Das Video eignet sich besonders für den Religionsunterricht der Sekundarstufe und kann in den Themenbereichen Weltkirche, Berufung, Kirche in Deutschland, Jugendpastoral, Glaubensweitergabe, Identität sowie christliche Berufung eingesetzt werden. Die persönliche Lebensgeschichte von Pfarrer Matthäus Hilos eröffnet den Lernenden einen authentischen Zugang zu den Herausforderungen und Chancen des kirchlichen Lebens in einer pluralen Gesellschaft.
Als Einstieg bietet sich die Frage an, welche Erwartungen junge Menschen heute an Kirche und Seelsorge haben. Die Lernenden können zunächst ihre eigenen Vorstellungen von einem Priester sammeln und anschließend mit den Aussagen des Interviews vergleichen. Ebenso eignet sich ein Austausch darüber, welche Bedeutung Heimat, Migration und kulturelle Prägung für den persönlichen Glauben haben können.
Während des Videos können die Lernenden Beobachtungsaufträge bearbeiten. Sie achten darauf, welche Erfahrungen den Berufungsweg von Matthäus Hilos geprägt haben, welche Rolle internationale Begegnungen für seine Ausbildung spielten und wie er seine Aufgaben in der Jugend und Hochschulseelsorge beschreibt. Darüber hinaus können sie herausarbeiten, welche Fragen junge Erwachsene heute beschäftigen und welche Antworten die Kirche darauf geben möchte.
In der anschließenden Auswertung können die Themen Weltkirche, Berufung, Identität, Freiheit, Glaubensfreude und Evangelisierung vertieft werden. Besonders geeignet sind Gruppenarbeiten zur Situation junger Menschen in Kirche und Gesellschaft, zur Bedeutung von Pilgerfahrten und internationalen Begegnungen oder zu unterschiedlichen Formen pastoraler Arbeit. Ebenso bietet sich eine Diskussion darüber an, welche Erwartungen junge Erwachsene an Kirche stellen und wie christliche Gemeinschaft heute gestaltet werden kann.
Das Medium fördert die Wahrnehmung der Weltkirche und verdeutlicht, dass Glauben in unterschiedlichen kulturellen Kontexten gelebt wird. Gleichzeitig regt es dazu an, über den eigenen Glaubensweg, über persönliche Berufung und über die Bedeutung christlicher Gemeinschaft nachzudenken. Kreative Methoden wie Rollenspiele, Interviews, die Planung einer Jugendwallfahrt, das Erstellen einer Mindmap zur Weltkirche oder das Verfassen eines persönlichen Glaubenszeugnisses ermöglichen eine vertiefte Auseinandersetzung mit den Inhalten. Ebenso eignet sich das Video für Unterrichtseinheiten zur Jugendpastoral, zur Berufung, zur Kirche als Gemeinschaft sowie zur Bedeutung von Freiheit und Verantwortung im Glauben.
Interview mit Pfarrer Matthäus Hilus
Das Interview aus dem Magazin "Gesichter der Weltkirche" stellt Pfarrer Matthäus Hilus vor – ein Priester mit polnischen Wurzeln, der in Bayern aufgewachsen ist und heute im Erzbistum Köln tätig ist. Er berichtet eindrücklich von seiner religiösen Sozialisation, seinem Weg ins Priesteramt und seinen weltkirchlichen Erfahrungen.
1. Biografischer Hintergrund:
Hilus wurde 1981 in Polen geboren und emigrierte 1988 mit seiner Familie nach Deutschland. Der Glaube war in seiner Familie stark präsent; sein Vater war im Priesterseminar. Der neokatechumenale Weg prägte Hilus’ Glaubensentwicklung entscheidend.
2. Berufung und Ausbildung:
Er trat mit 21 Jahren ins Priesterseminar Redemptoris Mater in Köln ein. Die internationale und missionsorientierte Ausrichtung des Seminars (z. B. Aufenthalte in Tschechien und der Slowakei) vermittelte ihm ein tiefes Verständnis für weltkirchliche Kontexte.
3. Erfahrungen in Missionsländern:
Tschechien: stark säkularisiert, wenig religiöses Grundverständnis, herausfordernde Glaubensgespräche.
Slowakei: herzliche Aufnahme, Begegnung mit der griechisch-katholischen Kirche und verheirateten Priestern – für Hilus eine ambivalente, aber bereichernde Erfahrung.
4. Aktuelle Tätigkeiten:
Jugendseelsorger in Köln: Leitung einer Jugendkirche mit vielfältigen Angeboten wie Gottesdiensten, Pilgerreisen (z. B. Venedig–Assisi per Fahrrad), Social-Media-Präsenz und persönlichen Gesprächen. Ziel: junge Erwachsene in ihrer Sinnsuche zu begleiten.
