftlichen Prozessen teilzunehmen. Bildung soll Lernende dazu vorbereiten, Probleme zu lösen, kreativ zu denken und Verantwortung für Gesellschaft und Umwelt zu übernehmen.

In diesem Zusammenhang stellt der Autor den sogenannten STEAM Ansatz vor. Dieser verbindet naturwissenschaftliche und technische Bildung mit Kunst und Kultur. Während traditionelle Bildung häufig nur vermittelt, was getan wird und wie etwas funktioniert, soll dieser Ansatz zusätzlich erklären, warum etwas getan wird und welche gesellschaftliche Bedeutung Handlungen haben. Durch die Verbindung von Wissenschaft, Technik und Kultur sollen Lernende lernen, komplexe gesellschaftliche Probleme kreativ und interdisziplinär zu bearbeiten.

Kulturelle Bildung hat dabei nicht nur eine unterstützende Rolle für andere Fächer. Sie besitzt auch eine eigenständige gesellschaftliche Bedeutung. Kultur vermittelt Werte, Traditionen und Narrative, die für das Selbstverständnis von Gesellschaften wichtig sind. Besonders im Umgang mit kulturellem Erbe zeigt sich, dass nachhaltiger Schutz von Kulturgütern nur möglich ist, wenn die gesamte Gesellschaft daran beteiligt ist. Deshalb müssen Menschen frühzeitig lernen, kulturelle Werte zu verstehen und sich aktiv an deren Erhalt zu beteiligen.

Der Autor betont außerdem, dass kulturelle Bildung eine wichtige Grundlage für gesellschaftliche Teilhabe ist. Menschen können nur dann an kulturellen und politischen Prozessen teilnehmen, wenn sie Zugang zu kulturellen Inhalten erhalten und die nötigen Kompetenzen besitzen, diese zu verstehen und zu reflektieren. Schulen und Kultureinrichtungen spielen daher eine zentrale Rolle bei der Vermittlung kultureller Inhalte.

Darüber hinaus weist der Artikel darauf hin, dass kulturelle Bildung angesichts globaler Herausforderungen besonders wichtig ist. Themen wie Klimawandel, Digitalisierung, Migration und demographischer Wandel können nicht allein durch technische oder wirtschaftliche Lösungen bewältigt werden. Vielmehr braucht es einen kulturellen Wandel, der neue Denkweisen, Werte und Narrative hervorbringt. Kultur liefert die Ausdrucksformen, Bilder und Geschichten, die gesellschaftliche Veränderungen ermöglichen und Orientierung geben.

Auch digitale Medien spielen in diesem Zusammenhang eine wichtige Rolle. Sie ermöglichen neue Formen der Kulturvermittlung und können unterschiedliche gesellschaftliche Gruppen erreichen. Digitale Angebote können kulturelle Inhalte zugänglicher machen und damit breitere gesellschaftliche Beteiligung fördern.

Um kulturelle Bildung langfristig zu stärken, beschreibt der Autor fünf zentrale kulturpolitische Handlungsfelder. Das erste Handlungsfeld ist der Zugang zu kulturellen Inhalten. Menschen müssen Möglichkeiten erhalten, kulturelle Informationen und Angebote wahrzunehmen. Das zweite Handlungsfeld ist die Vermittlung kultureller Inhalte in verständlicher und zielgruppengerechter Form. Das dritte Handlungsfeld betrifft die Wirkung kultureller Bildungsangebote, also die Frage, wie diese Angebote Menschen tatsächlich beeinflussen und welche Effekte sie haben. Das vierte Handlungsfeld ist die Teilhabe der Gesellschaft an kulturellen Prozessen. Menschen sollen nicht nur Konsumenten von Kultur sein, sondern aktiv daran teilnehmen. Das fünfte Handlungsfeld ist die Verantwortung für kulturelles Erbe und kulturelle Werte.

Der Artikel zeigt außerdem, dass es weiterhin Barrieren bei kultureller Teilhabe gibt. Studien zeigen, dass sich viele Menschen von klassischen Kulturangeboten nicht angesprochen fühlen. Besonders Menschen mit geringerem Bildungsniveau oder niedrigem Einkommen nehmen kulturelle Angebote seltener wahr. Deshalb müssen kulturelle Institutionen neue Wege finden, um mehr Menschen zu erreichen und gesellschaftliche Teilhabe zu ermöglichen.

Am Ende betont der Autor, dass kulturelle Bildung eine zentrale Voraussetzung für demokratische Gesellschaften ist. Sie stärkt Diskursfähigkeit, gesellschaftliche Integration und Zusammenhalt. Durch kulturelle Bildung lernen Menschen, Werte wie Freiheit, Menschenwürde, Demokratie, Toleranz und Solidarität zu verstehen und zu verteidigen. Deshalb ist kulturelle Bildung eine Investition in die Zukunft einer offenen und demokratischen Gesellschaft.

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