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WiReLex | Deutsche Bibel GesellschaftLukas Grill

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Lukas Grill

Alltag

Veröffentlichung:1.5.2026

Der Artikel untersucht den Begriff 'Alltag' in der Theologie und zeigt, wie dieser seit dem 19. Jahrhundert an Bedeutung gewonnen hat. Alltag wird dabei als Abfolge routinierter, wiederkehrender Lebensmuster verstanden, die durch außergewöhnliche Erfahrungen unterbrochen werden. Der Text analysiert Alltag aus philosophischen und soziologischen Perspektiven und demonstriert seine zentrale Rolle für die praktische Theologie, insbesondere für Predigt und Seelsorge. Es wird deutlich, dass eine theologische Beschäftigung mit dem konkreten Alltag von Menschen nicht nur wissenschaftlich wertvoll, sondern auch für kirchliche Praxis unverzichtbar ist.

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Der Artikel befasst sich mit dem Alltagsbegriff in der Theologie und dessen Bedeutung für theologische und pastorale Praxis. Alltag wird definiert als routinierte, zyklisch wiederkehrende Abläufe im menschlichen Leben, die durch außeralltägliche Ereignisse unterbrochen werden. Die theologische Beschäftigung mit Alltag ist eine moderne Entwicklung, die mit der Privatisierung und Individualisierung des Lebens im 19. Jahrhundert verbunden ist. Der Artikel skizziert Forschungsansätze aus benachbarten Disziplinen: Roland Barthes untersucht alltägliche Phänomene als komplexe Zeichensysteme mit sozialkritischer Perspektive; Schütz und Luckmann verstehen Alltag als tradierte Ordnung, deren Fragilität durch verschiedene Grade von Transzendenz erfahrbar wird; Bernhard Waldenfels betont den Bedeutungsüberschuss alltäglicher Phänomene und unterscheidet zwischen alltäglicher und außeralltäglicher Deutungsperspektive. In der evangelischen Theologie wurde Alltag seit den 1960er-Jahren unter Theologen wie Ernst Lange zentral, der eine Kirche 'nah am Leben' und eine alltags- und hörerzentrierte Predigt forderte. Der Alltagsbegriff hat insbesondere für die praktische Theologie, Homiletik und Pastoraltheologie grundlegende Implikationen, da er die Verbindung zwischen theologischer Reflexion und gelebter Lebenswirklichkeit herstellt. Die Beschäftigung mit Alltag ermöglicht es der Kirche, ihre Relevanz für konkrete menschliche Situationen und Fragen zu bewahren.

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