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segu Geschichte

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Synagogen | zerstört? – vergessen? | Spurensuche “vor Ort”

Veröffentlichung:1.1.1970

Das digitale Lernmodul Synagogen | zerstört? vergessen? | Spurensuche vor Ort der Lernplattform segu Geschichte beschäftigt sich mit der Geschichte jüdischer Synagogen in Deutschland, ihrer Zerstörung während der nationalsozialistischen Novemberpogrome 1938 und dem heutigen Umgang mit diesen historischen Orten. Anhand historischer und aktueller Fotografien sowie konkreter Beispiele erfahren die Lernenden, wie unterschiedlich sich die Geschichte ehemaliger und bestehender Synagogen entwickelt hat. Das Medium unterscheidet fünf Formen des Umgangs mit Synagogengebäuden und ihren Standorten, darunter wieder genutzte Synagogen, umgewidmete Gebäude, Gedenkorte, verschwundene Erinnerungsorte und Neubauten nach 1945. Im Mittelpunkt steht eine eigenständige Spurensuche, bei der die Lernenden die Geschichte von Synagogen in ihrer eigenen Stadt oder Region recherchieren, historische Quellen auswerten und ihre Ergebnisse in Form von Plakaten oder digitalen Präsentationen vorstellen. Das für etwa 90 Minuten konzipierte Lernmodul verbindet historische Bildung mit lokalem Erinnerungslernen und bietet zahlreiche Anknüpfungspunkte für den Religionsunterricht.

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Das digitale Lernmodul eignet sich besonders für den Religionsunterricht der Sekundarstufe I und II im Rahmen der Themenbereiche Judentum, jüdisches Leben in Deutschland, Nationalsozialismus, Antisemitismus, Holocaust, Erinnerungskultur und Verantwortung für die Vergangenheit. Sein besonderer religionspädagogischer Wert liegt darin, dass die Lernenden Synagogen nicht ausschließlich als historische Gebäude oder Orte nationalsozialistischer Verfolgung kennenlernen, sondern als religiöse und gemeinschaftliche Zentren jüdischen Lebens wahrnehmen. Die Beschäftigung mit ihrer Geschichte ermöglicht einen Zugang zur Bedeutung religiöser Räume für die Identität, den Glauben und das gemeinschaftliche Leben von Menschen. Zugleich eröffnet das Medium die Möglichkeit, die Zerstörung jüdischer Gotteshäuser als gezielten Angriff auf die Religionsfreiheit, die Menschenwürde und die Existenz jüdischer Gemeinden zu verstehen. Damit verbindet das Lernangebot historische Erkenntnisse mit ethischen Fragestellungen und fördert die Auseinandersetzung mit religiöser Toleranz, gesellschaftlicher Verantwortung und dem Schutz religiöser Vielfalt.

Vor der Bearbeitung des Moduls empfiehlt sich eine Einführung in die religiöse Bedeutung der Synagoge. Die Lernenden sollten grundlegende Kenntnisse über das Judentum, die Funktionen einer Synagoge als Ort des Gebets, der Versammlung und des religiösen Lernens sowie über wichtige Elemente ihrer Ausstattung erwerben. Hierzu gehören beispielsweise der Toraschrein, die Torarollen, das Lesepult und das Ewige Licht. Mithilfe von Bildern oder einer virtuellen Besichtigung können die Lernenden die Gestaltung jüdischer Gotteshäuser kennenlernen und deren Bedeutung für das religiöse Leben erschließen. Dabei sollte deutlich werden, dass jüdisches Leben in Deutschland eine lange Geschichte besitzt und nicht auf die Erfahrungen von Verfolgung und Vernichtung reduziert werden darf. Die Darstellung jüdischer Religion und Kultur als lebendige Gegenwart bildet deshalb eine wichtige Grundlage für die anschließende historische Auseinandersetzung.

Als motivierender Einstieg in die Arbeit mit dem Medium bietet sich die Betrachtung der auf der Internetseite gezeigten Fotografien der ehemaligen Synagoge in Chemnitz an. Die Bilder dokumentieren das Gebäude vor seiner Zerstörung, die Folgen des Novemberpogroms und die spätere Errichtung eines Gedenksteins. Die Lernenden können zunächst ihre Beobachtungen beschreiben, Unterschiede zwischen den Fotografien herausarbeiten und Vermutungen über die historischen Ereignisse formulieren. Anschließend werden die Bilder zeitlich eingeordnet und mit dem historischen Hintergrund der nationalsozialistischen Judenverfolgung verknüpft. Leitfragen wie „Welche Bedeutung hatte die Synagoge für die jüdische Gemeinde?“, „Was bedeutete ihre Zerstörung für die betroffenen Menschen?“ und „Wie wird heute an diesen Ort erinnert?“ fördern eine vertiefte Auseinandersetzung mit der religiösen, historischen und gesellschaftlichen Dimension des Themas.

