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Religionen Podcast | Deutschlandfunk Kultur

Religionen Podcast | Deutschlandfunk Kultur

Wie der Fastenmonat Ramadan zum Genießen einlädt

Veröffentlichung:17.3.2026

Der Beitrag beleuchtet den Ramadan aus einer ungewöhnlichen Perspektive: nicht primär als Monat des Verzichts, sondern als Zeit des besonderen Genusses und der Gemeinschaft. Im Mittelpunkt steht das Iftar – das abendliche Fastenbrechen nach Sonnenuntergang – als soziales Ereignis mit Familie, Freunden, Nachbarn und Bedürftigen. Thematisiert werden kulinarische Traditionen (Sondergerichte, Süßigkeiten, die Eröffnung mit Dattel und Wasser), die Vorfreude und aufwendige Vorbereitung in den Küchen sowie die spirituelle Dimension: Bewusster Verzicht am Tag intensiviert das Genusserleben am Abend. Der Ramadan wird als Balance zwischen religiöser Disziplin und Lebensfreude beschrieben.

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Der Beitrag eignet sich für Unterrichtseinheiten zum Islam und islamischer Praxis, zu religiösen Festen und Feiertagen im Vergleich sowie zu Fasten als religionsübergreifendem Phänomen. Er berührt zudem die Themen Nächstenliebe und Solidarität (Einladung von Bedürftigen) sowie die Frage nach dem Verhältnis von Körper, Genuss und Spiritualität – Querverbindungen zur christlichen Fastenpraxis (Fastenzeit, Karwoche) und zum jüdischen Jom Kippur sind naheliegend.

Stärken des Mediums:

Der Beitrag bricht mit dem in deutschen Medien verbreiteten einseitigen Bild des Ramadan als bloßem Verzicht und zeigt stattdessen die Festkultur und Gemeinschaftsdimension. Damit fördert er eine differenzierte, wertschätzende Wahrnehmung des Islam von innen. Die Themen Essen, Familie und Gemeinschaft sind universell zugänglich und laden SuS aller Hintergründe zur Identifikation ein. Der Beitrag stammt von einem muslimischen Autor (Murat Koyuncu), was die Binnenperspektive stärkt.

Grenzen des Mediums:

Kein vollständiges Transkript verfügbar; textbasierter Einsatz erfordert Transkription. Der Beitrag thematisiert die theologischen Grundlagen des Fastens (Sure 2, Intention, Reinigung) nur am Rand; diese Dimension muss durch die Lehrkraft ergänzt werden. In Lerngruppen mit muslimischen SuS kann der Beitrag persönliche Erfahrungen aktivieren – dies ist didaktisch eine Chance, erfordert aber sensible Gesprächsführung.

Einsatzszenarien und methodische Vorschläge:

Einstieg / Assoziationsrunde:

SuS nennen spontan, was sie mit „Fasten" verbinden. Anschließend: Was verbinden sie mit „Ramadan"? Die Antworten werden an der Tafel gesammelt. Der Beitrag dient dann als Korrektiv und Erweiterung des Vorwissens, insbesondere hinsichtlich der Genuss- und Festdimension.

Strukturiertes Hören:

Leitfragen: Was ist das Iftar und welche Bedeutung hat es? Welche kulinarischen Traditionen werden beschrieben? Wie hängen Verzicht und Genuss im Ramadan zusammen? Antworten werden notiert und verglichen.

Fasten im Religionsvergleich:

SuS erstellen eine Vergleichstabelle: Ramadan / christliche Fastenzeit / jüdischer Jom Kippur – mit den Kategorien Zeitraum, Verzicht auf was, gemeinschaftliche Dimension, spirituelle Bedeutung. Dies fördert strukturiertes interreligiöses Denken und macht deutlich, dass Fasten eine universale religiöse Praxis ist.

Körper und Spiritualität:

Der Beitrag beschreibt, wie bewusster Verzicht die Wahrnehmung intensiviert. SuS reflektieren: Kennt ihr ähnliche Erfahrungen? (z. B. nach langer Wanderung besser schmeckendes Essen, Wert von Dingen nach Entbehrung) Was sagt das über den Zusammenhang von körperlicher Erfahrung und geistiger Haltung aus? Diese Reflexion lässt sich mit dem christlichen Verständnis von Fasten als Einübung in Dankbarkeit und Achtsamkeit verbinden.

Solidarität und Nächstenliebe:

Die Einladung von Bedürftigen zum Iftar kann als Einstieg in eine Diskussion über Zakat (islamische Almosensteuer) und den sozialen Auftrag der Religion dienen. Querverbindung zur christlichen Caritas und zum jüdischen Zedaka-Gebot liegt nahe: Was verbindet diese Traditionen? Was unterscheidet sie?

Kreative Aufgabe / Schreiben:

SuS beschreiben ein eigenes Familienfest oder Ritual rund ums Essen: Was wird gekocht? Wer ist dabei? Was bedeutet es? Dieser biografische Zugang schafft Empathie für die Iftar-Tradition und fördert die Reflexion über die religiöse Dimension eigener Lebenspraxis.

Technische Hinweise:

Der Beitrag ist über die Deutschlandfunk-Mediathek (deutschlandfunk.de) abrufbar. Das Erscheinungsdatum (22.02.2026) liegt im Ramadan 2026, was den Beitrag für einen zeitnahen Unterrichtseinsatz besonders geeignet macht. Ergänzend können Bildmaterial von Iftar-Feiern oder kurze Videoeinblicke (z. B. ARD/ZDF-Mediathek) eingesetzt werden.

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17.3.2026

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