RU-digitalRU-digital-logo
Abdelkratie

Abdelkratie

Religionsfreiheit - An was glaubst du?

Veröffentlichung:11.3.2026

Das YouTube-Video „RELIGIONSFREIHEIT – An was glaubst du?" (Abdelkratie / bpb, 2020, ca. 7 Min.) ist ein humoristisch-satirisches Erklärvideo des Creators Abdelkarim, produziert in Kooperation mit der Bundeszentrale für politische Bildung. In lockerem, jugendsprachlichem Stil erklärt das Video das Grundrecht der Religionsfreiheit in Deutschland (Art. 4 GG), das Verhältnis von Staat und Religion (Trennung und gleichzeitiger staatlicher Schutz, illustriert am Spiegelei-Vergleich), die Altersgrenze der religiösen Selbstbestimmung (ab 14 Jahren), Grenzen der Religionsfreiheit (keine Beeinträchtigung der Grundrechte anderer), das Kruzifix-Urteil des Bundesverfassungsgerichts, religiöse Kleidung im öffentlichen und staatlichen Kontext sowie das Diskriminierungsverbot gegenüber anderen Religionen. Das Video endet mit einem persönlichen Bekenntnis des muslimischen Creators zum religiösen Pluralismus und gegenseitigen Respekt.


Products

Das Video ist primär für die Sekundarstufe I geeignet, insbesondere für die Klassenstufen 8–10. Durch seine jugendsprachliche, humorvolle und niedrigschwellige Aufmachung spricht es auch leistungsschwächere Lernende an. Mit ergänzenden Aufgaben lässt es sich auch in der Einführungsphase der Oberstufe (Jahrgangsstufe 10/11) einsetzen, etwa als problemorientierter Einstieg in eine Einheit zu Grundrechten, religiösem Pluralismus oder dem Verhältnis von Staat und Kirche. In der Grundschule ist es nicht geeignet.

Thematische Verortung im katholischen RU

Das Video ist aus dem politischen Bildungskontext (bpb) heraus entstanden und nicht explizit religiös ausgerichtet. Es ist dennoch im katholischen Religionsunterricht auf mehreren Ebenen gut einsetzbar.

Religionsfreiheit als theologisches und ethisches Thema: Das Zweite Vatikanische Konzil hat mit der Erklärung Dignitatis Humanae (1965) die Religionsfreiheit als unveräußerliches Menschenrecht anerkannt, das in der Würde der menschlichen Person gründet. Das Video bietet einen anschaulichen Einstieg in dieses Thema aus staatsbürgerlicher Perspektive, das dann theologisch vertieft werden kann: Warum ist Religionsfreiheit nicht nur ein Grundrecht, sondern auch ein religiöses Anliegen? Was sagt das christliche Menschenbild über den Wert der freien Glaubensentscheidung?

Religiöser Pluralismus und Dialog: Das Video stellt das Nebeneinander von Islam, Christentum, Judentum, Atheismus und sogar des „Fliegenden Spaghettimonsters" als selbstverständliche gesellschaftliche Realität dar. Das ist anschlussfähig an eine Einheit zum interreligiösen Dialog und zur Haltung des Respekts gegenüber anderen Religionen, wie sie die Katholische Kirche in Nostra Aetate formuliert hat. Abdelkarims persönliches Statement – „Ich bin Moslem, du bist vielleicht Christ, Jude oder Atheist. Wo ist das Problem?" – kann als Gesprächsimpuls genutzt werden.

Staat und Kirche, Säkularisierung: Die Spiegelei-Metapher (Staat als Eiweiß, Religion als Eigelb – getrennt, aber zusammengehörig) ist eine didaktisch gelungene Vereinfachung des komplexen deutschen Modells der Trennung von Staat und Religion bei gleichzeitiger staatlicher Schutzfunktion. Im kath. RU kann daran die Frage angeknüpft werden, wie die Kirche selbst das Verhältnis zum Staat bewertet und welche Rolle sie in der pluralen Gesellschaft spielen möchte. Das Kruzifix-Urteil des Bundesverfassungsgerichts ist ein konkreter historischer Konfliktfall, der zur Diskussion über die Sichtbarkeit des Christentums im öffentlichen Raum einlädt.