Hochschulseelsorge (KHG Köln): bietet psychosoziale Beratung, finanzielle Unterstützung, Gemeinschaftserfahrungen und niederschwellige Kontaktmöglichkeiten zur Kirche.
5. Geistliches Leben und Herausforderungen:
Hilus betont die Wichtigkeit des Gebets, das diszipliniert gepflegt werden müsse, um psychisch und geistlich gesund zu bleiben. Er nimmt sich täglich eine Dreiviertelstunde Zeit für das persönliche Gebet und ist in einer geistlichen Gemeinschaft eingebunden.
6. Kirche in Deutschland und Weltkirche:
Er sieht die deutsche Kirche materiell gut ausgestattet, aber geistlich mit Entwicklungspotenzial. Kritik äußert er an zu viel Lamentieren und fordert stattdessen einen praxisnahen, freudigen Glaubensstil.
7. Persönliche Stärken:
Hilus sieht sich als kreativen Motivator und Beziehungsmensch, der junge Erwachsene durch lebendige Formate zum Nachdenken über ihren Lebenssinn anregen möchte.
8. Fazit:
Das Priestertum ist für Hilus ein sinnerfüllter, unbürgerlicher Lebensstil, der es ermöglicht, Gott und Menschen zu dienen. Das Interview bietet wertvolle Einblicke in glaubensorientierte Jugendarbeit, interkulturelle kirchliche Erfahrungen und seelsorgerliche Herausforderungen in säkularen Kontexten – geeignet als Reflexionsimpuls für den Religionsunterricht oder für kirchliche Bildungskontexte.
Fragestellungen zum Video mit Antworten
Wer ist Matthäus Hilos?
Matthäus Hilos ist Priester des Erzbistums Köln. Er wurde in Polen geboren, wuchs in Deutschland auf und engagiert sich heute in der Jugend und Hochschulseelsorge.
Wie entwickelte sich seine Berufung zum Priestertum?
Seine Berufung entstand nicht durch ein einzelnes Erlebnis, sondern wuchs über viele Jahre. Die Glaubenspraxis seiner Familie und seine persönliche Suche nach dem Sinn des Lebens führten ihn schließlich ins Priesterseminar.
Was zeichnet das Priesterseminar Redemptoris Mater aus?
Das Seminar ist international ausgerichtet. Die Seminaristen stammen aus vielen Ländern und erklären ihre Bereitschaft, sich weltweit in den Dienst der Kirche senden zu lassen.
Welche Erfahrungen sammelte er in der Weltkirche?
Er verbrachte Ausbildungszeiten unter anderem in Spanien, der Slowakei und Tschechien. Dort lernte er unterschiedliche Kulturen, Glaubensformen und pastorale Herausforderungen kennen.
Welche Erkenntnisse gewann er in Tschechien?
Er erlebte eine stark säkularisierte Gesellschaft und lernte, Menschen mit Offenheit, Geduld und Respekt zu begegnen, auch wenn sie dem Glauben zunächst fernstehen.
Welche Aufgaben übernimmt er heute in der Jugend und Hochschulseelsorge?
Er begleitet junge Erwachsene, organisiert Gottesdienste, Pilgerfahrten und Glaubensangebote, führt Gespräche und unterstützt Menschen bei persönlichen und spirituellen Fragen.
Welche Fragen beschäftigen junge Erwachsene nach seiner Erfahrung besonders?
Viele junge Menschen suchen Orientierung, fragen nach ihrer Identität, nach dem Sinn ihres Lebens und nach einem tragfähigen Fundament für ihre Zukunft.
Welche Bedeutung hat das Gebet für sein Leben?
Er betont, dass das tägliche Gebet, Zeiten der Stille und die Feier der Eucharistie unverzichtbar für ein glaubwürdiges priesterliches Leben sind.
Welche Hoffnung verbindet er mit der Kirche in Deutschland?
Er wünscht sich weniger Klagen über Schwierigkeiten und mehr Freude am Glauben, mehr Vertrauen auf Christus und eine lebendige Verkündigung des Evangeliums.
Welche zentrale Botschaft vermittelt das Video?
Das Video zeigt, dass christliche Berufung in der persönlichen Begegnung mit Gott wächst und dass die Weltkirche durch Vielfalt, gegenseitiges Lernen und glaubwürdige Zeugnisse des Glaubens bereichert wird. Persönliche Beziehungen, Freiheit und eine authentische Nachfolge Christi stehen dabei im Mittelpunkt.