Christen glauben an Gott. Aber es gibt bei den meisten Christen eine oder mehrere Phasen im Leben, da zweifeln sie an ihm oder an seiner Existenz. Wie man an einen Gott glauben kann, den man nicht sehen, hören oder anfassen kann, erklärt Kaplan Christian Olding.
Vor allem dann, wenn uns schlimme Dinge widerfahren. Wenn wir Leid und Ungerechtigkeit sehen oder erfahren. Und es gibt Menschen, denen das Glauben gänzlich schwerfällt. Häufig setzen wir uns mit der Frage nach Gott auseinander, wenn wir mit der Endlichkeit des Lebens konfrontiert werden. Krankheit und Tod lassen uns die Frage nach Gott stellen. Und entweder bringt sie uns ihm näher oder wir zweifeln erst Recht. Besonders leicht fällt das Zweifeln, weil man Gott nicht sehen kann. Weil er kein Gott zum Anfassen ist. Aber „Hast du schon mal mit der Liebe gefrühstückt oder mit der Gerechtigkeit zu Mittag gegessen?“, fragt Christian Olding. Für ihn gibt es wenig Dinge im Leben, denen er sich so sicher ist, wie die Existenz Gottes. Woran er das festmacht, erklärt er in der neuen Folge Glauben. Leben.
Das Medium greift die existenzielle Frage nach Gott im Angesicht von Leid, Krankheit und Tod auf. Ausgangspunkt ist die Erfahrung, dass Menschen gerade in Grenzsituationen ihres Lebens nach dem Sinn und nach Gott fragen. Der Sprecher bekennt seinen persönlichen Glauben und begründet ihn nicht mit Beweisen, sondern mit Erfahrungen – ähnlich wie bei unsichtbaren, aber realen Größen wie Liebe oder Gerechtigkeit. Zentral ist die Aussage, dass Gott in zwischenmenschlicher Liebe erfahrbar wird und dass biblische Erzählungen davon berichten, wie Menschen in ihren Krisen zu Gott gefunden haben. Der Glaube wird somit als Vertrauensentscheidung dargestellt, die sich aus persönlichen Erfahrungen speist und sich besonders in Beziehungen zeigt.