Identität und Bekenntnis: Das Video thematisiert indirekt die Frage, was es bedeutet, zu einer Religionsgemeinschaft zu gehören und sich dazu zu bekennen. Abdelkarim zeigt das am eigenen Beispiel: Er ist Muslim, steht dazu, übt es aus – und fordert gleichzeitig denselben Respekt für andere ein. Das regt Schüler*innen an, über die eigene religiöse Identität nachzudenken: Was glaube ich? Wie zeige ich das? Wie gehe ich mit andersgläubigen Menschen um?

Diskriminierungsverbot und Menschenwürde: Der klare Satz des Videos – „Jemanden zu diskriminieren, weil er an etwas anderes glaubt: nicht OK" – ist anschlussfähig an das christliche Gebot der Nächstenliebe und an die Grundüberzeugung, dass jeder Mensch als Ebenbild Gottes unantastbare Würde besitzt, unabhängig von seiner Religionszugehörigkeit.

Methodische Einsatzmöglichkeiten

Das Video eignet sich hervorragend als motivierender Einstieg in eine Unterrichtseinheit zu Religionsfreiheit, religiösem Pluralismus oder Grundrechten. Die Länge von ca. 7 Minuten ermöglicht den unkomplizierten Einsatz in einer Einzelstunde. Nach der Sichtung kann ein strukturiertes Unterrichtsgespräch zu folgenden Leitfragen geführt werden: Was schützt die Religionsfreiheit – und vor wem? Wo liegen ihre Grenzen? Ist das Spiegelei-Modell eine gute Metapher für das Verhältnis von Staat und Religion? Was denkt ihr über das Kruzifix-Urteil?

Eine produktive Methode ist die Weiterarbeit mit der Spiegelei-Metapher: Schüler*innen entwickeln in Partnerarbeit eine eigene Metapher für das Verhältnis von Staat und Religion und präsentieren sie kurz im Plenum. Das fördert konzeptuelles Denken und Sprachkompetenz. Eine weitere Möglichkeit ist die Arbeit mit dem „Klamotten-Check" als Ausgangspunkt für eine differenziertere Diskussion: Welche religiösen Kleidungsstücke kennt ihr? Welche Reaktionen lösen sie in der Gesellschaft aus? Was sagt das über unser Verhältnis zu religiöser Vielfalt? Dabei können konkrete Fälle aus dem deutschen Schulrecht (Kopftuch, Kippa, Kreuz) einbezogen werden.

Für eine vertiefende Einheit kann das Video mit einem Kurztext aus dem Grundgesetz (Art. 4 GG) und einem Auszug aus Dignitatis Humanae kombiniert werden, um den staatsbürgerlichen und den theologischen Zugang zur Religionsfreiheit zu vergleichen. Die Frage „Warum ist Religionsfreiheit auch ein religiöses Anliegen?" kann als leitende Problemfrage für eine Doppelstunde dienen.

Hinweise zur Differenzierung

Das Video ist sprachlich und inhaltlich niedrigschwellig gehalten und daher besonders geeignet für heterogene Lerngruppen sowie für Schülerinnen mit Deutsch als Zweitsprache. Der humorvolle Stil des Creators kann auch Schülerinnen ansprechen, die religiösen Themen sonst reserviert gegenüberstehen. Für leistungsstarke Lernende empfiehlt sich die Vertiefung durch aktuelle Gerichtsurteile zur Religionsfreiheit in Deutschland (z. B. Kopftuch im Staatsdienst, Schächtung, Beschneidungsdebatte) oder durch einen Vergleich mit dem Umgang mit Religionsfreiheit in anderen Ländern.

Hinweis zum Einsatz im Unterricht

Das Video ist auf YouTube frei zugänglich und wurde in Kooperation mit der Bundeszentrale für politische Bildung produziert, was seine didaktische Eignung und inhaltliche Zuverlässigkeit unterstreicht. Der Creator Abdelkarim ist ein bekannter muslimischer Comedian, der für die bpb mehrere Videos zu politischen Grundrechten produziert hat. Sein muslimischer Hintergrund verleiht dem Thema Religionsfreiheit eine authentische Binnenperspektive, die im Unterricht thematisiert werden kann.

Video

urheberrechtlich geschützt

11.3.2026

konfessionelle Kooperation ,Interreligiöser Dialog

Anregung

Menschen & Welt ,Kirche

_

_

_

Wir nutzen Cookies auf unserer Website. Einige von ihnen sind essenziell, während andere uns helfen, diese Website und Ihre Erfahrung zu verbessern Datenschutz.