Das Medium eignet sich besonders für den Religionsunterricht der Grundschule sowie der Orientierungsstufe und kann sowohl als umfangreiches Unterrichtsprojekt als auch in einzelnen Unterrichtseinheiten eingesetzt werden. Sein besonderer didaktischer Wert liegt in der Verbindung von biblischem Lernen, historischem Lernen und kreativem Gestalten. Lernende erwerben nicht nur Kenntnisse über das Leben Jesu, sondern entwickeln zugleich ein räumliches und anschauliches Verständnis seiner Lebenswelt. Das gemeinsame Entstehen eines Stadtmodells fördert nachhaltiges Lernen, da religiöse Inhalte handelnd erschlossen werden und abstrakte Erzählungen einen konkreten Bezug erhalten. Die Verbindung von Erzählen, Basteln, Betrachten und Reflektieren spricht unterschiedliche Lernvoraussetzungen an und ermöglicht einen abwechslungsreichen Religionsunterricht.
Die Rahmengeschichte von Isaak und Claudius eröffnet einen emotionalen Zugang zur Zeit Jesu. Die Freundschaft zwischen einem jüdischen und einem römischen Jungen ermöglicht Gespräche über Vorurteile, Fremdsein, Ausgrenzung, Freundschaft, Versöhnung und Frieden. Lernende können sich mit den Figuren identifizieren, deren Konflikte nachvollziehen und eigene Erfahrungen einbringen. Dadurch entstehen vielfältige Möglichkeiten für das Theologisieren mit Lernenden sowie für Gespräche über Mut, Gerechtigkeit, Vertrauen und den Umgang mit gesellschaftlichen Spannungen. Gleichzeitig werden historische Zusammenhänge verständlich vermittelt, ohne die Perspektive der Kinder aus dem Blick zu verlieren.
Methodisch bietet das Material zahlreiche Möglichkeiten für einen kompetenzorientierten Religionsunterricht. Die Bastelbögen können arbeitsteilig in Gruppen gestaltet werden, sodass nach und nach eine gemeinsame Stadtlandschaft entsteht. Die einzelnen Gebäude und Orte bilden dabei den Ausgangspunkt für die Erarbeitung der jeweiligen Bibeltexte. Bildbetrachtungen, Vorlesephasen, Rollenspiele, Standbilder, Schreibaufträge aus der Sicht der Figuren, Lerntagebücher oder Gespräche über die Lebenswelt Jesu ergänzen die praktische Arbeit. Ebenso können Lernende Karten von Galiläa auswerten, historische Quellen vergleichen oder eigene Modelle und Szenen entwickeln. Das fertige Stadtmodell eignet sich als dauerhaftes Anschauungsobjekt im Klassenraum, für Schulgottesdienste, Projektwochen oder Ausstellungen und kann im Verlauf weiterer Unterrichtseinheiten immer wieder aufgegriffen werden. Die Verbindung von kreativem Gestalten und biblischer Erzählung unterstützt nachhaltiges Lernen und stärkt sowohl fachliche als auch soziale Kompetenzen. Das Medium eignet sich darüber hinaus für fächerverbindendes Arbeiten mit Kunst, Geschichte und Sachunterricht sowie für Kinderbibelwochen, Projekttage und kirchliche Bildungsarbeit.
Das Material kombiniert diese fortlaufende Geschichte mit Einzelmodulen zu Aspekten des Lebens in Kapernaum: zur Geografie der Region, zu biblischen Texten, zur Stadtmauer, zum Alltag der Menschen, zu Handwerksberufen und zur Rolle des Stadttors. Durch Bastelbögen entstehen detailreiche Modelle wie Türme, Mauern, das Stadttor, Fischerboote, das Zollhaus des Levi oder die Synagoge, die jeweils mit biblischen Episoden verknüpft werden. So wird die Stadt Jesu räumlich sichtbar und gleichzeitig narrativ gefüllt. Jede Einheit verbindet kindgerechtes Erzählen mit konkreten Bibelstellen, etwa zur Berufung der Jünger, zur Heilung des Gelähmten oder zur Begegnung Jesu mit Levi dem Zöllner.
Das Konzept versteht Basteln nicht nur als kreative Aufgabe, sondern als soziale und theologische Annäherung: Kinder gestalten ihre eigene „biblische Welt“, arbeiten gemeinsam und setzen sich mit zentralen Motiven des Neuen Testaments auseinander. Das Material ist flexibel einsetzbar – von Einzelstunden über längere Sequenzen bis hin zu einer Kinderbibelwoche. Die Bastelarbeit erfordert etwas Geschick, belohnt die Gruppen aber mit einem eindrucksvollen Stadtmodell, das im Unterricht, bei Schulfesten oder im Gottesdienst genutzt werden kann.
Insgesamt verbindet das Projekt historisches Lernen, biblische Geschichten und kreative Gestaltung zu einem lebendigen Zugang zur Welt Jesu und ermöglicht Kindern, Glaubensinhalte über eine greifbare, eigens gestaltete Umgebung zu verstehen und zu vertiefen.