In der anschließenden Erarbeitungsphase können die Lernenden das digitale Lernmodul selbstständig in Kleingruppen bearbeiten. Die Internetseite empfiehlt Gruppen mit drei oder vier Personen, die Informationen über bestehende oder ehemalige Synagogen in ihrer Umgebung recherchieren. Dabei nutzen die Lernenden digitale Karten, historische Fotografien, lokale Geschichtsarchive, Gedenkstättenangebote und weitere Informationsquellen. Besonders hilfreich ist die im Medium verlinkte interaktive Karte Jewish Places, die eine räumliche Orientierung und die Suche nach Orten jüdischer Geschichte ermöglicht. Die fünf im Modul beschriebenen Formen der Entwicklung ehemaliger und bestehender Synagogen bieten eine sinnvolle Strukturierung der Recherche. Die Lernenden untersuchen beispielsweise, ob ein Synagogengebäude erhalten geblieben ist, heute wieder religiös genutzt wird, eine andere Funktion erhalten hat oder vollständig verschwunden ist. Ebenso können sie erforschen, ob Gedenktafeln, Denkmäler oder andere Zeichen der Erinnerung vorhanden sind.

Die Recherche sollte durch konkrete Arbeitsaufträge unterstützt werden. Die Lernenden können den ursprünglichen Standort einer Synagoge bestimmen, Informationen über ihre Entstehung und die Geschichte der jüdischen Gemeinde zusammentragen sowie die Ereignisse während der Novemberpogrome 1938 untersuchen. Darüber hinaus sollen sie herausfinden, wie das Gebäude oder der ehemalige Standort nach 1945 genutzt wurde und welche Formen des Gedenkens heute bestehen. Ein besonderer Schwerpunkt kann auf der Frage liegen, welche Bedeutung die Synagoge für das religiöse und gesellschaftliche Leben der jüdischen Bevölkerung hatte. Durch die Verbindung historischer Quellen mit gegenwärtigen Beobachtungen erkennen die Lernenden, dass Geschichte nicht ausschließlich in Schulbüchern vermittelt wird, sondern auch im eigenen Lebensumfeld sichtbar oder durch gezielte Recherche erschlossen werden kann.

Methodisch bietet sich eine Verbindung von digitaler Recherche und außerschulischem Lernen an. Sofern sich eine ehemalige oder bestehende Synagoge in erreichbarer Entfernung befindet, kann die Unterrichtseinheit durch eine Exkursion ergänzt werden. Vor Ort können die Lernenden die Architektur betrachten, Gedenkinschriften untersuchen, Fotografien anfertigen und die Gestaltung des Erinnerungsortes dokumentieren. Besonders gewinnbringend ist der Vergleich historischer Abbildungen mit der heutigen Situation. Auf diese Weise lassen sich Veränderungen im Stadtbild nachvollziehen und Fragen nach dem gesellschaftlichen Umgang mit jüdischer Geschichte entwickeln. Bei der Besichtigung einer heute genutzten Synagoge müssen die religiöse Bedeutung des Ortes, die geltenden Besuchsregeln und die Bedürfnisse der Gemeinde berücksichtigt werden. Eine vorherige Kontaktaufnahme und die Abstimmung mit der jüdischen Gemeinde sind daher erforderlich.

Für die Ergebnissicherung sieht das Medium die Gestaltung von Plakaten oder digitalen Präsentationen vor. Diese können durch selbst erstellte Fotografien, historische Karten, Zeitleisten, Quellenzitate und kurze Erläuterungstexte ergänzt werden. Die Präsentationen ermöglichen es den Lernenden, ihre Rechercheergebnisse miteinander zu vergleichen und unterschiedliche Formen des Umgangs mit jüdischen Erinnerungsorten kennenzulernen. Eine gemeinsame Ausstellung im Schulgebäude kann die Ergebnisse über den Religionsunterricht hinaus sichtbar machen und weitere Mitglieder der Schulgemeinschaft für die Geschichte jüdischen Lebens sensibilisieren. Dabei sollte auf eine sorgfältige Quellenangabe und einen respektvollen Umgang mit historischen Fotografien und Dokumenten geachtet werden.