Das Material setzt sich aus einer Vielzahl aufeinander aufbauender Unterrichtsmaterialien zusammen, die gemeinsam ein handlungsorientiertes Projekt zur Lebenswelt Jesu gestalten. Im Mittelpunkt steht der Bau eines Modells der Stadt Kapernaum, das im Verlauf der Unterrichtseinheit Schritt für Schritt wächst. Jede Unterrichtseinheit verbindet einen Bastelbogen mit einer biblischen Geschichte, einer Rahmenerzählung sowie theologischen und historischen Informationen. Dadurch lernen die Lernenden die Umwelt Jesu nicht nur kennen, sondern gestalten sie aktiv mit.
Zu Beginn erhalten die Lernenden eine Einführung in Kapernaum und seine Umgebung. Kartenmaterial, historische Informationen und biblische Texte vermitteln die geografische Lage der Stadt und ihre Bedeutung als Mittelpunkt des Wirkens Jesu. Die Lernenden orientieren sich auf Karten, vergleichen biblische Orte und gewinnen einen ersten Eindruck von der Lebenswelt Jesu.
Die Rahmengeschichte von Isaak und Claudius begleitet das gesamte Projekt. Die beiden Jungen, ein Jude und ein Römer, erleben den Alltag in Kapernaum und begegnen den Ereignissen rund um Jesus. Die Lernenden verfolgen ihre Geschichte, diskutieren über Freundschaft, Vorurteile, Fremdsein, Gewalt und Versöhnung und setzen die Erfahrungen der Figuren mit ihrer eigenen Lebenswelt in Beziehung.
Mit dem Material Die Türme von Kapernaum gestalten die Lernenden die Wehrtürme der Stadt. Dabei beschäftigen sie sich mit der Erzählung vom Turmbau zu Babel sowie mit der Bedeutung von Türmen als Schutz, Orientierung und Symbol des Vertrauens auf Gott. Gleichzeitig lernen sie die Bauweise antiker Städte kennen.
Die Unterrichtseinheit Die Mauern von Kapernaum führt zum Bau der Stadtmauer und der Stadttore. Die Lernenden erschließen die Bedeutung von Stadtmauern im Altertum und setzen sich mit den biblischen Geschichten über Jericho und Rahab auseinander. Dabei wird deutlich, welche religiöse und gesellschaftliche Bedeutung Stadttore als Orte des Rechts, der Begegnung und des Schutzes hatten.
Mit dem Bastelbogen Die Schiffe entstehen Fischerboote für den See Genezareth. Die Lernenden bearbeiten die Berufung der ersten Jünger sowie den Alltag der Fischer. Sie erkennen die Bedeutung des Fischfangs für die Menschen in Galiläa und reflektieren den Ruf Jesu in die Nachfolge.
Das Material Die Menschen in Kapernaum stellt die wichtigsten Personen der Rahmengeschichte sowie bedeutende biblische Figuren vor. Die Lernenden lernen Berufe, Lebensbedingungen und gesellschaftliche Unterschiede kennen und analysieren die Beziehungen zwischen Juden, Römern und den ersten Jüngern Jesu.
Die Unterrichtseinheit Das Stadttor verdeutlicht die Funktion des Stadttores als Ort von Rechtsprechung, Handel und öffentlichem Leben. Anhand biblischer Erzählungen über König Salomo, Absalom und Jesu Worte über das Richten diskutieren die Lernenden Gerechtigkeit, Verantwortung und faire Konfliktlösungen.
Mit dem Material Die Heilung des Gelähmten gestalten die Lernenden das Haus mit dem geöffneten Dach. Anschließend erschließen sie die Wundergeschichte, untersuchen die Bedeutung von Vertrauen und Vergebung und reflektieren, welche Rolle Gemeinschaft und gegenseitige Hilfe im Leben der Menschen spielen. Das Modell ermöglicht es, die Erzählung anschaulich nachzuvollziehen.
Weitere Bastelbögen und Unterrichtseinheiten beschäftigen sich mit dem Zollhaus des Levi, der Synagoge, dem Priester, dem Marktplatz, der Tochter des Synagogenvorstehers, der Heilung der Schwiegermutter des Petrus, dem Weinhändler, der Hochzeit zu Kana sowie dem Hauptmann von Kapernaum. Jede Einheit verbindet den Bau eines Gebäudes oder einer Szene mit einer passenden Bibelgeschichte. Die Lernenden lesen die Texte, erschließen die religiöse Botschaft, diskutieren ethische Fragestellungen und ordnen die Ereignisse räumlich im entstehenden Stadtmodell ein. Dadurch wächst das Modell parallel zum Verständnis der biblischen Erzählungen.
Den Abschluss bildet ein umfangreicher Anhang mit Bastelbögen, aus denen Gebäude, Stadtmauern, Türme, Schiffe, Figuren und weitere Bestandteile der Stadt ausgeschnitten und zusammengebaut werden. Die fertige Stadt dient während der gesamten Unterrichtsreihe als Lernlandschaft. An ihr können biblische Geschichten nacherzählt, Wege Jesu nachvollzogen, Rollenspiele durchgeführt oder Wiederholungen gestaltet werden. Das gemeinsame Gestalten fördert kooperatives Lernen, räumliches Denken sowie die nachhaltige Verknüpfung biblischer Inhalte mit der historischen Lebenswelt Jesu.