Aus religionsdidaktischer Perspektive ist eine abschließende Reflexionsphase besonders wichtig. Die Lernenden können darüber nachdenken, warum die Erinnerung an zerstörte Synagogen auch für Menschen anderer Religionen und Weltanschauungen von Bedeutung ist. Dabei lassen sich Bezüge zu zentralen ethischen Vorstellungen des Christentums herstellen, insbesondere zur unantastbaren Würde des Menschen, zur Nächstenliebe und zur Verantwortung gegenüber ausgegrenzten und verfolgten Menschen. Gleichzeitig sollte die Eigenständigkeit des Judentums respektiert und vermieden werden, jüdische Geschichte ausschließlich aus christlicher Perspektive zu betrachten. Die Auseinandersetzung mit dem historischen Versagen christlicher Kirchen und gesellschaftlicher Institutionen während des Nationalsozialismus kann dazu beitragen, Fragen nach Mitverantwortung, Zivilcourage und dem Verhältnis von religiösem Glauben und gesellschaftlichem Handeln kritisch zu reflektieren.

Darüber hinaus bietet das Medium zahlreiche Möglichkeiten zur Förderung historischer Urteilskompetenz und ethischer Reflexionsfähigkeit. Die Lernenden können diskutieren, welche Verantwortung eine Gesellschaft für den Erhalt historischer Erinnerungsorte trägt, ob Gedenktafeln allein ausreichen und wie eine angemessene Erinnerungskultur gestaltet werden kann. Auch die Frage, weshalb manche ehemaligen Synagogenstandorte heute kaum noch erkennbar sind, eröffnet eine vertiefte Auseinandersetzung mit gesellschaftlichem Erinnern und Vergessen. Die Verbindung zur Gegenwart sollte ausdrücklich hergestellt werden, indem aktuelle Erscheinungsformen von Antisemitismus, Angriffe auf jüdische Einrichtungen und die Bedeutung des Schutzes religiöser Minderheiten thematisiert werden. Dabei ist eine sensible Unterrichtsgestaltung erforderlich, die antisemitische Stereotype kritisch aufarbeitet, diskriminierende Aussagen nicht unkommentiert stehen lässt und jüdische Menschen nicht ausschließlich in einer Opferrolle darstellt.

Für eine differenzierte Unterrichtsgestaltung können die Rechercheaufträge an unterschiedliche Lernvoraussetzungen angepasst werden. Lernende mit geringer Rechercheerfahrung erhalten ausgewählte Internetquellen, strukturierende Leitfragen und Vorlagen zur Dokumentation ihrer Ergebnisse. Leistungsstärkere Lernende können zusätzliche historische Quellen untersuchen, unterschiedliche Darstellungen vergleichen oder die Entwicklung der lokalen Erinnerungskultur kritisch bewerten. Auch eine arbeitsteilige Gruppenarbeit bietet sich an, bei der einzelne Gruppen unterschiedliche Synagogen oder Erinnerungsorte erforschen. Durch die Verbindung von selbstständiger Recherche, kooperativem Lernen, Quellenarbeit, Ortsbegehung und Präsentation werden sowohl fachliche als auch methodische, soziale und personale Kompetenzen gefördert.

Insgesamt eignet sich das Lernmodul besonders für einen handlungsorientierten und lebensweltbezogenen Religionsunterricht, der religiöse Bildung, historisches Lernen und ethische Urteilsbildung miteinander verbindet. Die Lernenden erfahren, dass jüdische Geschichte Teil der Geschichte ihres eigenen Lebensumfeldes ist und dass der bewusste Umgang mit historischen Erinnerungsorten einen Beitrag zur gesellschaftlichen Verantwortung leisten kann. Das Medium unterstützt damit nicht nur die Vermittlung von Wissen über das Judentum und die nationalsozialistische Verfolgung, sondern regt auch dazu an, die Bedeutung von Religionsfreiheit, Menschenrechten, Toleranz und einem respektvollen Zusammenleben in einer pluralen Gesellschaft zu reflektieren.

Hessen

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Sekundarstufe I | Jahrgangsstufe 10

10.3. Juden und Christen – eine leidvolle Geschichte. Geschwister im Glauben.

Rheinland-Pfalz

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Sekundarstufe I | Jahrgangsstufe 10

10.2 Dem Zeitgeist widerstehen: Kirche und Diktatur.

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28.10.2026

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Unterrichtsstunde

Religionen

Suchen, Verarbeiten und Aufbewahren ,Kommunizieren und Kooperieren ,Produzieren und Präsentieren ,Analysieren und Reflektieren

mittel

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